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Klug, präsent – und von unschätzbarem Wert

Gabriele Pennekamp (links) und Karin Schieszl-Rathgeb.

Gabriele Pennekamp (links) erhält von Karin Schieszl-Rathgeb einen Strauß mit Blumen überreicht. Bild: Ilona Scheffbuch

Suzan Bacher und Gabriele Pennekamp.

Der Staffelstab beim diözesanen Dachverband der Katholischen Erwachsenenbildung wird weitergegeben von der bisherigen Vorsitzenden Gabriele Pennekamp (rechts) an ihre Nachfolgerin Suzan Bacher. Bild: Ilona Scheffbuch

Katholische Erwachsenenbildung würdigt Gabriele Pennekamp für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement und setzt Akzente für die Zukunft.

Bei der Mitgliederversammlung des Dachverbands Katholische Erwachsenenbildung in der Diözese Rottenburg Stuttgart (keb DRS) galt es, Abschied zu nehmen von Gabriele Pennekamp, die die Erwachsenenbildung in der Diözese über Jahrzehnte hinweg geprägt hat. 

Ordinariatsrätin Karin Schieszl-Rathgeb, Leiterin der Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“ im Bischöflichen Ordinariat, unter deren Dach die keb DRS firmiert, überbrachte den Dank von Bischof Dr. Klaus Krämer und dankte der aus dem Amt scheidenden Vorsitzenden der keb DRS auch ganz persönlich: „Danke für Ihren langen Atem, Ihre Klugheit, Ihre Überzeugungskraft – und dafür, wie kraftvoll und nachhaltig Sie die katholische Erwachsenenbildung über Jahrzehnte mitgeprägt und weiterentwickelt haben.“ 

Grande Dame der Erwachsenenbildung

Beim Rückblick auf das rund vier Jahrzehnte währende ehrenamtliche Engagement von Pennekamp – davon 32 Jahre als Vorständin und 20 Jahre als Vorsitzende der keb DRS – „sprechen wir nicht nur von Zahlen und Funktionen. Wir sprechen von einem gelebten Bildungsauftrag, von einem feinen politischen Gespür, einem tiefen kulturellen Bewusstsein – und von einer Frau, die Bildung stets als gesellschaftliche, als spirituelle und als demokratische Kraft verstanden und vorangebracht hat“, hob Schieszl-Rathgeb hervor. „Für mich persönlich sind Sie mit Fug und Recht das, was man eine Grande Dame der Erwachsenenbildung nennen darf."

Ungebrochene Leidenschaft für Bildungsarbeit

Dass Pennekamp in den vergangenen Jahrzehnten Prozesse nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgestaltet hat, hänge auch mit ihrer Berufung als Person des öffentlichen Lebens durch den Bischof in den Diözesanrat zusammen – einem Amt, das sie seit 2007 über drei Amtsperioden hinweg „mit beeindruckender Klarheit und Kontinuität“ ausgeübt habe. Immer wieder habe sie – auch in ihrer Funktion als Vorsitzende des Diözesanausschusses „Bildung und Kultur“ – in diesem wichtigen Gremium unbeirrt und leidenschaftlich dafür geworben, wie bedeutsam Erwachsenenbildung für Kirche und Gesellschaft ist, sagte Schieszl-Rathgeb und setzte hinzu: „Und bis heute ist es Ihnen ein Dorn im Auge, dass die katholische Erwachsenenbildung im Diözesanrat nicht mit Sitz und Stimme vertreten ist. Auch darin zeigt sich Ihr feines Gespür für Gerechtigkeit und Ihre ungebrochene Leidenschaft für Bildungsarbeit.“

Aus dem Diözesanrat überbrachten dessen Sprecher Dr. Johannes Warmbrunn und Veronika Rais-Wehrstein, Beisitzerin im Präsidium des Diözesanrats, der scheidenden Vorsitzenden herzliche Grüße. Gabriele Pennekamp sei ein Gewinn für die Gemeinschaft im Diözesanrat gewesen und habe vorbildlich in dem Gremium gewirkt, so Warmbrunn. „Mit deiner freundlichen, menschlich gewinnenden Art und Deiner klaren Haltung hast Du mit deinen Beiträgen viel Sympathie und Wertschätzung in unserer Mitte erfahren“, hielt er fest.

Sehr engagierten Leiterinnen und Leiter vor Ort

Anlässlich ihrer Verdienste um die Katholische Erwachsenenbildung überreichte Suzan Bacher, die die Nachfolge von Pennekamp als Vorsitzende antrat, Gabriele Pennekamp im Anschluss die Ehrenmitgliedschaft-Urkunde.
In ihrer eigenen Abschiedsrede betonte Pennekamp die, wie sie sagte, immer sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die sie erlebt habe. „Ich bin mit vielen spannenden Themen, Herausforderungen und auch Problemen konfrontiert worden, aber auch mit faszinierenden Referenten und ich durfte erleben, wie Bildung Menschen verändert, wie sie Türen öffnet, Selbstvertrauen stärkt, Horizonte erweitert und vor allem dialogfähig macht.“ Mit Stolz verwies Pennekamp darauf, dass die Angebote der keb sehr gefragt seien, wie dies die Teilnahmezahlen belegten. Dies sei das Ergebnis der vielen guten und sehr engagierten Leiterinnen und Leiter vor Ort, betonte sie. Für sie selbst sei es nun an der Zeit, den Staffelstab weiterzugeben, schloss Pennekamp und hielt abschließend fest: „Ich ziehe mich zurück in dem Wissen, dass mir eine sehr gute, kompetente Vorsitzende nachfolgt, die ebenso für die Erwachsenenbildung brennt wie ich.“

Aus der Mitgliederversammlung

Mit auf der Tagesordnung der 53. Mitgliederversammlung der Katholischen Erwachsenenbildung Diözese Rottenburg-Stuttgart standen auch Vorstandswahlen.Mitglieder des neuen Vorstands sind: Suzan Bacher, Vorsitzende, Stefan Bär, stellvertretender Vorsitzender, Karin Schieszl-Rathgeb, Vertreterin des Bischöflichen Ordinariats, Dr. Claudia Guggemos, Leitung der keb Bildungswerk Kreis Reutlingen für die Kreis-keb und zugleich Vertreterin der Leiter:innenkonferenz, Michael Becker, Vorsitzender der keb Kreis Rottweil für die Kreis-keb, Dr. Thomas Betzel, Vorsitzender der keb Kreis Ludwigsburg für die Kreis-keb, Prof. Dr. Reinhold Boschki, Wissenschaftlicher Berater, Barbara Janz-Spaeth, für die Akademie der Diözese, Dr. Birgit Mayer, Geschäftsführerin des KDFB, und Herrmann Merkle, Diözesanvorsitzender pax christi für die Verbände sowie Dr. Johanna Gebrande und Erik Müller-Zähringer, Leitung und Geschäftsführung, mit beratender Stimme.

Mit der Wahl von Suzan Bacher, ehemalige Ministerialrätin und Leiterin des Referats Weiterbildung im Kultusministerium Baden-Württemberg, gewinnt die keb eine hoch profilierte Mitstreiterin. Es sei ihr eine Ehre, so Suzan Bacher im Anschluss an die Wahl, in den kommenden Jahren als Vorsitzende der keb DRS e.V. Verantwortung zu tragen. „Wir gehen spannenden Zeiten entgegen“, so Bacher.

„Wach, diskursfähig und nah an den Menschen“

Auf diese spannenden Zeiten verwies auch Schieszl-Rathgeb in ihrem Bericht zu den aktuellen Veränderungsprozessen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart: „Es liegt eine herausfordernde, aber auch richtungsweisende Zeit vor uns. Der gesellschaftliche und kirchliche Wandel fordert uns heraus – und braucht eine Katholische Erwachsenenbildung, die wach, diskursfähig und nah an den Menschen ist“, so Schieszl-Rathgeb.

Auf der Mitgliederversammlung stellte die Ordinariatsrätin den Zukunftsprozess „Wirksamkeit für morgen – Veränderung gestalten in Kirche, Gesellschaft und Medien“ vor, mit dem sich die Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“ strategisch neu aufgestellt hat. Die in diesem Zuge neu geschaffene Abteilung „Bildung und Bildungsmanagement“ bündelt die großen Bildungsträger in der Diözese – insbesondere die Katholische Erwachsenenbildung auf Diözesanebene sowie die Akademie der Diözese. Die 24 regionalen keb-Einrichtungen in der Fläche sind als rechtlich selbstständige Einrichtungen strukturell angebunden. Ziel sei es, so Schieszl-Rathgeb, die Bildungsarbeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart strategisch auszurichten, zu vernetzen und zu profilieren – und dabei im Sinne der mittelfristigen Finanzplanung die vorhandenen Ressourcen effektiv einzusetzen.

Um eine strategische Neuaufstellung geht es auch in dem diözesanen Veränderungsprozess „Kirche der Zukunft“, von dem Schieszl-Rathgeb im Anschluss berichtete. Nachdrücklich lud sie die Anwesenden dazu ein, sich und die keb vor Ort, in den Regionen und Gemeinden in den Prozess einzubringen.

Dieser Einladung ist die keb mit der Einsetzung der Arbeitsgruppe „Zukunftsorientierte Erwachsenenbildung“ (AG ZOE) im September vergangenen Jahres bereits gefolgt. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, die verschiedenen diözesanen Veränderungsprozesse für die keb und die Präsenz der Kirche in der Fläche weiterzudenken und mögliche nachhaltige Zukunftsszenarien zu entwickeln, wie Suzan Bacher in ihrem Bericht zur AG erläuterte.

„Ich bin sehr dankbar, dass die keb in großer Weitsicht und mit viel Eigeninitiative das Projekt ZOE – Zukunftsorientierte Erwachsenenbildung auf den Weg gebracht hat“, so Schieszl-Rathgeb. Es zeige eindrucksvoll, wie sehr die Mitglieder der keb bereit seien, sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen – und wie stark zukunftsfähige Bildungsarbeit in ihren Reihen verankert sei.