Ukraine

Gemeinsam für den Frieden

Singen und beten für den Frieden: Der Rat der Religionen in Ulm lud ein zum gemeinsamen Friedensgebet für die Ukraine. Foto: DRS/Jerabek

Auf Einladung des Ulmer Rats der Religionen haben mehrere Hundert Gläubige für Frieden in der Ukraine gebetet.

„Shalom chaverim“ sangen die Ulmer Spatzen zu Beginn des Friedensgebets auf dem Ulmer Marktplatz: Friede sei mit euch, Freunde, Friede, Friede! Dass Frieden nicht nur ein Wunsch und eine Sehnsucht, sondern die Aufgabe und Pflicht derer ist, die heute Verantwortung dafür tragen, dass auch die junge und die nachfolgenden Generationen in einem guten Miteinander leben können, machte der Kinder- und Jugendchor unter Leitung von Hans de Gilde mit seinen Liedern deutlich.

„Es ist gut und wichtig, dass wir alle in der großen religiösen Bandbreite als Gläubige zum Gebet versammelt sind“, sagte der Dekan des Dekanats Ehingen-Ulm, Ulrich Kloos. Im Einsatz für den Frieden stünden die Religionen zusammen und ließen sich nicht auseinanderdividieren. Das solle sichtbar und erlebbar werden in dem gemeinsamen Friedensgebet, erklärte Kloos, der einer der Sprecher des Rats der Religionen in Ulm ist. Nacheinander – jeder in seiner Gebetstradition – sprachen Vertreter der jüdischen und der muslimischen Gemeinden, eine Vertreterin der alevitischen Gemeinde und Dekan Kloos für die christlichen Kirchen ein Gebet.

„Derjenige, der Frieden im Himmel macht, der soll auch Frieden zwischen uns Menschen machen", lautete die Bitte von Rabbi Shneur Trebnik. „Jeder Mensch auf dieser Erde hat das Recht auf ein friedvolles Leben. Niemand soll aus seinem Heime vertrieben werden und niemand soll gezwungen sein, flüchten zu müssen“, sagte Imam Bilal Ince.

„Dona nobis pacem“

Neben den Mitgliedern des Rats der Religionen nahmen auch Vertreter von Kirchen und Religionsgemeinschaften teil, die dem Rat nicht oder nur beratend angehören. Im Gebet vereinten sich so Pfarrer Andriy Pizo von der ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde in Neu-Ulm und Hegumen (Abt) Maxim Schmidt von der Russisch-Orthodoxen Gemeinde Ulm, die den Aufruf des Rats der Religionen mitunterzeichnet hatten. Außer ihnen konnte Dekan Kloos weitere Vertreter und Mitglieder von Religionsgemeinschaften begrüßen, darunter Erzpriester Walenty Gawryluk von der Ukrainisch Orthodoxen Gemeinde Neu-Ulm und den Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland, Dietrich Borissowitsch Brauer, der in Ulm Zuflucht gefunden hat. Für die Ulmer Bürgerschaft nahm auch Oberbürgermeister Gunter Czisch als Gast an der Veranstaltung teil, die mit dem Lied „Dona nobis pacem“ (Gib uns Frieden) – gesungen von allen Teilnehmenden – abgeschlossen wurde.

Rat der Religionen in Ulm

Der Rat der Religionen in Ulm hat es sich zum Ziel gesetzt, bei öffentlichen Veranstaltungen, wie bei den „Tagen der Begegnung“, mitzuwirken, multireligiöse Feiern zu öffentlichen Anlässen von stadtweiter Bedeutung zu gestalten, gemeinsame Stellungnahmen zu erarbeiten, die religiöse Bildungsarbeit zu fördern, den Bau von Gebets- und Andachtsräumen zu unterstützen und ein jährliches Treffen aller in Ulm vertretenen Religionen zu organisieren. Der Rat begeht in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen.

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