Der Theologieprofessor Dr. Johannes Frühbauer (Göppingen) ist am Mittwochabend, 28. Januar, von Bischof Dr. Klaus Krämer in sein Amt als neuer Direktor der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart eingeführt worden. Zugleich verabschiedete der Bischof die Interims-Direktorin Barbara Janz-Spaeth.
Krämer würdigte die früheren Tätigkeiten Frühbauers „an den Verbindungsstellen zwischen kirchlicher Arbeit und Gegenwartsfragen, in unterschiedlichen kirchlichen Arbeits- und Beratungsprozessen“. So ist der neue Akademiedirektor berufenes Mitglied der Deutschen Kommission Justitia et Pax und moderiert dort bis 2029 den Arbeitsbereich Frieden. Vor seiner neuen Tätigkeit hatte Frühbauer die Professur für Theologie in der Sozialen Arbeit an der Katholischen Stiftungshochschule in München inne. Zuvor hatte er als katholischer Ethiker im Arbeitsbereich „Frieden und nachhaltige Entwicklung“ der evangelischen, interdisziplinären Forschungsstätte FEST in Heidelberg gearbeitet.
Fair und aufrichtig miteinander ringen
Für die Tätigkeit wünschte der Bischof „Mut zur Relevanz“, eine „Dialogfähigkeit ohne Naivität“, die „Verbindung von Spiritualität und Gesellschaft“ sowie ein tragfähiges Miteinander im Team. Zudem sei es erstrebenswert, dass die Akademie mit neuen Themen neue, insbesondere jüngere Milieus erreiche. Vor allem gehe es darum, „Räume zu schaffen, in denen wir fair und aufrichtig miteinander ringen – um das, was trägt, was verbindet und was der Würde des Menschen dient. Räume, in denen Differenzen nicht in Feindschaft kippen. Räume, in denen die Würde jedes Menschen nicht nur behauptet, sondern praktisch verteidigt wird.“ Die Akademie sei ein „Raum des herrschaftsfreien Diskurses in Kirche und Gesellschaft“, sagte Krämer – „ein Ort des Dialogs, der bewusst über den kirchlichen Raum hinausreicht.“
Gegen die Widrigkeiten der Zeit
Auch der neue Akademiedirektor betonte die Notwendigkeit, „einladende, inspirierende, integrierende und kommunikative Räume zu bieten und gegen die Widrigkeiten der Zeit zu erhalten“. Diese Räume könnten in unserer Zeit auch eine virtuelle Dimension haben. Frühbauer plädierte zugleich für eine große Offenheit und erklärte: „Weltoffenheit ist der Horizont, vor dem eine katholische Akademiearbeit stattzufinden hat – nicht zuletzt mit dem Ziel christliche Weltverantwortung zu reflektieren und zu motivieren.“
Verständigung ermöglichen
Angesichts gesellschaftlicher Polarisierungen, der Fragen von Demokratie und Zusammenhalt, den ethischen Herausforderungen neuer Technologien und einer Kirche im Wandel bedeute Akademieleitung „Diskursräume offen zu halten, Differenzen argumentativ auszutragen und Verständigung zu ermöglichen – auf wissenschaftlicher Grundlage und mit gesellschaftlicher Verantwortung“, erklärte Ordinariatsrätin Karin Schieszl-Rathgeb, Leiterin der Hauptabteilung XI – „Kirche und Gesellschaft“ im Bischöflichen Ordinariat der Diözese.
Dem neuen Akademiedirektor obliegt auch die Koordination der verschiedenen Bereiche der Erwachsenenbildung in der Diözese. Dazu gehören neben den thematischen Fachstellen die kirchliche Bildungswerke, die Bildungsträger in den Regionen sowie die Kooperationen mit Hochschulen, Verbänden und zivilgesellschaftlichen Partnern.
Auf Augenhöhe, mit Ehrlichkeit und Transparenz
Der Interims-Direktorin Barbara Janz-Spaeth dankte Bischof Krämer für ihre „einfühlsame Umsicht, unerschrockene Hartnäckigkeit und geduldige Akribie“, mit der sie sich in den vergangenen zehn Monaten in der Leitungsfunktion für die Akademie engagiert habe – „mit dem nötigen Pragmatismus und gleichzeitig Beharrlichkeit, mit bescheidener Zurückhaltung und diplomatischem Geschick – und Durchsetzungsfähigkeit, wo es nötig war; mit hochengagierter Identifikation und kritischer Distanz zu mancherlei Strukturbeharren.“ Als langjährige Referentin der diözesanen Stelle für „Bibelpastoral und biblische Bildung“ habe Janz-Spaeth zuvor „mit Ihrem profunden bibelpastoralen Wissen und Ihrem leidenschaftlichen Engagement für die Vermittlung in die Lebens- und Glaubenswelten der Menschen wichtige Akzente gesetzt und Menschen für die bibelpastoralen Perspektiven gewinnen können“.
Janz-Spaeth zeigte sich ihrerseits dankbar dafür, „zu erleben dürfen, wie wertvoll und wohltuend die Arbeit in einem Team sein kann, das miteinander wertschätzend und höflich umgeht und die spezifischen Charakteristika einer Persönlichkeit einfach aushält. Und wenn wir miteinander um die beste Lösung gerungen haben, dann ging das auf Augenhöhe, mit Ehrlichkeit und Transparenz.“


