Ukraine

Hand in Hand für den Frieden

Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka (von links), Andrij Pizo, Pfarrer der ukrainischen Gemeinde, und Andreas Raab, Vizepräsident der Paneuropa-Union Deutschland, beteten bei einer Solidaritätskundgebung auf dem Ulmer Marktplatz. Foto: DRS/Jerabek

Einen flehentlichen Appell für ein Ende des Krieges in der Ukraine richtete der Bischof von Banja Luka, Franjo Komarica, an die Machthaber der Welt.

Anlässlich eines Besuches in Ulm sprach er bei der Solidaritätskundgebung, die jeden Mittwoch auf dem Marktplatz stattfindet. Viele Mitglieder der kroatischen Kirchengemeinden aus Ulm und Neu-Ulm nahmen an der Mahnwache teil – neben Menschen aus der Ukraine und Gläubigen aus Ulm und Umgebung.

„Stoppt den furchtbaren Krieg in der Ukraine! Stoppt die Tötung vieler unschuldiger Brüder und Schwestern in diesem Land! Habt Erbarmen mit Gottes lieben Geschöpfen!“, forderte Komarica. Und an die internationale Staatengemeinschaft gerichtet, sagte er: „Belohnen Sie diesmal nicht den Aggressor, wie dies vor 27 Jahren in meiner Heimat der Fall war!“ Mit Blick auf die furchtbaren Tragödien vieler Hunderttausend Menschen, Verletzungen, Tötungen und Zerstörungen, Kolonnen von Flüchtlingen und unsagbares Leiden sagte der Bischof, der Krieg in der Ukraine trage dieselbe Handschrift wie seinerzeit die Kriege in Kroatien und Bosnien.

All dies zerstöre nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft vieler Millionen Menschen in der Ukraine, aber auch von vielen Menschen in Russland, „deren Söhne oder Angehörige als Soldaten auf brutalste Weise von eigenen Befehlshabern in den unsinnigen Tod geschickt wurden“. Traumata, Hass und Feindseligkeit würden noch lange bleiben, auch wenn der Krieg beendet sein wird, sagte der Bischof. „Das wissen wir aus Kroatien und Bosnien-Herzegowina viel zu gut aus eigener Erfahrung.“

„Besonders wichtig sind Gebete"

Bischof Komarica unterstrich die Bedeutung des Gebets: „Besonders wertvoll und wichtig sind Gebete, ein inständiges Flehen zu Gott, dem barmherzigen Vater aller Menschen und Völker für das Beenden des Krieges, für alle Opfer des Krieges sowie für einen gerechten Frieden zwischen zwei brüderlichen Nachbarvölkern, Ukrainern und Russen.“ Zusammen mit den kroatischen Gläubigen und ihrem Pfarrer, Msgr. Niko Ikić, stimmte er ein kroatisches Friedenslied an und betete das Vaterunser.

Komarica gilt als „visionärer Versöhner“ auf dem Balkan und hat im Trappistenkloster „Mariastern“ in Banja Luka ein Europa-Zentrum ins Leben gerufen, in dem er vor allem junge Menschen für die Themen Versöhnung, Verständigung und internationalen Dialog erreichen will.

Andreas Raab, Vizepräsident der Paneuropa-Union Deutschland und Organisator der Solidaritätskundgebungen auf dem Marktplatz, erinnerte an die Demonstrationen gegen den Krieg in Vukovar im Osten Kroatiens vor 30 Jahren. Die Region um Vukovar an der Grenze zu Serbien war während des Kroatienkriegs 1991–1995 das am stärksten umkämpfte Gebiet. Heute ereigneten sich die Schrecken von Vukovar im ukrainischen Mariupol.

Pfarrer Andrij Pizo von der Ukrainischen Gemeinde appellierte an seine Landsleute, trotz der Grausamkeiten des Krieges keinen Hass in den Herzen keimen zu lassen. „Hass ist kein Ausweg.“ Im Anschluss an die Solidaritätskundgebung stimmte er die ukrainische Hymne an.

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