Türkis und tannengrün, smaragd und kiwigrün, in schier unzählbaren grünen Nuancen leuchtet der neue Altar von St. Georg. Auch wenn es in Wahrheit davon abhängt, wie er von Sonnenstrahlen oder Scheinwerfern angestrahlt wird, scheint es, als ob der Altar aus geschichteten Glasscheiben von innen heraus leuchtet – symbolisch für Christus, der das Licht der Welt ist und dazu einlädt, an diesem Tisch mit IHM Mahl zu feiern.
Die Altarweihe durch Weihbischof Thomas Maria Renz war deshalb mehr als die feierliche Wiedereröffnung der Kirche nach umfangreicher Renovierung; der Prediger lud auch dazu ein, einmal mehr darüber nachzudenken, „was uns die Feier der Eucharistie bedeutet, was sie uns wert ist und was wir uns sie kosten lassen im Alltag“. Als der Ort, „um den sich Menschen in frohen und traurigen Stunden ihres Lebens versammeln dürfen, in Glück und Unglück, in Freud und Leid“, bilde der Altar die einladende Mitte der Kirche, in der sich alle Menschen ganz „zuhause“ fühlen dürfen, die sie als ihr „geistliches Haus“ sehen und bewohnen sollen, sagte Renz.
Auch die Seele braucht Nahrung
Zur Ausstattung dieses „geistlichen Wohnzimmers“ gehört auch der Ambo, der in seiner Gestaltung mit dem Altar korrespondiert. Die Münchner Künstlerin Sabine Straub hat auch hier geschichtete Glasscheiben in dunkle Stahlplatten eingearbeitet; die Scheiben nehmen Licht auf, bündeln und reflektieren es. Weihbischof Renz erinnerte daran, dass Menschen nicht nur das tägliche Brot, „sondern auch die tägliche Ansprache, den Dialog, das Hören und Gehörtwerden durch andere“ brauchen. Denn „es hungert uns Menschen nicht nur der Magen, sondern auch die Seele: Beide brauchen eine regelmäßige Nahrung. Oder mit den Worten der Heiligen Schrift: ‚Der Mensch lebt nicht allein von Brot, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht.‘“
Zu jedem der drei zentralen liturgischen Orte, die der Weihbischof seiner Bestimmung übergab – neben Altar und Ambo auch die neu gestaltete Taufkapelle –, hielt das Evangelium des Tages eine passende Seligpreisung parat: „Selig, Ihr Armen, denn Euch gehört das Reich Gottes!“ Gott mache „uns Arme in der Taufe zu Reichen, indem ER uns als seine viel geliebten Kinder annimmt und uns damit nämlich auch zu Erben seines Reiches macht“, erinnerte Renz und wünschte der Gemeinde eine lebhafte Nutzung ihrer schmucken Kirche.



