Demokratie

Gottesdienst zur konstituierenden Sitzung des Landtags

In einer Kirchenbank stehen mehrer Männer neben eineinander. In der Mitte unterhhalten sich Cem Özdemir, der neuer Ministerpräsident von Baden-Württemberg werden soll, und Manuel Hagel, der neuer Innenminister werden soll.

Vor Beginn des Gottesdiensts zur konstituierenden Sitzung des Landtags: Der designierte Ministerpräsident Cem Özdemir (zweiter von links) im Gespräch mit Manuel Hagel, der neuer Innenminister werden soll. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Ein Bischof und eine Bischöfin stehen zusammen am Altar und segnen die Anwesenden in der Kirche bei einem gemeinsamen Gottesdienst für den neu gewählten Landtag des Landes Baden-Württemberg.

Bischof Dr. Klaus Krämer und Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart segnen die Teilnehmenden des Gottesdienstes in St. Eberhard. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Cem Özdemir und Manuel Hagel in Domkirche. Bischof Krämer begrüßt, Landesbischöfin Springhart predigt und Schülerinnen sagen, was sie bewegt.

In einem ökumenischen Gottesdienst, der am Dienstag in der Domkirche St. Eberhard anlässlich der Konstituierung des 18. Landtags von Baden-Württemberg stattfand, sagte Prof. Dr. Heike Springhart, Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden: „Was wahr und unwahr ist, welche Prophezeiungen und Prognosen am Ende die wahren sind, das zeigt sich meist erst im Nachhinein. Deswegen macht das vielstimmige Ringen um die besten politischen Lösungen, manchmal auch der Kompromiss, gute Politik aus.“

Wohlergehen und Frieden 

Zukunft und Hoffnung – dafür brauche es einen langen Atem. „Es sind nicht die schnellen Antworten, die tragen. Deswegen braucht es Menschen, die wie Sie im Landtag und in der Landesregierung sich all den Zumutungen stellen, die mit den großen Gestaltungsaufgaben unserer Tage einhergehen. Und mit der nicht aufhören wollenden Suche nach dem, was für alle Wohlergehen und Frieden bringt.“

Ein sicherer Ort für alle

Diesen Frieden und das Wohlergehen aller konkretisierte die Landesbischöfin im Blick auf die Menschen, die Baden-Württemberg heute prägen und mitgestalten. Migration sei dabei kein Randaspekt, sondern Teil der Landesidentität:  „Weite Wege hin zu uns – die haben immer wieder Menschen zurückgelegt. Aus der Türkei und aus Italien, aus Syrien und aus Afghanistan, aus Ungarn und Polen. Viele haben längst Fuß gefasst, sind in der zweiten und dritten Generation hier, anatolische Schwaben, sizilianische Schwarzwälder, syrische Kurpfälzer. Sie machen unser Land reich und unsere Gesellschaft vielfältig. Und das ist gut so!“ Und weiter hielt Prof. Dr. Springhart in ihrer Predigt fest: „Schalom – das ist ein Zustand von Unversehrtheit, der konkret wird darin, dass es die Aufgabe von uns allen ist, dass Baden-Württemberg ein sicherer Ort ist für alle – egal woher sie kommen, egal an was sie glauben, egal wen und wie sie lieben.“ 

Große Herausforderungen

Zuvor hatte Dr. Klaus Krämer, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die neugewählten Mitglieder des 18. Landtags von Baden-Württemberg und der designierten Regierung sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Landeskirche in Baden, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sowie der Erzdiözese Freiburg in der Domkirche St. Eberhard begrüßt. Er sagte: „Nach den Wahlen, Sondierungen und Verhandlungen beginnt nun die parlamentarische Arbeit des neuen Landtags – und das in aufgewühlten Zeiten. Große Herausforderungen liegen vor Ihnen – und zugleich blicken viele Menschen in unserem Land mit Sorge in die Zukunft – nicht wenige auch mit Angst. ‘Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben’ – dieses starke Wort des Propheten Jeremia soll über diesem Tag stehen.  Es ist die große Zusage, die uns zugesprochen wird und unter die wir uns stellen dürfen: der Horizont, der unser Tun übersteigt, der uns den Grund erkennen lässt, auf dem wir stehen, und das Ziel, auf das wir uns ausrichten können.“

Gesten der Freundlichkeit

Schülerinnen des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Stuttgart ließen die Teilnehmenden des Gottesdienstes im Anschluss teilhaben an dem, was sie bewegt, wenn sie an die Zukunft denken,  wie sie unsere Gegenwart wahrnehmen, was ihnen Sorge bereitet, Angst macht und was ihnen Hoffnung und Zuversicht schenkt. In ihren Gedankensplittern sprachen die Schülerinnen unter anderem Themen wie fehlende Mitbestimmung, Ausgrenzung, Krieg, instabile Politik und den Klimawandel an. Ihre Hoffnungen setzen die Schülerinnen unter anderem auf die neue Landesregierung, auf den Glauben, die Kirche und auf Gesten der Freundlichkeit und der gegenseitigen Unterstützung im Alltag. 

 

 

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