Kirche der Zukunft

„Intensive Beteiligung der Gemeinden ist mir besonders wichtig“

Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Tobias Döpker

Bei der Frühjahrskonferenz der Dekane standen die Raumschaften, Beteiligung der Gemeinden und die nächsten Schritte im Entwicklungsprozess im Fokus.

Die Frühjahrskonferenz der Dekane und ihrer Stellvertreter mit der Diözesanleitung hat sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit dem diözesanen Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“ beschäftigt.

„Heute steigen wir auch in diesem Gremium in die Phase der Umschreibung der Raumschaften ein“, sagte Weihbischof Matthäus Karrer, Leiter der Hauptabteilung „Pastorale Konzeption“ im Bischöflichen Ordinariat, zu Beginn der Tagung mit rund 50 Teilnehmenden im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart.

In den Dekanaten werden nach den grundlegenden Voten des Diözesanrats vom November bis zum 7. Mai dieses Jahres erste Vorschläge für die neuen Raumschaften erarbeitet. Diese sollen dann in einem gemeinsamen Studientag der Dekane, Dekanatsreferent:innen und Leitungen der Verwaltungszentren beraten werden.

Barbara Strifler, Mitglied der Prozess-Projektleitung (PPL) betonte, dass bei dem Studientag am 7. Mai keine fertigen Konzepte von den Dekanaten erwartet werden, sondern erste Vorschläge. Ziel sei es, dass der Diözesanrat in seiner Novembersitzung ein Votum zu den neuumschriebenen Raumschaften abgeben könne. „Wenn der Bischof diese Voten annimmt, treten wir ab 2027 in die Phase der Bildung der neuen Raumschaften ein“, so Barbara Strifler weiter. Für die Bildung der neuen Raumschaften sei ein Zeitraum von zwei bis drei Jahren vorgesehen.

Gelingende Motivation von Ehrenamtlichen im Entwicklungsprozess

In der folgenden Aussprache berichteten die Dekane in einem Stimmungsbild aus den Gemeinden von Verunsicherung, Unsicherheit und Angst vor der Veränderung, aber auch von Aufbruchstimmung, Zuversicht und Freude an der Veränderung. Ein Punkt war auch die Frage, wie im laufenden Entwicklungsprozess die Motivation von Ehrenamtlichen gelingen könne. „Wir müssen jetzt schon das Engagement für den künftigen Kirchort stark machen. An diesen Orten wird weiterhin das Gemeindeleben so wie wir es kennen, stattfinden“, sagte Weihbischof Matthäus Karrer. Die neu entstehende Kirchengemeinde als rechtliches Konstrukt sei dagegen eher vergleichbar mit kommunalen Strukturen.  

Erfolg des Prozesses hängt von Beteiligung der Gemeinden ab

Bischof Dr. Klaus Krämer betonte in seinem Abschluss-Statement zum Vormittag, dass ihm die intensive Beteiligung der Gemeinden in der aktuellen Phase des Entwicklungsprozesses besonders wichtig sei. „Der Erfolg und die Akzeptanz des gesamten Prozesses in der Fläche hängt davon ab“, sagte der Bischof. Nicht zuletzt, deswegen wird Bischof Dr. Klaus Krämer von März bis Juli 2026 auf sieben Regionalkonferenzen in den verschiedenen Teilen der Diözese vor Ort sein, um über den aktuellen Stand des Prozesses zu berichten, aber auch um zuzuhören.

Beteiligung und Zusammenarbeit gelebte Tradition in der Diözese

Nach der Mittagspause befasste sich die mittlere Leitungsebene der Diözese mit der „Seelsorge in neuen Räumen“. Dabei diskutierten die Dekane und ihre Stellvertreter in Kleingruppen Fragen zu Pastoralteams, zur Territorialseelsorge, zur Kategorialseelsorge und darüber, wie die Verantwortung und Vernetzung in den neuen Kirchengemeinden aussehen könnten.

„Die Themen, die wir gerade diskutiert haben, müssen wir jetzt angehen. Wir haben hier keine fertigen Konzepte in der Tasche, sondern müssen diese in den nächsten Monaten zusammen entwickeln“, sagte Bischof Dr. Krämer. 

Zum Abschluss der Dekanekonferenz bedankte sich der Bischof bei allen Teilnehmern für den guten und konstruktiven Austausch.  „Ich habe das im vergangenen Jahr schon so erlebt und bin sehr froh, dass wir diesen Weg weitergehen“, sagte der Bischof. Schließlich habe Beteiligung und das Zusammenangehen von Themen eine gute und gelebte Tradition in unserer Diözese, sagte Bischof Krämer mit einem Verweis auf das Rottenburger Modell.