Eugen Bolz

Gerald Asamoah gewinnt den Eugen-Bolz-Preis 2023

Gerald Asamoah ist gläubiger Christ. Foto: Gerald Asamoah / Triaz PR

Der ehemalige Fußballprofi erhält den Eugen-Bolz-Preis 2023. Die Verleihung erfolgt am 14. Oktober in der Festhalle Rottenburg.

Gerald Asamoah erhält den „diesjährigen“ Eugen-Bolz-Preis. Der Vorsitzende des Stiftungsrates, der Rottenburger Oberbürgermeister Stephan Neher, wird die Ehrung am Samstag, den 14. Oktober 2023, um 17 Uhr, in der Festhalle Rottenburg vornehmen und den Preis überreichen. Der Preis der Eugen-Bolz-Stiftung würdigt die Leistungen des ehemaligen Fußballprofis und heutigen Fußballfunktionärs. Gerald Asamoah ist ein ehemaliger deutsch-ghanaischer Fußballspieler, der sich seit vielen Jahren unter anderem im Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gegen Rassismus und Diskriminierung engagiert. Er selbst wurde mehrfach Opfer von Rassismus und so lebt sein Engagement von der Extremerfahrung auf der einen Seite und dem offensiven Umgang und Dialog als Mittel der Bekämpfung von Rassismus auf der anderen Seite. Auch im Dokumentarfilm „Schwarze Adler“ kommt Asamoah zu Wort und berichtet über seine Erfahrungen.

Vielfältige Möglichkeiten des Engagements

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung wurde erstmals 1997 verliehen und wird seitdem in Abständen von zwei bis vier Jahren vergeben. Der diesjährige Vorschlag zielt bewusst in den sportlichen Bereich und soll Leben und Wirken von Eugen Bolz gerade auch jüngeren Menschen ins Bewusstsein rücken und zeigen, dass es in vielfältigen Lebenssituationen Möglichkeiten des Engagements gibt.

Das Programm der Preisverleihung sieht nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Stiftungsrats, Oberbürgermeister Stephan Neher, Grußworte von Thomas Strobl, Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, und von Offizial und Domkapitular Thomas Weißhaar der Diözese Rottenburg-Stuttgart vor. Die Laudatio hält Andreas Felchle, Präsident des württembergischen Landessportbundes.

Gerald Asamoah

Preisträger Eugen-Bolz-Preis 2023

Der ehemalige deutsche Nationalspieler lebt seit seinem zwölften Lebensjahr in Deutschland und absolvierte 323 Bundesligaspiele und 43 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft. Der FC Schalke war in der aktiven Zeit sicher der Verein, der ihn am meisten prägte. Weitere Stationen in seiner Laufbahn waren bei Hannover 96, FC St. Pauli und Greuther Fürth.

Seine Erfolgsliste im Fußball ist sehr lang. Deutscher Vize-Meisterschaften in den Jahren 2001, 2005, 2007 und 2010, DFB-Pokalsiege in 2001 und 2002, Fußballer des Monats, Tor des Monats und Vize-Weltmeister 2002 in Japan und Südkorea sowie Gewinner des 3. Platzes bei der Heim-WM in Deutschland 2006 sind sicher die herausragendsten Erfolge seiner Karriere.

Gläubiger Christ

Gerald Asamoah ist gläubiger Christ. 2007 gründete er die „Gerald Asamoah Stiftung für herzkranke Kinder“. Das langfristige Ziel seiner Stiftung ist es, ein Kinderherzzentrum in Accra (Ghana) aufzubauen. Darüber hinaus engagiert er sich im „Beirat der Landesregierung für Teilhabe und Integration“ in NRW sowie als DFB-Botschafter für Sport und Entwicklung.

Seine bisherigen Auszeichnungen waren in 2011 der Fair Play Preis des Deutschen Sports, 2018 der Karl-Kübel-Preis“ verliehen durch die gleichnamige Stiftung, 2016 der FIFA Fair Play Award für sein Engagement für Flüchtende, verliehen im Rahmen der Ballon d’Or“-Gala in Zürich sowie 2022 der Laureus Athlete Advocate of the Year Award für sein Engagement gegen Rassismus und für sein Wirken in dem außergewöhnlichen Film der „Schwarze Adler“.

Staatspräsident Dr. h. c. Eugen Bolz (1881-1945)

Zum Hintergrund

1912 wurde der gebürtige Rottenburger Mitglied des Reichstages, gewählt für den Wahlkreis Württemberg 13: Aalen, Ellwangen, Neresheim, Gaildorf (MdR bis 1933), 1913 Mitglied des württembergischen Landtags und schon 1919 württembergischer Justizminister, 1923 Innenminister und 1928 Staatspräsident. 1933 wurde Bolz von den Nationalsozialisten unter unwürdigen Bedingungen aus dem Amt gejagt, da er aus seiner Gegnerschaft zu ihnen nie einen Hehl gemacht hatte. Ab 1941 nahm Bolz Verbindungen zu Widerstandskreisen um Carl Goerdeler auf und erklärte sich 1944 bereit, in einer neuen Reichsregierung das Kultusministerium zu übernehmen. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet, am 21. Dezember 1944 vom berüchtigten Volksgerichtshof zum Tod verurteilt und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

In Rottenburg am Neckar erinnern der Eugen-Bolz-Platz, das Eugen-Bolz-Gymnasium sowie eine alljährliche Gedenkstunde beim Mahnmal an der St.-Moriz-Kirche an den Widerstandskämpfer Bolz.

Andenken an Widerstandskämpfer Eugen Bolz

Die Eugen-Bolz-Stiftung e.V. wurde 1949 gegründet und hat es sich zum Ziel gesetzt, das Andenken an Eugen Bolz als einen großen Staatsmann, aufrechten Katholiken und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime zu bewahren und in die Zukunft zu tragen. Im Jahr 2007 begründete der Verein eine gleichnamige Stiftung, zu deren Aufgaben auch die Verleihung des Eugen-Bolz-Preises zählt. Die Stiftung, in der Angehörige der Familien Rupf-Bolz, die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Stadt Rottenburg am Neckar vertreten sind, wird unter Federführung der Stadt verwaltet und geleitet.

Der Eugen-Bolz-Preis wird verliehen an Persönlichkeiten, die sich in besonders herausragender Weise aus religiöser Verantwortung in Wissenschaft, Politik und Publizistik um Rechtsstaat und Verfassung Verdienste erworben haben. Preisträgerinnen und -träger waren bislang: Steffen Heitmann (1997), Bärbel Bohley und Arno Vaatz (1999), Prof. Dr. Paul Kirchhof (2001), Dr. Joachim Fest (2003), Dr. Wanda Póltawska (2006), Dr. h.c. Erwin Teufel (2008) und Dr. h.c. Charlotte Knobloch (2010), Robert Antretter (2014), Dr. Angela Merkel (2017), Silbermond (2021).

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