Kunst & Kultur

Gegenwartskunst trifft religiöse Bildtradition

"Wrapped Violin“ von Christo und Jeanne-Claude im Diözesanmuseum Rottenburg.

Das Objekt „Wrapped Violin“ ist eine Leihgabe der Sammlung Würth und ist im Diözesanmuseum ausgestellt. Bild: Christo, Wrapped Violin, 1994, Sammlung Würth, Inv. 7489, Foto: André Grossmann ©VG Bild-Kunst, Bonn, 2025

Museumsleiterin Prof.in Dr. Melanie Prange erläutert die gezeigten Arbeiten der weltbekannten Künstler Christo und Jeanne-Claude im Diözesanmuseum Rottenburg.

Museumsleiterin Prof.in Dr. Melanie Prange freut sich darauf, die Intervention mit Arbeiten der weltbekannten Künstler Christo und Jeanne-Claude am 5. Mai zu eröffnen und sie den Besucher:innen des Diözesanmuseums bei einer Führung näher zu bringen. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Das Diözesanmuseum zeigt Kunst von Christo und Jeanne-Claude. Prof.in Dr. Melanie Prange eröffnet die Intervention am 5. Mai mit einer Führung.

Das weltbekannte Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude ist vielen noch von der spektakulären Verhüllung des Berliner Reichstages Mitte der 1990er Jahre in Erinnerung. Nun lädt das Diözesanmuseum in Rottenburg zu einer kleinen „Intervention“ mit Arbeiten des Ehepaars ein, dessen Markenzeichen das Verhüllen von Gegenständen, Gebäuden und ganzer Landschaften war, und damit zu einem Gespräch zwischen Gegenwartskunst und religiöser Bildtradition. 

Leihgaben der Sammlung Würth

Ausgestellt werden die „Wrapped Violin“ – eine von Christo und Jeanne-Claude verhüllte Geige – sowie 25 Zeichnungen des Ehepaars mit Studien von Alltagsgegenständen und Arbeitsskizzen zu diversen Verhüllungsprojekten. Sämtliche Leihgaben stammen aus der Sammlung Würth in Künzelsau. Die Intervention ist eine Kooperation mit der Theologisch-Katholischen Fakultät der Universität Tübingen.

Meisterwerke der Gemälde- und Skulpturensammlung

Gezeigt wird die Schau an der Stirnseite des Erdgeschosses im Museum, dort, wo sonst die Video-Installation „Aufgehoben“ von Karen Irmer beziehungsweise die barocke Kreuzigungsgruppe in der Sammlung auf die Besucher:innen warten. Museumsleiterin Prof.in Dr. Melanie Prange eröffnet die Intervention am Dienstag, 5. Mai, um 15 Uhr mit einer öffentlichen Führung. Dabei wird sie die Besucher:innen mit dem Schaffen des Künstlerehepaares in Berührung bringen, dessen Biografien vorstellen sowie auf die im Diözesanmuseum ausgestellten Arbeiten von Christo und Jeanne-Claude eingehen und sie in Verbindung zu den Meisterwerken der Gemälde- und Skulpturensammlung des Museums setzen. „In Berichten über die Verhüllungsprojekte von Christo und Jeanne-Claude in aller Welt tauchen immer wieder Begriffe aus dem Kontext der Religion auf – das ist kein Zufall, denn der Ritus des Verhüllens ist im Judentum, Christentum und Islam tief verankert“, erläutert Dr. Prange. Auf diese Verbindung werde sie bei der Führung eingehen.

Die Kunst-Intervention mit Christo und Jeanne-Claude ist im Diözesanmuseum bis Ende Juli zu sehen. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Museums. 

 

 

Begleitprogramm:

  • Neben der ersten Führung zur Eröffnung der „Intervention“ am Dienstag, 5. Mai, wird es am Donnerstag, 21. Mai, und am Donnerstag, 16. Juli, zwei weitere öffentliche Führungen geben. Beginn ist bei allen drei Führungen um 15 Uhr. Individuelle Führungen können jederzeit unter der Nummer 07472/922-180 bzw. -182 sowie über die Mailadresse museum@bo.drs.de gebucht werden.
     
  • Unter der Überschrift „Alles verhüllt“ plant das Diözesanmuseum am Sonntag, 21. Juni, einen Thementag zum Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude. Ab 11 Uhr präsentieren Theologiestudierende der Universität Tübingen ihre Workshopergebnisse, gefolgt von einer Führung um 16 Uhr. Das Finale des Thementags bildet ab 18 Uhr die Performance ‚UN|COVER ? Zwischen Hülle und Klang‘ – eine Inszenierung aus Tanz, Figurenspiel und performativen Bildern mit anschließendem Künstlergespräch.
     
  • Ein Frauengespräch mit dem Titel „Nach „oben“ offen?“ beginnt am Donnerstag, 25. Juni, um 15 Uhr und befasst sich mit dem Thema „Mittelalterliche Kunst im Gespräch mit Gegenwartskunst“. Die Leitung hat die Kunstpädagogin und Theologin Judith Welsch-Körntgen.
     
  • Das Begleitprogramm im Diözesanmuseum zur Christo-Ausstellung endet mit dem Konzert von Christian Elin an der Bassklarinette und Anna Zimre an der Viola da Gamba aus Stuttgart am Samstag, 11. Juli, ab 19 Uhr. Das Konzert steht unter dem Titel Gambelin „all’ improvviso“.

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