Umwelt

Im Kloster Reute startet die Wärmewende

Das Kloster Reute befindet sich im Umbau.

Der Tiefbau schafft die Voraussetzungen für die geplanten Maßnahmen. Bild: Kloster Reute/Claus Mellinger

Franziskanerinnen investieren wie Kirchengemeinden und andere Einrichtungen diözesanweit in die nachhaltige Ausstattung der Gebäude.

Das gerade im Umbau befindliche Kloster Reute sowie weitere Gebäude auf dem dortigen Klosterberg werden künftig mit nachhaltig erzeugter Wärme versorgt. Dafür sollen vier leistungsfähige Wärmepumpen auf dem Klosterareal zum Einsatz kommen. Anfang August starteten die Arbeiten für diesen weiteren Baustein des Klimaschutzprogramms der Franziskanerinnen, das über verschiedene Bundesprogramme zur energetischen Sanierung und Wärmenetzentwicklung gefördert wird. Ziel ist es, den CO₂-Ausstoß nennenswert zu reduzieren. Bisher erzeugen zwei Blockheizkraftwerke die Wärme für Heizung und Warmwasserbereitung. Sie verbrennen fossiles Gas.

Rund 108 Tonnen Kohlendioxid vermeiden

In den Sommermonaten können zukünftig die neuen hocheffizienten Wärmepumpenaggregate die benötigte Wärme nahezu alleine bereitstellen. In der kalten Jahreszeit helfen sie, die Laufzeiten der Blockheizkraftwerke und somit die Verbrennung von Gas zu senken. Dies könnte den Ausstoß von rund 108 Tonnen des schädlichen Kohlendioxids vermeiden, heißt es in einer Mitteilung des Klosters. Nach zwei Jahren Vorarbeit im Projektteam begann der Aushub zuerst in der Klostergasse, um das Mutterhaus der Franziskanerinnen an das Wärmenetz anzubinden.

 

Mehrere tausend Liter Dieselkraftstoff eingespart

Ab Ende August folgen dann die Umbauarbeiten in den Technikzentralen des Klosters und zum Herbst sollen die Wärmepumpen einsatzbereit sein. Während das Kloster im vergangenen Winter ihre Baustelle bereits mit angemieteten Wärmepumpen beheizt und so mehrere tausend Liter Dieselkraftstoff eingespart hatte, sind dieses Jahr die eigenen Pumpen am Start. “Der Baustein Wärmenetz schließt nun nahtlos an die Klimaschutzmaßnahmen an, die wir bei der Sanierung des Mutterhauses umsetzen”, erklärt Claus Mellinger, der Projektkoordinator für das Klosterbergprojekt.

Optimal in das neue Wärmenetz eingebunden

Und er nennt Beispiele wie die Wärmedämmung bei den Außenwänden und den neuen Holzfenstern, die effiziente LED-Beleuchtung und ein Grauwassernetz für Toilettenspülung und Gartenbewässerung. Sie sollen zusammen weitere rund 150 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen Um noch mehr Regenwasser nutzen zu können, soll eine zusätzliche 100.000 Liter fassende Zisterne gebaut werden. Im denkmalgeschützten Bestandsbau des Mutterhauses kommt ein dämmender Verputz zum Einsatz, der auf die Innenseiten der Außenmauern aufgebracht wird. Mit diesen Maßnahmen können auch die neuen Wärmepumpen optimal in das neue Wärmenetz eingebunden werden.

Das Heizungsoptimierungsprogramm der Diözese

Viele Kirchengemeinden der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit bereits aktiv engagiert. Ein wichtiger Baustein bei deren Bestrebungen, ihre Energieverbräuche deutlich zu senken, die Umwelt damit zu entlasten und einen Beitrag zur Erreichung der Klimaneutralität 2040 zu leisten, ist das Heizungsoptimierungsprogramm der Diözese, kurz “HOPP” genannt. 

Zum Teil könnten dabei bereits nach der ersten Begehung durch die externen Energieberater:innen bis zu acht Prozent der Energiekosten durch die richtige Einstellung der Heizung gespart werden, sagt Cäcilia Riedißer, stellvertretende Leiterin des diözesanen Gebäudereduzierungsprojekts “Räume für eine Kirche der Zukunft”, bei dem die beheizten Flächen der nichtsakralen kirchlichen Gebäude um 30 Prozent reduziert und der Gebäudebestand der katholischen Kirche in Württemberg bis zum Jahr 2040 klimaneutral saniert und konsolidiert werden soll. Riedißer verweist auch darauf, dass es bei den anstehenden Entscheidungen in dem diözesanen Gebäudereduzierungsprozess ein großer Pluspunkt sei, wenn viele Gebäude bereits mit HOPP geprüft wurden. “Das gibt den Kirchengemeinden eine wertvolle Entscheidungsgrundlage an die Hand”, stellt sie fest. Bei HOPP gehe es auch darum, die Kirchengemeinden zu beraten, wie die Gebäude in Richtung Energieeffizienz weiterentwickelt werden können. Die damit verbundenen Erstbegehungen durch externe Energieberater:innen würden durch die Diözese finanziert, sodass die Kirchengemeinden dafür keine Mittel aus ihren eigenen Etats verwenden müssen. 

Wie die Umsetzung von HOPP konkret abläuft beschreibt Daniela Kübler, die im Bischöflichen Ordinariat der Diözese für das Klimaschutzmanagement zuständig ist. Auch sie betont: “Bei HOPP handelt es sich um ein eigens aufgesetztes Fördervorhaben mit einer Förderquote von 100 Prozent für ausgewählte geringinvestive Maßnahmen.” Die Kirchenverantwortlichen müssten ihre Gebäude dabei zu einer Begehung, durch die vom Bischöflichen Bauamt beauftragten Betriebsoptimierer anmelden. Ein Anruf oder eine E-Mail an das Team des Klimaschutzes sei hier ausreichend. Insgesamt seien pro Jahr fünf feste Begehungswochen eingeplant und jährlich könnten so 350 Gebäude aus dem eigenen Gebäudebestand optimiert werden. In diesem Jahr ist für die 39. Kalenderwoche die nächste Begehungswoche vorgesehen und für 2026 sind bereits Begehungen in den Kalenderwochen sechs, 16, 27 sowie 40 geplant. Interessierte werden gebeten, sich per E-Mail an Bauamt-Klimaschutz(at)bo.drs.de zu melden. 

Nach erfolgreicher Anmeldung zu einer Begehungswoche, findet der Besuch durch einen Energieberater statt, erläutert Kübler. “Der kann bei seiner Begehung schon erste Betriebsoptimierungen wie zum Beispiel die Anpassung der Heizkurve oder die Nachtabsenkung vorschlagen, sofern technisch möglich." Im ersten Schritt wird dann zudem geprüft, ob eine Wärmepumpe in dem Gebäude wirtschaftlich betrieben werden kann. Weitere Maßnahmen würden geprüft und gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt. Dazu gehörten beispielsweise der hydraulische Abgleich, ein Pumpentausch, eine Rohrdämmung und anderes mehr. In einer gemeinsamen Nachbesprechung würden Maßnahmen und Mängel besprochen und die Energieberater begleiteten die Kirchengemeinden bei allen sich anschließenden Maßnahmen. 

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