Ostern

Gläubige bereiten sich auf Ostern vor

Auferstehungsfeier Ostern in St. Eberhard in Stuttgart. Foto: Dekanat Stuttgart / Reiner Pfisterer

Von Fußwaschung bis ökumenischen Frauenkreuzweg: Mehr als 250 Gottesdienste zwischen Gründonnerstag und Ostermontag in Stuttgart.

Das höchste Fest der Christenheit steht vor der Tür: Auch in Stuttgart können Gläubige vor und an Ostern den Weg Jesu vom letzten Abendmahl bis zur Auferstehung mitgehen. Von Gründonnerstag, 28. März, bis Ostermontag, 1. April, werden in den 42 katholischen Gemeinden mehr als 250 Gottesdienste gefeiert. Am Gründonnerstag wird in einigen Pfarreien eine Fußwaschung zelebriert. Am Karfreitag sind Kinder und Erwachsene geladen, dem Kreuzweg zu folgen. Schließlich werden bei den Auferstehungsfeiern am Osterfeuer Kerzen entzündet, die Licht in die dunklen Kirchen bringen.

Feier des letzten Abendmahls, Gründonnerstag

Am Gründonnerstag, 28. März, zelebriert die Kirche in den Abendstunden eine feierliche Messe in Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern am Vorabend seiner Kreuzigung. In dem Gottesdienst gedenkt die Gemeinde der Einsetzung der Eucharistie. Es wird das Gloria gesungen, die Glocken läuten noch einmal – und danach bis zum Gloria in der Osternacht nicht mehr. Auch die Orgel schweigt bis zum Halleluja in der Osternacht.

In Anlehnung an das letzte Abendmahl und in Gedenken an den Liebesdienst Jesu findet in einigen Gemeinden eine Fußwaschung durch den Priester statt. In St. Theresia in Weilimdorf erhalten Kinder um 15 Uhr eine Fußwaschung im Gemeindesaal (Pirmasenser Straße 8). Um 19 Uhr findet in St. Konrad in Mitte (Stafflenbergstraße 50) eine Eucharistiefeier mit Fußwaschung statt. In der Liebfrauenkirche in Cannstatt beginnt die kroatisch-deutsche Eucharistiefeier mit Fußwaschung um 20 Uhr (Wildunger Straße 57).

Nach dem Ende des Gottesdienstes am Gründonnerstag wird in allen Kirchen der Hauptaltar komplett abgeräumt. Auch die Tücher werden entfernt und damit der Altar quasi entblößt. Zudem werden alle Kerzen gelöscht. Das Allerheiligste mit den Hostien wird in einer Prozession, die an den Weg Jesu zum Ölberg erinnert, zu einem Seitenaltar gebracht. Die Gläubigen gedenken in ihrem Gebet der Todesangst Jesu und halten mancherorts Nachtwache entsprechend der Aufforderung Jesu: „Bleibt hier und wacht mit mir.“ Die Gemeinden St. Monika in Feuerbach (Kyffhäuserstraße 59) und Salvator in Giebel (Giebelstraße 15) laden um 20.15 Uhr zur Ölbergandacht. Um 21 Uhr wird in St. Eberhard in Mitte (Königstraße 7) eine Ölbergandacht gefeiert. In Gablenberg findet die Ölbergstunde in der Gemeinde Bruder Klaus (Albert-Schäffle-Straße 20) um 22 Uhr statt.

Das Leiden und Sterben Jesu, Karfreitag

Der Karfreitag ist der Gedächtnistag des Leidens und Sterbens Jesu, ein Tag der Trauer und des Fastens, an dem keine Messe gefeiert wird. Zu den Besonderheiten der Karfreitagsliturgie gehören die Niederwerfung der Priester zu Beginn des Gottesdienstes und die Lesung der Johannespassion. Zu traditionellen Karmetten, bei der zu den einzelnen Strophen der Klagelieder des Propheten Jeremia 14 Kerzen auf einem besonderen Leuchter gelöscht werden, wird am Karfreitag, 29. März, um 8.30 Uhr in die Kirche St. Hedwig in Möhringen (Lieschingstraße 48), um 11 Uhr in St. Martin in der Neckarvorstadt (Brückenstraße 22) und um 19 Uhr in St. Antonius in Zuffenhausen (Markgröninger Straße 29) geladen.

Seit dem Mittelalter werden die Karfreitagsgottesdienste am Nachmittag gefeiert, da die Todesstunde Jesu nach den Evangelien um 15 Uhr eingetreten ist. St. Michael in Sillenbuch (Kleinhohenheimer Straße 11) etwa lädt um 15 Uhr zur Karfreitagsliturgie. Zur Kreuzverehrung wird das Kreuz enthüllt, das seit dem fünften Fastensonntag von einem Tuch bedeckt worden ist. Die Gemeinde St. Konrad in Mitte (Stafflenbergstraße 50) lädt am Karfreitag um 19 Uhr zu einer literarisch-musikalischen Vesper.

Zum Karfreitag gehören auch die Kreuzwege. Viele katholische Gemeinden laden am 29. März zu einer Kreuzwegandacht für Kinder: um 10 Uhr zum Beispiel in St. Thomas in Steinhaldenfeld (Falchstraße 9), um 10.30 Uhr in St. Barbara in Hofen (Wolfgangstraße 6) sowie 11 Uhr in Herz Jesu in Gaisburg (Schurwaldstraße 1). Ein Kreuzweg für Erwachsene wird beispielsweise um 10 Uhr in St. Johannes in Untertürkheim (Kappelbergstraße 28) sowie im großen Saal des Gemeindehauses von St. Ulrich im Fasanenhof (Delpweg 12).

Der ökumenische Frauenkreuzweg der Evangelischen Frauen in Württemberg (EFW) und des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) führt durch die Innenstadt. Er startet um 12 Uhr vor St. Eberhard (Königstraße 7) und endet um 14 Uhr in der Hospitalkirche (Büchsenstr. 33). Zu einem Meditationsweg auf den Monte Scherbelino laden die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), der Diözesanverband der Internationalen katholischen Friedensbewegung pax christi in Kooperation mit den Kirchengemeinden in Botnang. Startpunkt am Karfreitag um 10 Uhr sowie am Ostermontag um 15 Uhr ist der Parkplatz Birkenkopf (Rotenwaldstraße).

Das Fest der Auferstehung, Ostersonntag und Ostermontag

Am Ostersonntag begeht die Kirche das zentrale Fest der Christenheit und feiert das neue Leben, das in der Auferstehung Jesu Christi seinen Ausgang hat. In vielen Gemeinden wird in den frühen Morgenstunden die Osternacht gefeiert – mit dem Entzünden der Osterkerze am Osterfeuer.

In der Domkirche St. Eberhard feiert die Gemeinde gemeinsam mit Stadtdekan Christian Hermes am 31. März um 6 Uhr den Auferstehungsgottesdienst mit dem Osterfeuer, mehreren Lesungen, dem Osterhalleluja und der Weihe des Taufwassers. In Bad Cannstatt lädt St. Peter (Winterbacher Straße 36) ebenfalls um 6 Uhr zur Auferstehungsfeier. In St. Elisabeth im Westen (Elisabethenstraße 21) findet um 6 Uhr eine ökumenische Osternachtfeier statt. Das Pontifikalamt am Ostersonntag um 10 Uhr in der Domkirche St. Eberhard feiert in diesem Jahr der Rottenburg-Stuttgarter Weihbischof Gerhard Schneider. In den Ostergottesdiensten werden traditionell die Osterspeisen gesegnet.

Viele Gemeinden laden schon am Vorabend, am 30. März, zur Feier der Osternacht – zum Beispiel die Ungarische Gemeinde in Bruder Klaus in Gablenberg (Albert-Schäffle-Straße 20) um 20 Uhr, die Gemeinde St. Nikolaus im Stöckach (Werastraße 120) um 21 Uhr und St. Maria in Stuttgart-Süd (Tübinger Straße 36) um 21.30 Uhr. Eine Familien-Osternacht wird um 18 Uhr in St. Markus in Hedelfingen (Otto-Hirsch-Brücken 18) gefeiert.

Am Ostermontag wird im Gottesdienst das Evangelium von den Emmausjüngern gelesen. Die Jünger haben Jerusalem – enttäuscht über den Tod Jesu – verlassen und begegnen dem Auferstandenen auf ihrem Weg. Sie erkennen ihn erst beim gemeinsamen Mahl. Am 1. April startet bereits um 5 Uhr ein Emmausgang auf der Wangener Höhe der Gaisburger Gemeinde Herz Jesu (Schurwaldstraße 1). Um 9.15 Uhr findet eine Wort-Gottes-Feier mit Emmausgang in St. Ottilia in Münster (Elbestraße 39) statt. Viele Gottesdienste werden am Ostermontag ökumenisch gefeiert, etwa um 11 Uhr in St. Antonius in Zuffenhausen (Markgröninger Straße 29).

Weitere Gottesdienste können Interessierte dem Gottesdienstfinder entnehmen.

Die Ostertage in den Kirchenmusikalischen Zentren

Am Gründonnerstag, 28. März, erklingt in St. Eberhard im Gottesdienst um 19.30 Uhr ein Cantus Gregorianus der Schola Gregoriana unter der Leitung von Adam Krukiewicz. Ebenfalls in der Domkirche wird im Rahmen der Karfreitagsliturgie am 29. März um 15 Uhr die Johannespassion des deutschen Kirchenmusik-Komponisten Wolfram Menschick unter der Leitung der Domkapellmeisterin Lydia Schimmer zur Aufführung gebracht. Am Ostersonntag, 31. März, um 10 Uhr präsentieren der Kirchenchor und das Kirchenorchester Liebfrauen zusammen mit Solisten der Staatsoper Stuttgart die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart in der Bad Cannstatter Liebfrauenkirche (Wildunger Straße 55). Die Leitung hat der Kirchenmusiker Ulrich Hafner. Ebenfalls am Ostersonntag um 10 Uhr intoniert der Stuttgarter Regionalkantor Tobias Wittmann gemeinsam mit dem Sakralchor St. Fidelis im Stuttgarter Westen in St. Fidelis (Seidenstraße 41) Georg Friedrich Händels „O sing unto the Lord a new Song“. Am Ostermontag, 1. April, singt der Domchor St. Eberhard in der gleichnamigen Domkirche Motetten und Liedsätze.

Dossier

Pastorale Modelle und spirituelle Angebote in der Osterzeit auf unserer Themenseite

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