Bischof

„Jesus verlässt uns nicht, sondern geht mit uns“

Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart

In seinem Fastenhirtenbrief zeigt sich Bischof Krämer dankbar für das Engagement vieler Menschen, das Zuversicht und Hoffnung für die Zukunft gibt.

Bischof Dr. Klaus Krämer macht in seinem diesjährigen Fastenhirtenbrief, der an diesem Wochenende in den Gottesdiensten verlesen wird, den Menschen mit Blick auf die Zukunft Mut. Er bestärkt die rund 1,6 Millionen Katholikinnen und Katholiken in der Diözese Rottenburg-Stuttgart darin, weiter fest auf Gott zu vertrauen, der die Kirche auch in Zeiten des Wandels und der Veränderung auf einen guten Weg führen werde.  
 

Wenn wir das, was wir haben, im Geiste Jesu miteinander teilen, wird es für alle zum Segen.
Bischof Dr. Klaus Krämer


Dabei wolle man sich auf dem gemeinsamen Weg in die Zukunft am Vorbild des Diözesanpatrons orientieren, schreibt der Bischof weiter. Martin habe erfahren, dass Teilen nicht ärmer mache, sondern dass derjenige der teile, am Ende selbst reich beschenkt werde. „Wenn wir das, was wir haben, im Geiste Jesu miteinander teilen, wird es für alle zum Segen. Dann wächst ein Raum der Liebe und der Solidarität, in dem wir etwas von der Fülle des Lebens erfahren können, die uns allen verheißen ist“, schreibt Bischof Dr. Klaus Krämer bezugnehmend auf eine Stelle im Markus Evangelium, in der die Jünger eine müde, erschöpfte und hungrige Menschenmenge auf Weisung Jesu nicht weggeschickt, sondern ihre fünf Brote und zwei Fische mit den erschöpften Menschen geteilt haben.

„Wenn wir auf die gegenwärtige Situation in unserem Land und in der Welt schauen, wirken auch heute viele Menschen müde und erschöpft. Sie hungern nach Gerechtigkeit und sehnen sich nach Ruhe und Frieden“, schreibt der Bischof. Und dieser Hunger zeige sich laut Bischof Dr. Krämer auch in unseren Sorgen und Fragen. „Was bringt die Zukunft, wohin gehen wir als Gesellschaft, aber auch als Kirche? Ich weiß, gerade jetzt stellen sich auch in unserer Diözese viele diese Frage. Sie sind verunsichert, weil wir vor großen Herausforderungen und Veränderungen stehen“, schreibt der Bischof mit Blick auf den im Frühjahr 2025 gestarteten diözesanen Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“.

Sorgen um die Zukunft, Ängste vor Verlusten sind groß

Die Mittel und Möglichkeiten, die der Diözese zur Verfügung stünden, seien in den vergangenen Jahren geringer geworden und würden sich in der Zukunft wohl noch weiter verringern, so Bischof Dr. Krämer weiter. Nicht nur die zurückgehenden Zahlen der Kirchenmitglieder und der Menschen im pastoralen Dienst, sondern auch die geringer werdenden Finanzmittel machen den bis zum Jahr 2030 angesetzten Entwicklungsprozess nötig, um die Diözese Rottenburg-Stuttgart fit für die Zukunft zu machen.

„Dieser Prozess betrifft uns alle und mir ist bewusst, wie stark diese Unsicherheiten bei vielen von uns spürbar sind: Sorgen um die Zukunft, Ängste vor Verlusten, Fragen nach Orientierung und Heimat sind groß“, schreibt Bischof Dr. Krämer. Trotz der schwierigen Situation sieht der Bischof keinen Grund, mutlos zu werden. Denn auch wenn sich vieles verändert habe und sich auch noch manches ändern werde, dürften die Menschen weiter fest auf Gott vertrauen, macht der Bischof den Menschen in den Kirchengemeinden Mut und schreibt weiter: „Jesus verlässt uns nicht, sondern geht mit uns und stärkt uns auf unserem Weg. Er lädt uns ein, unseren Blick auf die Zukunft zu richten.“ Dabei gelte es ein Gespür zu entwickeln, wohin der Geist Gottes uns als Kirche führen möchte.

Engagement jedes Einzelnen bleibt wichtig

Bischof Dr. Krämer ist dabei besonders wichtig, gemeinsam und als synodale Kirche in die Zukunft zu gehen und das kirchliche Leben vor Ort zu erhalten und zu unterstützen. „Mir ist es wichtig, dass die Kirche vor Ort nah an den Menschen bleibt. Sie lebt von jedem Getauften – vom Engagement jedes Einzelnen. Viele Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche bringen sich in unserer Diözese an ganz unterschiedlichen Orten ein. Dafür bin ich als Bischof sehr dankbar und das gibt mir große Zuversicht für die Zukunft.“ 

Um dieses Netzwerk gelebten Glaubens auch in Zukunft gut unterstützen zu können, wolle man künftig größere Kirchengemeinden bilden, in denen die pastorale Leitung und die Verwaltung für den jeweiligen Raum wahrgenommen würden. „Ich lade Sie alle herzlich ein, in Ihren Gemeinden, Seelsorgeeinheiten und Dekanaten darüber zu diskutieren und zu beraten, wie Sie mit ihren Nachbargemeinden künftig noch enger zusammenwirken können, welche Schwerpunkte gesetzt werden sollen und unser Profil als Kirche Jesu Christi noch deutlicher erkennbar werden kann“, schreibt Bischof Dr. Klaus Krämer in seinem Fastenhirtenbrief an die Katholikinnen und Katholiken in Württemberg. 

Den Fastenhirtenbrief können Sie hier lesen. 

Auf der Website kirche-der-zukunft.drs.de ist ab sofort eine Arbeitshilfe mit Impulsen zum Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“ zu finden. Die Arbeitshilfe bietet eine theologische Standortbestimmung, die aktuelle Herausforderungen benennt und an den bisherigen Weg unserer Diözese anknüpft; sie formuliert Visionsbausteine für die verschiedenen Orte kirchlichen Lebens mit Blick auf die Zukunft und stellt ergänzend Texte, Impulse sowie konkrete Gestaltungsideen für die Praxis zur Verfügung.

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