Corona

Impfaktion für Jugendliche

Frau steht neben Impfaktion-Schild.

Carolin Christmann, Jugendreferentin des katholischen Dekanats Heidenheim, hat die Impfaktion mitorganisiert. Foto: DRS/Werner.

Auf hohe Resonanz stieß die Impfaktion des BDKJ und anderen Jugendverbänden am vergangenen Freitag in Schnaitheim.

Ann-Kathrin Kraft ist sechzehn und sitzt mit ihrer Mutter in einem Raum des Evangelischen Gemeindezentrums in Schnaitheim. Am Freitag, 17.12., dient der als Wartebereich für frisch Geimpfte: Von 14 bis 19 Uhr können sich Jugendliche ab 12 Jahren – mit Einverständnis der Eltern – und Erwachsene impfen lassen. Gerade hat auch Ann-Kathrin ihre erste Impfung bekommen. „In meinem Freundeskreis sind schon viele geimpft“, erzählt sie. Und, dass sie sich wegen der Einschränkungen hat impfen lassen: „Ich spiele Handball und zum Spielen müssen wir uns immer testen, das ist richtig nervig geworden.“ Außerdem müsse sie mit ihren Freundinnen immer überlegen, wo sie zusammen hingehen können: „Wir wissen nie so genau, ob der Schülerausweis noch als 3G-Nachweis zählt.“

Impfen schafft Freiräume für Jugendliche

Das war einer der Hauptgründe für Carolin Christmann, Jugendreferentin des katholischen Dekanats Heidenheim, die Aktion zu starten. Gemeinsam mit dem Landkreis, dem BDKJ, dem Kreisjugendring und dem Evangelischen Jugendwerk Heidenheim hat sie insgesamt drei Termine zum Impfen organisiert: „Wir wollen Freiräume für die Jugendlichen schaffen. Einerseits in der Schule, denn hier fallen wegen Covid-Erkrankungen reihenweise Klassen aus. Aber auch in der Freizeit, damit sie wieder was unternehmen können.“

In der Jugendarbeit der Kirchengemeinden zum Beispiel müssen viele Abstriche gemacht werden. Der 25-Jährige Pascal Kattrin engagiert sich dort und hat sich auch gleich impfen lassen.  Er findet es super, dass die Aktion für unter 18-Jährige ausgelegt ist: „Der Weg aus der Pandemie ist, dass man sich impfen lässt. Und ich will, dass die Jugendarbeit weiter gehen kann – die Kinder sind jetzt zum Beispiel sehr traurig, dass in den Weihnachtsferien nicht viel geht.“ Am Anfang sei er nicht überzeugt gewesen, dass sich Jugendliche impfen lassen sollen – inzwischen sieht er das anders: „Es ist notwendig, vor allem, weil viele ältere Leute nicht mitziehen.“

Und, weil Corona auch für Kinder und Jugendliche gefährlich sein kann. Mitorganisator Michael Lengler vom Kreisjugendring sieht dabei ein gemischtes Bild: „Manche haben bissle Schnupfen, andere liegen 14 Tage im Krankenhaus. Wenn die dann auf dem Pausenhof Fangen spielen, sich abklatschen und es heißt „Du bist’s“, keuchen sie schnell beim Rennen und es funktioniert nicht mehr.“

Aktion praktisch für Menschen jeden Alters

Allerdings sind nicht nur junge Leute da – Menschen jeden Alters sitzen im Wartebereich. Inge Wiedenmann ist 73 Jahre alt und mit ihrem Mann gekommen.„Es ist halt in Schnaitheim, meine Tochter hat den Termin im Internet gesehen und uns gleich angemeldet. Unser Hausarzt hat so viele Patienten, hier geht es schneller – auch ohne Wartezeit, besser hätte es nicht gehen können.“

Dass die Aktion praktisch ist, habe viele Ortsansässige in Schnaitheim angesprochen, meint auch der 31-jährige Thilo Riehl, der gerade seine Booster-Impfung bekommen hat: „Ich kenne einige aus meinem Bekanntenkreis, die sich hier angemeldet haben.“

Die 18-Jährige Emily Hochdorfer erfuhr auf Instagram davon: „Heidenheim.de hat das in der Story geteilt. Ich musste nur hochswipen und konnte mich schon anmelden“, erzählt sie. „Auf meinen anderen Impftermin hätte ich noch länger warten müssen, also bin ich hierhergekommen.“

Dank der Einfachheit und guter Verbreitung gibt es auf die Aktionen es einen regelrechten Ansturm, freut sich Christmann: „Es läuft ziemlich krass. Bei der ersten Aktion Anfang Dezember hatten wir 36 Termine angedacht – letztendlich haben wir 180 vergeben.“ Auch heute gäbe es so viele Termine. „Diesmal sind auch mehr Erstgeimpfte dabei. Und etwa ein Drittel der Anmeldungen waren Jugendliche bis 18 Jahre.“

Viele dieser Jugendlichen kommen mit ihren Eltern, wie Ann-Kathrin Kraft. Ihre Mutter Gabriele Kraft hat aber lange darüber nachgedacht: „Wir hatten lange Bedenken, auch jetzt bin ich nicht vollkommen überzeugt, dass das Impfen von Jugendlichen eine gute Idee ist. Aber es bleibt einem fast nichts anderes übrig, wenn man keine Einschränkungen haben will.“ Die Aktion findet sie aber sehr gut organisiert: „Das ging alles ruckzuck. Und es ist super, dass man gleich den nächsten Termin ausmachen kann – in fünf Wochen in Steinheim.“

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