Schulen

Aus zwei katholischen Schulen wird Schulzentrum

Passgenaue Schulabschlüsse unter einem Dach: Dr. Joachim Schmidt, Vorstand der Stiftung Katholische Freie Schule (von links), Simone Mühlberger, Rektorin der Franz-von-Sales-Realschule, und Florian Schönle, kommissarischer Schulleiter des Studienkollegs Obermarchtal, planen den Zusammenschluss zweier Schulen. Foto: DRS/Jerabek

Die katholischen freien Schulen in Obermarchtal schließen sich zusammen. Als Schul­zentrum wollen sie alle Schulabschlüsse unter einem Dach anbieten.

Die Franz-von-Sales-Realschule mit ihren zwei Standorten in Obermarchtal und Ehingen und das Studienkolleg Obermarchtal, die schon jetzt miteinander kooperieren, wollen vom kommenden Schuljahr an ihren Schülerinnen und Schülern pass­genaue Wege zum Schulabschluss innerhalb einer Einrichtung anbieten. Der Weg zum Abitur soll unter den nötigen Voraussetzungen im gleichen Haus ohne weitere Hürden, also zum Beispiel ohne ein neues Aufnahmeverfahren für die Oberstufe, möglich sein. Unter einem gemeinsamen Namen soll ein Schulzentrum entstehen, in dem die bewährten Profile und pädagogischen Konzepte beider Schulen miteinander verzahnt und fortentwickelt werden.

Rund 500 Schülerinnen besuchen die Franz-von-Sales-Realschule im Kloster Obermarchtal, die als Mädchenschule eine 100-jährige Geschichte hat. Seit zehn Jahren gibt es eine Zweigstelle, die Jungenrealschule in Ehingen, die zurzeit knapp 160 Jungen den Weg zur Mittleren Reife auf der Grundlage des Marchtaler Plans eröffnet. Schülerinnen und Schüler, die anschließend den Weg zum Abitur einschlagen, können auf das Studienkolleg Obermarchtal wechseln, das als allgemein­bildendes dreijähriges Aufbaugymnasium in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Ein attraktiver Weg zum Abitur

Die Kombination „Realschule und Sekundarstufe II" gilt als ein attraktiver Weg zum Abitur. 58 Prozent der Mädchen, die in Obermarchtal die Mittlere Reife erreichen, entscheiden sich für diesen Weg und wechseln an eine weiterführende Schule, berichtet Realschulrektorin Simone Mühlberger. Bei den Jungen an der Zweigstelle in Ehingen seien es zwischen 25 und 30 Prozent. „Manche Schüler entwickeln sich später und bekommen so mehr Zeit", so erklärt Florian Schönle, kommissarischer Schulleiter des Studienkollegs, den Vorteil dieser Kombination. Mit dem Zusammenschluss seien die beiden katholischen Schulen noch besser gerüstet, diesen Weg zu ebnen.

Alles, was sich bewährt und der Franz-von-Sales-Realschule einen guten Ruf gebracht hat, soll erhalten bleiben: die Schwerpunkte Mädchen- und Jungenpädagogik, die Rahmenkonzeption des Marchtaler Planes und die Angebote zur differenzierten Förderung, also die Möglichkeit, einen Schwerpunkt in den Bereichen Bildende Kunst, Musik oder Sport zu wählen und so Neigungen und Fähigkeiten zu entfalten. Auch die beiden Standorte Obermarchtal und Ehingen werden beibehalten. Gestärkt und erweitert werden sollen die digitale Bildung und die Angebote von Arbeitsgemeinschaften.

Das christliche Menschenbild als Basis

Der Marchtaler Plan ist der Erziehungs- und Bildungsplan für katholische Schulen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Als alternatives Schulkonzept auf der Basis des christlichen Menschenbildes hat er die ganzheitliche, personale und sittlich-religiöse Erziehung zum Ziel. Wichtige Strukturelemente sind die Förderung der Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler und ein vernetzter Unterricht, der die herkömmliche Gliederung der Stoffe nach Fächern überschreitet und auch die theologische, ethische und soziale Bedeutung der behandelten Themen in den Blick nimmt. Zum breiten schulpastoralen Angebot zählen Schülergottesdienste, Besinnungstage und ein regelmäßiger Morgenkreis.

Das Studienkolleg Obermarchtal kann als kleine einzügige Schule mit guten struktu­rellen und pädagogischen Bedingungen auf dem Weg zum Abitur punkten. „Ich kenne jeden unserer Schüler", sagt Schulleiter Schönle. Mit dem Angebot einer „Begleiteten Studierzeit“ werden Schülerinnen und Schüler - neben dem Fachunterricht - gezielt auf die Anforderungen des Abiturs und das selbstorganisierte Arbeiten im Studium vorbereitet.

Name für das Schulzentrum gesucht

Für die Stiftung Katholische Freie Schule, in deren Trägerschaft sich die beiden Schulen befinden, ist es ein Anliegen, die Schulen zukunftssicher zu machen angesichts einer immer ausdifferenzierteren Bildungslandschaft und der sich wandelnden Anforderungen an Schulen inmitten digitaler und gesellschaftlicher Transformationen, wie Vorstand Dr. Joachim Schmidt erläutert. Unter den Vorzeichen des digitalen Wandels soll mit dem Zusammenschluss der Schulen in Obermachtal und Ehingen ein Rahmen geschaffen werden, der Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften „mehr Raum für Kollaboration und Vernetzung bietet".

Formal werden die beiden existierenden Schulen vom kommenden Schuljahr an als fester Zusammenschluss firmieren. Wie die neue gemeinsame Einrichtung heißen wird, ist noch offen. Die Schülerinnen und Schüler beider Schulen und Standorte dürfen derzeit Vorschläge für einen neuen gemeinsamen Namen machen.

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