Die erste gemeinsame Tagung des evangelischen Konvents und der katholischen Arbeitsgemeinschaft der Seelsorgenden im Krankenhaus und Gesundheitswesen tagt vom 16. bis 18. März mit 130 Teilnehmenden in der Evangelischen Akademie Bad Boll. Die ökumenische Konferenz hat die Qualitätsentwicklung, Professionalisierung und der Heilungsauftrag in der Krankenhausseelsorge zum Thema gemacht. „Ökumenische Tagungen sind nicht so oft, aber vor Ort arbeitet man im ökumenischen Setting sehr eng zusammen“, formuliert Edmund Zwaygardt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Seelsorgenden im Gesundheitswesen und Geschäftsführer der Steuerungsgruppe, in seiner Begrüßung die gelebte Realität in der Klinikseelsorge. Sein evangelischer Kollege Thomas Thiel beschreibt die Qualitätsentwicklung in der konfessionellen Klinikseelsorge als einen wichtigen Qualitätsbaustein, neben der Fort- und Weiterbildung: „Die Qualitätsentwicklung dient der Zukunftssicherung!“
Seelsorge ist kirchliche Dienstleistung
Kaum an einem anderen Ort arbeitet die Seelsorge so vernetzt in multidisziplinären Teams zusammen – mit Medizin, Pflege und anderen Diensten für Patient:innen, die nicht mehr mit kirchlichen und seelsorgerischen Angeboten vertraut sind. Die Klinikseelsorge als kirchliche Dienstleistung wird zunehmend an ihrer Qualität gemessen.
Seelsorge schafft Nähe zu den Menschen
Weihbischof Karrer von der Diözese Rottenburg-Stuttgart wollte eigentlich bei der ersten ökumenischen Tagung der Klinikseelsorgenden persönlich das Grußwort sprechen. Eigentlich. Denn nach einem Unfall lag der katholische Weihbischof bis vor wenigen Tagen selbst im Krankenhaus. Diözesanreferentin Sabine Mader liest deshalb sein Grußwort an die teilnehmenden Seelsorger:innen: „Für Sie ist das ja eine vertraute Situation, dass Menschen aus ihrem Alltag gerissen werden und sich im Krankenhaus wiederfinden, behandelt werden müssen und damit Alltag, Gewohntes und Geplantes auf den Kopf gestellt wird. Damit ist man zunächst allein beschäftigt, aber dann tritt jemand von Ihnen hinzu, geht mit hinein in die Situation, ist da und nimmt wahr.“ Aus seinem Krankenbett zitiert Karrer die Deutschen Bischöfe: „In der Seelsorge schlägt das Herz der Kirche. Durch die Seelsorge möchte die Kirche Menschen in unterschiedlichen Situationen nahe sein; sie steht solidarisch an ihrer Seite.“ Ein gutes Beispiel dafür sei die Klinikseelsorge.
„Die Klinikseelsorge macht das, was Kirche machen sollte: Wir nehmen Teil an der Mission Jesu Christi zum Heil der Menschen.“
Thomas Thiel









