Das weltbekannte Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude ist vielen noch von der spektakulären Verhüllung des Berliner Reichstages Mitte der 1990er Jahre in Erinnerung. Nun lädt das Diözesanmuseum in Rottenburg zu einer kleinen „Intervention“ mit Arbeiten des Ehepaars ein, dessen Markenzeichen das Verhüllen von Gegenständen, Gebäuden und ganzer Landschaften war, und damit zu einem Gespräch zwischen Gegenwartskunst und religiöser Bildtradition.
Leihgaben der Sammlung Würth
Ausgestellt werden die „Wrapped Violin“ – eine von Christo und Jeanne-Claude verhüllte Geige – sowie 25 Zeichnungen des Ehepaars mit Studien von Alltagsgegenständen und Arbeitsskizzen zu diversen Verhüllungsprojekten. Sämtliche Leihgaben stammen aus der Sammlung Würth in Künzelsau. Die Intervention ist eine Kooperation mit der Theologisch-Katholischen Fakultät der Universität Tübingen.
Meisterwerke der Gemälde- und Skulpturensammlung
Gezeigt wird die Schau an der Stirnseite des Erdgeschosses im Museum, dort, wo sonst die Video-Installation „Aufgehoben“ von Karen Irmer beziehungsweise die barocke Kreuzigungsgruppe in der Sammlung auf die Besucher:innen warten. Museumsleiterin Prof.in Dr. Melanie Prange eröffnet die Intervention am Dienstag, 5. Mai, um 15 Uhr mit einer öffentlichen Führung. Dabei wird sie die Besucher:innen mit dem Schaffen des Künstlerehepaares in Berührung bringen, dessen Biografien vorstellen sowie auf die im Diözesanmuseum ausgestellten Arbeiten von Christo und Jeanne-Claude eingehen und sie in Verbindung zu den Meisterwerken der Gemälde- und Skulpturensammlung des Museums setzen. „In Berichten über die Verhüllungsprojekte von Christo und Jeanne-Claude in aller Welt tauchen immer wieder Begriffe aus dem Kontext der Religion auf – das ist kein Zufall, denn der Ritus des Verhüllens ist im Judentum, Christentum und Islam tief verankert“, erläutert Dr. Prange. Auf diese Verbindung werde sie bei der Führung eingehen.
Die Kunst-Intervention mit Christo und Jeanne-Claude ist im Diözesanmuseum bis Ende Juli zu sehen. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Museums.





