Von der versorgten zur selbstsorgenden Kirchengemeinde - so lautete einer der pastoralen Leitsätze schon Ende des letzten Jahrhunderts. Damals war bereits absehbar, dass es immer weniger hauptamtliches Personal vor Ort geben würde. Kirche sei dort zukunftsfähig, wo sich viele am Gemeindeleben, an der Liturgie und auch an der Leitung beteiligten, hieß es ganz im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils. Für Birkenhard, heute eine Filiale der Kirchengemeinde Warthausen, galt dieser Grundsatz schon im 17. Jahrhundert. Hubert Schrack wohnt dort und vertrat das Dekanat Biberach von 1997 bis 2015 im Diözesanrat. Er erforschte nun die örtliche Geschichte.
Die Birkenharder - damals alle katholisch - hatten sich „mit festem Willen“ und „hartnäckig“ ins Zeug gelegt. „Ohne diesen Einsatz der Einwohner und der Gemeinde hätten wir heute keine Josefskirche“, ist Schrack überzeugt. Das Problem: Birkenhard war nie eine selbstständige Pfarrei und hatte somit keinen eigenen Pfarrer. Eine Kapelle ist in der mittelalterlichen Siedlung jedoch bereits im 11. Jahrhundert nachgewiesen. Die Familie Schad, die das Schloss Warthausen 1529 von den Habsburgern erhalten hatte, erweiterte die Birkenharder Kapelle von 1620 bis 1624 auf die heutige Größe. Zwei Jahrzehnte später brannte sie im 30jährigen Krieg nieder.






