Ein „zweischneidiges Fest" sei das Zehn-Jahr-Jubiläum des Bereichs „Traumatherapie für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung" (kurz: „TF"), sagte Christine Krug, stellvertretende Leiterin der Psychologischen Familien- und Lebensberatung der Caritas Ulm-Alb-Donau, gleich zu Beginn der kleinen Feierstunde im Ulmer Weststadthaus. „Wir feiern die, denen wir helfen konnten, ohne die zu vergessen, die es nicht geschafft haben. Wir feiern die Erfahrung der gegenseitigen Hilfe, die stärker ist als die Grausamkeiten in der Welt." Das Beispiel von Mohammad aus Afghanistan, das Christine Krug schilderte, und die Erfahrungen von Misshandlung und Missbrauch, die er auf dem Fluchtweg gemacht habe, stünden für die vielen Lebensgeschichten von Kindern und Jugendlichen, die sich auf den Weg gemacht haben, geben aber auch einen Eindruck davon, was Traumatherapie leisten könne.
Mehr als 1000 Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung konnten die Fachkräfte der Psychologischen Familien- und Lebensberatung der Caritas Ulm-Alb-Donau in den vergangenen zehn Jahren erreichen: etwa 776 von ihnen erhielten Einzelfallbetreuung, geschätzte 250 Kinder und Jugendliche besuchten das offene Atelier der Kunsttherapie in der Gemeinschaftsunterkunft oder im Rahmen von Gruppenangeboten, zum Beispiel an Schulen.
Das therapeutische Unterstützungsangebot der Caritas für traumatisierte, geflüchtete Kinder und Jugendliche wurde 2015 in Kooperation mit dem Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm ins Leben gerufen. Dieses überregionale Kooperationsprojekt – weiterer Partner ist Refugio Villingen-Schwenningen – wird vom katholischen Dekanat Ehingen-Ulm koordiniert und gilt als bundesweit einzigartig.




