Mit einer genauso feierlichen wie beeindruckenden Prozession wurde das Gnadenbild der „Schmerzhaften Muttergottes“ am Sonntag, 21. September 2025, vom Wallfahrtsort Heiligenbronn nach Lützenhardt getragen. Die Dekanatswallfahrt des Katholischen Dekanats Freudenstadt unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ zog rund 800 Wallfahrerinnen und Wallfahrer in die Fahrzeughalle der Firma „Schweizer Reisen“.
Ein Gottesdienst in einer Fahrzeughalle? Was ungewöhnlich klingt, hat in Lützenhardt bereits seit vielen Jahren Tradition. Und die schön geschmückte und praktisch bis zum letzten Platz besetzte Halle verwandelte sich an diesem Tag in ein wahrhaft atmosphärisches Gotteshaus. Spätestens als dann aus Hunderten von begeisterten Kehlen Lieder wie „Meine Hoffnung und meine Freude“ durch die Halle schallten, fühlte man sich dort wie im Dom zu Lützenhardt. So wurde am Sonntag ein riesiges Fest des Glaubens gefeiert.
Wahre Heerscharen von Zelebranten versammelten sich um Generalvikar Dr. Clemens Stroppel, Dekan Anton Bock und den Waldachtaler Pfarrer Pater Joji Mathew. Dekan Bock begrüßte „alle Generationen und Altersgruppen“ beim Festgottesdienst und besonders den Generalvikar der Diözese Rottenburg-Stuttgart: „Wir freuen uns, dass du da bist!“ Das Wallfahrts-Thema „Pilger der Hoffnung“, das ja auch das Motto des Heiligen Jahres 2025 ist, passt laut Dekan Bock perfekt zur Dekanatswallfahrt: „Denn es ist wichtig in diesen Zeiten, dass wir positive Menschen sind.“
„Gott selbst ist der erste Pilger der Hoffnung“
Auch in der Festpredigt von Generalvikar Stroppel drehte sich alles um das Thema „Pilger der Hoffnung“: „Wir können dieses Motto als Einladung und Ausrufezeichen für unser Leben verstehen. Als Einladung, uns auf den Weg zu machen. Nicht zu verharren in unserer Situation, eingerichtet oder verängstigt und verschlossen oder gar gleichgültig.“ Der Generalvikar betonte: „Gott selbst ist der erste Pilger der Hoffnung“: „Der reiche Gott wird unseretwegen armer Mensch, um durch seine Armut, durch seine rückhaltlose Menschwerdung, uns reich zu machen.“
Ein Herzensanliegen
Musikalisch wunderbar gestaltet wurde der Wallfahrtsgottesdienst von Sängerinnen der kroatischen Gemeinde und vom Dekanatschor mit Kantor Christoph Schmitz und unter der Leitung von Regionalkantor Thomas Frey. Dekanatsreferentin Elisabeth Wütz hatte zum Abschluss des Gottesdienstes viele Worte des Dankes für alle Beteiligten. Ein besonderes „Vergelt’s Gott“ ging an Johann Kocheise, ohne den laut Elisabeth Wütz „bei dieser Wallfahrt nichts geht“. Die Dekanatsreferentin ließ auch die Geschichte der Dekanatswallfahrt Revue passieren, die 1991 mit einer kleinen Prozession zur Grotte im Garten des Wallfahrtsortes Heiligenbronn ihren Anfang nahm und nun seit 14 Jahren ihre Heimstatt beim Busunternehmen „Schweizer Reisen“ mit Hunderten von Gästen gefunden hat. Dafür dankte sie dem Geschäftsführer Franz Schweizer: „Ihr hohes Engagement und Ihre Ideen sind unverzichtbar, und es war die gesamte Zeit zu spüren, dass Ihnen die Wallfahrt ein Herzensanliegen ist.“
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Gäste zur gemeinsamen Begegnung, zum Mittagessen sowie zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Und auch, wenn das wankelmütige Wetter immer wieder den einen oder anderen zum Umzug in die Halle verleitete, genossen viele Wallfahrerinnen und Wallfahrer einen Flammkuchen oder die leckeren Ćevapčići, die Ehrenamtliche der Kroatische Kulturgemeinschaft und der kroatischen Gemeinde Calw zauberten, während sich die Kinder bei Eva Huber, der Beauftragten für Familienpastoral, farbenfrohe Gesichter verpassen lassen konnten. Die liebevoll von der Frauengruppe aus Wiesenstetten gestalteten Wallfahrtskerzen und das vom Lützenhardter Bäcker Rupp gebackene Wallfahrtsbrot fanden reißenden Absatz – nachdem Brote wie Kerzen im Festgottesdienst gesegnet worden waren. Eine feierliche Andacht in der Wallfahrtskirche in Heiligenbronn mit Pater Joji Mathew bescherte dann einer mehr als gelungenen Dekanatswallfahrt ein würdiges Ende.






