Fastenzeit

Jugendliche Hände bilden ein Fastentuch

Ein Netz mit Händen aus Karton hängt zur Fastenzeit im Deutschordensmünster

Im Deutschordensmünster begleitet eine eigens entworfene Installation durch die Fastenzeit. Foto: DRS/Guzy

Eine eigens entworfene Installation im Deutschordensmünster beschäftigt sich in der Fastenzeit mit der Sehnsucht nach Halt.

Ein Netz, an dem sich verschieden farbige Hände gleichsam in die Höhe hangeln, verdeckt seit Aschermittwoch das Kreuz im Chorraum des Heilbronner Deutschordensmünsters St. Peter und Paul. Die Installation, an der Schülerinnen und Schüler mitgearbeitet haben, ist Teil der diesjährigen Fastenaktion der Stadtkirche Heilbronn und der Deutschordenspfarrei Sankt Peter und Paul.

„Viele Unsicherheiten bestimmen die Lage, es gibt viele Ängste“, sagt Hermine Baur-Ihle von der Stadtkirche Heilbronn. Die Installation soll in dieser Situation die Frage stellen, wo wir Halt finden, wie sie die Ausgangsüberlegungen beschreibt.

Künstler arbeitet mit Schülerinnen und Schülern

Die gestalterische Umsetzung entwickelte Baur-Ihle zusammen mit Künstler Diethelm Wonner. „Es hat mich sehr motiviert mitzumachen“, erklärt er. Wonner setzt seit mehreren Jahren auch in verschiedenen Schulen Kunstprojekte um, derzeit begleitet er eine Kunst-AG der Paul-Meyle-Schule in Heilbronn-Sontheim. Das brachte ihn auf die Idee, das Hauptelement - die Hände - von den Schülerinnen und Schülern basteln zu lassen.

Bei Lehrerin Claudia Vettermann fand er damit großen Anklang. Die Paul-Meyle-Schule ist ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung. Vettermann bettete das Projekt für die Schülerinnen und Schüler der Kunst-AG zum Beispiel mit einem Lied pädagogisch passend ein.

Die acht Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren fertigten zunächst Hand-Schablonen als vergrößerte Abbildungen ihrer eigenen Hände. Die Umrisse der Schablonen übertrugen sie dann auf Karton. Sie schnitten die Konturen aus und bemalten die Hände in verschiedenen Farben. Zwischen 100 und 200 Hände und Handpaare sind am Ende entstanden. Es habe Spaß gemacht, erklärt eine Schülerin.

Baur-Ihle und Wonner tackerten die Hände zu einem mehrschichtigen Gebilde aneinander und übereinander. Dieses befestigten sie dann an einem drei mal fünf Meter großen Netz, um es im Chorraum in die Höhe ziehen zu können. Die Installation soll während der Fastenzeit die Kirchenbesucherinnen und -besucher zum Nachdenken inspirieren. Das Online-Format „40 Tage, 40 Worte, 4 Minuten“ flankiert die persönliche Auseinandersetzung, indem es dazu anleitet, „täglich ein Wort des Halts und des Gehalten-Seins aus der Heiligen Schrift zu betrachten“, wie es in der Ankündigung heißt.

„Die Sonntagsevangelien der Fastenzeit sprechen uns neu zu, dass Gott zu uns hält, was auch immer geschieht, oder wie auch immer wir uns verhalten“, steht in der Beschreibung zur Fastenaktion. Symbolhaft dazu lässt das Geflecht aus Händen im Chorraum des Deutschordensmünsters an einigen Stellen den dahinter hängenden Christus am Kreuz als Haltgeber durchscheinen.

Fastenaktion „40 Tage – 40 Worte – 4 Minuten“

Die Wort-Impulse für jeden Tag der Fastenzeit gibt es online oder gedruckt als Fastenkärtchen. Zusätzlich findet freitags eine abendliche Online-Austauschgruppe statt. Eine Übersichtsseite liefert alle Informationen zu der Fastenaktion.