Im Rahmen der bundesweiten "Woche zur katholischen Flüchtlingshilfe" machte sich Dr. Klaus Krämer, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, ein Bild vom breiten Engagement der Caritas und ihrer Arbeit mit Geflüchteten. In Besigheim besuchte er er die Unterkunft für Geflüchtete, in der aktuell 250 Geflüchtete untergebracht sind. Junge Männer und Frauen aus der Türkei, dem Irak oder der Ukraine erzählten über ihre Lebensgeschichten und ihren Wunsch, etwa in der Pflege eine Ausbildung zu machen. „Wir brauchen in Deutschland solche Menschen, die sich einbringen. Es gibt viele Bereiche, in denen Arbeitskräfte fehlen und wir sind froh, wenn sie einspringen“, sagte Bischof Dr. Krämer im Austausch mit den jungen Menschen.
Zweckerfüllungsfonds schafft Grundlage
Mit dem „Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfe“ hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart die Grundlage geschaffen, dass Geflüchtete gezielt unterstützt werden, um in Deutschland Fuß zu fassen. Es geht darum, dass sie die Sprache lernen, Arbeit finden und Teilhabe erfahren können. Über 36 Millionen Euro hat die Diözese seit 2014 hierfür bereitgestellt. Auch das Caritas-Projekt Caritasdienste in der Flüchtlingsarbeit (CaDiFa) wird durch Mittel aus diesem Fonds möglich. Jährlich unterstützen 4.000 Ehrenamtliche Geflüchtete im Alltag bei sämtlichen Fragen und schaffen Möglichkeiten der Begegnung – beispielsweise bei dem Kochprojekt „Schmeck nei“. Menschen mit und ohne Fluchterfahrung kochen hier regelmäßig zusammen. Auch das Caritas-Projekt EMANA – was auf Arabisch so viel heißt wie „Hoffnung schenken“ – wird durch Mittel der Diözese möglich: Hier beraten Caritas-Mitarbeitende Geflüchtete mit psychischen Belastungen. Viele sind traumatisiert, Vertrauen muss aufgebaut werden, Schmerzliches und Schreckliches muss verarbeitet werden – ein langer Weg.
Erschwerte Rahmenbedingungen
Gelingende Integration sei eine Investition in den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, betonte der Bischof. Angesichts der Kirchenaustritte werde es aber schwieriger, Gelder für Projekte wie diese bereit zu stellen. Doch nicht nur das führt zu erschwerten Rahmenbedingungen: Ehrenamtliche erfahren Anfeindungen und stehen unter Druck. Für Bischof Krämer aber ist es wichtig, dass die Arbeit weitergeht: „Die Flüchtlingsarbeit der Caritas darf auf keinen Fall weggespart werden.“





