„Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land“, sangen die Gläubigen beim Pontifikalgottesdienst zur Priesterweihe am Samstag voll Inbrunst. Das Ambiente der barock ausgestatteten und an diesem Tag übervollen Magnuskirche im oberschwäbischen Bad Schussenried, die Sonnenstrahlen und die üppigen Weihrauchschwaden passten perfekt dazu. Aber ist das die Situation der Kirche in der heutigen Zeit, in der Tim Miller aus Waldburg und Patrick Kurfess aus Tomerdingen nun ihren Dienst als Priester der Diözese Rottenburg-Stuttgart antreten? Ortspfarrer Nicki Schaepen betonte in seiner Begrüßung, dass gerade der Glaube helfe, nicht den um sich greifenden Pessimismen in Kirche und Welt zu verfallen.
„Fürchtet euch nicht“ sagte Jesus zu den Jüngern im Tagesevangelium. „Mit Ihrer Priesterweihe treten auch Sie ein in diese besondere Schicksalsgemeinschaft, die Jesus und seine Jünger miteinander verbindet“ wandte sich Bischof Dr. Klaus Krämer in seiner Predigt an die Weihekandidaten. Priesterliche Existenz bedeute, Christus für die Menschen und zu ihrem Heil transparent zu machen. Dabei gelte es authentisch zu sein. „Wir brauchen uns nicht als die perfekten Alleskönner und Überflieger zu präsentieren.“ Wer zu dieser Schicksalsgemeinschaft mit Jesus Christus von ganzem Herzen ja sage, dürfe darauf vertrauen, dass er in Zeiten der Bedrängnis nicht untergehen wird, ermutigte Krämer die beiden Diakone.
Die Zeichen der Zeit deuten
Wie der alttestamentliche Josef, von dem in der Ersten Lesung die Rede war, Träume verstehen konnte und so in Ägypten eine Hungerkatastrophe verhinderte, stehe die Kirche auch heute vor der Herausforderung, die Zeichen der Zeit zu deuten, fuhr der Bischof fort. Im Blick auf die Botschaft Jesu und im Vertrauen auf den Geist Gottes „haben wir keinen Grund uns zu fürchten“, ist Krämer überzeugt. Patrick Kurfess und Tim Miller versprachen dem Bischof daraufhin in die Hand, sich auf dieses Wagnis einzulassen. Während sie sich auf dem Boden ausstreckten, riefen die St. Michael Chorknaben aus Schwäbisch Gmünd und die mitfeiernde Gemeinde sämtliche Heiligen um Beistand an, besonders die Namenspatrone und diejenigen aus der Region.







