Auszeichnungen

Innovationspreis für Franziskanerinnen von Reute

Lufbild vom Mutterhaus in Reute mit Gerüst oberhalb des neu angelegten Friedhofs.

Im Kloster Reute entstehen derzeit zwölf Appartements für klosternahes Wohnen - Foto: Kloster Reute/Felix Kästle

Das Konzept des klosternahen Wohnens in Reute ist unter den zehn erstmals vom Land Baden-Württemberg prämierten kirchlichen Wohnprojekten.

Mit dem neuen Innovationspreis „Kirche und bezahlbares Wohnen“ zeichnet das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen erstmals herausragende kirchliche Projekte, Konzepte und Initiativen aus Baden-Württemberg aus, die sich auf innovative Weise mit bezahlbarem Wohnraum auseinandersetzen. Die Franziskanerinnen von Reute sind mit ihrem Projekt „klosternahes Wohnen“ unter den zehn Preisträgern, wie das Ministerium am 12. Februar bekanntgab. Eine Fachjury hatte aus zahlreichen Einsendungen 10 besonders innovative Projekte ausgewählt. Das klosternahe Wohnen in Reute stehe „stellvertretend für das große Potenzial kirchlicher Akteure, Verantwortung für die Wohnraumversorgung zu übernehmen“, heißt es in der Begründung der Preisverleihung.

Die Freude über die Preisverleihung ist im Kloster groß. Das Projekt, das Teil des großen Klosterbergprojekts in Reute ist, ist ein Herzensvorhaben der Schwestern. In einem Teil des Mutterhauses werden nicht mehr benötigte Räume zu Wohnungen umgebaut. Jeweils zwei beziehungsweise drei frühere Schwesternzimmer ergeben dann eine kompakte Wohneinheit mit kleiner Küche und Nasszelle. Für jeweils vier Bewohner steht ein großer Gemeinschaftraum mit eigener Küche zur Verfügung. „Das ist Teil des Konzeptes“, erklärt Generaloberin Schwester Maria Hanna Löhlein. „Wir laden für das klosternahe Wohnen Menschen ein, gemeinschaftlich zu wohnen und zu leben, ihren Alltag zu teilen und Anteil aneinander zu nehmen.“ 

Verzicht und Gewinn gehören zum Konzept

Für das klosternahe Wohnen verzichten die Bewohner auf eine große Wohnung und teilen sich stattdessen Gemeinschaftsflächen. Doch nicht nur die eigenen vier Wände stehen ihnen zur Verfügung, auch Garten oder Kapelle im Kloster können sie mitnutzen. „Unsere Idee ist, dass die Bewohner an anderer Stelle eine große Wohnung oder ein Haus frei machen, in dem sie alleine leben“, sagt Projektkoordinator Claus Mellinger. So könne ein doppelter Nutzen entstehen, wenn Familien, die es immer schwerer auf dem Wohnungsmarkt hätten, den freiwerdenden Wohnraum übernehmen könnten. Darüber hinaus können sich die Bewohner am Klosterleben beteiligen, kleine Aufgaben übernehmen und dafür die Nähe zur Schwesterngemeinschaft genießen. Die Bauarbeiten kommen laut Mellinger gut voran.

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