Mit Blick auf die zunehmende Verschärfung des öffentlichen Diskurses über die Themen Asyl und Migration und die dadurch entstehende Verunsicherung vieler Menschen bezieht die Diözese Rottenburg-Stuttgart Stellung: „Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sind mit dem christlichen Menschenbild unvereinbar“, heißt es in einem von der Sitzung des Bischöflichen Ordinariats verabschiedeten Positionspapier.
Fürsorge für Geflüchtete und Migrant:innen
Die Diözesanleitung bekennt sich darin zur solidarischen Mitverantwortung für die Integration von Geflüchteten und Migrant:innen. Als Teil der staatlichen und gesellschaftlichen Bemühungen bringt sich die Diözese aktiv in die gemeinsamen Anstrengungen von Land, Landkreisen und Kommunen zur Unterstützung von Geflüchteten und Migrant:innen ein – durch Beratung, Projektförderung und die Stärkung zivilgesellschaftlichen Engagements. „Die Fürsorge für Geflüchtete und Migrant:innen gehört zum Selbstverständnis der Diözese“, heißt es in der Positionierung.
Über 4.000 Ehrenamtliche
Ein zentrales Instrument ist dabei der diözesane „Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfen“, durch den seit 2014 mehr als 36 Millionen Euro bereitgestellt worden sind, um gezielt Projekte und Initiativen zu fördern, die den Geflüchteten eine Perspektive eröffnen. Die Positionierung würdigt in diesem Zusammenhang die „beeindruckende Bereitschaft zu helfen“, die sich am Engagement von über 4.000 Ehrenamtlichen im Bereich der katholischen Flüchtlingshilfe zeigt.
Menschen brauchen mehr als Schutz
Ordinariatsrätin Karin Schieszl-Rathgeb, Leiterin der Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“ des Bischöflichen Ordinariats und Vorsitzende des Vergabeausschusses des „Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfen“, betont: „Menschen, die vor Krieg, Verfolgung oder Not zu uns kommen, brauchen mehr als Schutz – sie brauchen Perspektiven, Zugehörigkeit und Mitmenschlichkeit. Dafür setzt sich die Kirche ein. Wir sehen mit großer Anerkennung, wie viele Landkreise, Kommunen und zivilgesellschaftliche Akteure unter schwierigen Bedingungen alles daransetzen, humanitäre Verantwortung zu übernehmen. In einer Zeit wachsender Spaltung steht für uns außer Frage: Jeder Mensch hat eine unverlierbare Würde – unabhängig von Herkunft, Status oder Religion. Das ist kein politisches Kalkül, sondern gelebtes Evangelium.“
Viele sind verunsichert
Auch die diözesane Flüchtlingsbeauftragte Justyna Höver hebt hervor: „Es ist wichtig, dass wir uns als Kirche klar positionieren und damit das Evangelium in unsere heutige Zeit übersetzen. Viele Menschen sind aufgrund des aktuell rauen Tons in der politischen Debatte verunsichert. Umso wichtiger ist es, dass wir nicht schweigen."
Die Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstütze gezielt die Integrationsarbeit verschiedener Träger durch ihren Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfen. Allein die Förderung und Begleitung ehrenamtlichen Engagements werde jährlich mit einem Betrag von über einer Million Euro gefördert. Ebenso würden zahlreiche Projekte im Bereich der Integration in den Arbeitsmarkt, der Sprachförderung und der psychosozialen Beratung in ganz Württemberg gefördert.






