Der ökumenische „Kreuzweg unseres Lebens“ in Heilbronn hat in diesem Jahr das anhaltende Kriegsleid der Menschen in der Ukraine in den Mittelpunkt gestellt. An symbolischen Orten ließen Texte und Lieder die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Anteil an den schmerzlichen Erlebnissen und dem Hoffen von geflüchteten ukrainischen Frauen nehmen.
Der Kreuzweg der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, der katholischen Betriebsseelsorge, der Mitternachtsmission der Diakonie und der Kirche am Campus begann in der Ehrenhalle im Innenhof des Heilbronner Rathauses. Dort erinnern Fotos und Modelle an die Zerstörung der Stadt während des Luftangriffs der Royal Air Force am 4. Dezember 1944. In diesem stadtgeschichtlichen Gedenkort lenkte Vira Marushchak den Blick auf die Kriegsrealität in der Ukraine. Sie beschrieb den russischen Angriff als „Griff nach den Menschen in der Ukraine, nach ihrer Würde, nach ihrer Seele“.
Erzählung in Originalsprache
Marushchak ist Schriftstellerin. Aufgrund des Kriegs floh sie nach Deutschland und lebt in der Nähe von Heilbronn. In der Kilianskirche, der zweiten Station, stellte sie das Buch „Sehen die Himmel Katzen“ vor. Darin erzählen 36 Autorinnen und Autoren von einem Hochhaus mit 36 Wohnungen, das durch eine russische Rakete zerstört wird. Marushchak las aus dem Band in Originalsprache ihre Erzählung über ein Paar, das durch den Angriff auseinandergerissen wird und im Krankenhaus wieder zusammenfindet. Darina Hagen übersetzte den Vortrag.
Die Mitternachtsmission lieferte an reale Fälle angelehnte Geschichten über geflüchtete ukrainische Frauen: wie diese zum Beispiel in die Prostitution geraten oder als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden. Anastasiia Kolomiiets griff mit ihren ukrainischen Liedern die Emotionen und die Sehnsucht nach Frieden auf.
Der ökumenisch gestaltete „Kreuzweg unseres Lebens“ widmet sich jedes Jahr auf dem Weg auf Ostern hin einem gesellschaftlichen Thema, um im realen Stadtleben im Miteinander die Hoffnung zu stärken. Daher endete die Veranstaltung in der Kilianskirche, wo ein Nagelkreuz von Coventry als Zeichen der Versöhnung und des Friedens zu finden ist, mit einem gemeinsamen Friedensgebet und einem mehrsprachigen Friedenswunsch. Im katholischen Gemeindehaus St. Peter und Paul gab es im Anschluss bei einem kleinen Imbiss Gelegenheit zum Austausch.





