Ein Ferientag um die Mittagszeit: Pkw und Lkw rauschen über die Autobahn 6 von West nach Ost und von Ost nach West. Auf dem Rastplatz Kochertalbrücke Süd aber stehen einige Autos, die Kennzeichen verschiedener Regionen tragen. Die Insassen steuern die Toilettenanlage an oder zielen für eine Brotzeit die Bänke im Schatten der Bäume an. Einige suchen noch einen ganz besonderen Ort auf dem Parkplatz auf: die Autobahnkapelle Christophorus.
„Immer, wenn ich auf der A 6 fahre, mache ich hier Rast“, sagt der Inhaber eines Küchenbaubetriebs. Er war auf Montage in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und ist jetzt unterwegs ins Allgäu, zurück an den Firmensitz, wie er erklärt. Seit mehreren Jahren kenne er schon die Kapelle auf dem Parkplatz. Durch die Beschilderung sei er auf sie aufmerksam geworden. Die Kapelle sei ein schöner Ort, um etwas Ruhe zu finden.
Buntes Fensterband als Schmuckelement
Während er das erzählt, kommt ein Mann mit seinem dreijährigen Neffen herein. Das Fensterband aus Buntglas, das die ansonsten zurückhaltend geschmückte Kapelle ziert, zieht die ganze Aufmerksamkeit des Kindes auf sich. Der Junge zeigt sich erstaunt.
Er ist zusammen mit seinem Onkel, seiner Mutter und seinem Großvater auf der Reise. Ein Familienurlaub in Dinkelsbühl ist das Ziel. „Wenn wir Pause machen, dann machen wir sie an der Kapelle, haben wir unterwegs beschlossen“, sagt der Onkel.
Die Autobahnkapelle auf dem Parkplatz Kochertalbrücke Süd gehört zu den jüngeren Kirchen dieser Art. Sie wurde im Jahr 2014 eingeweiht. Als Bauträgerin fungierte die Christusträger-Schwesternschaft in Hergershof. Die „evangelische Kommunität in ökumenischer Offenheit“ kümmert sich auch um die Kapelle, die den Reisenden unabhängig von ihrer Konfession offensteht.






