Es ist fünf vor Elf. Wie von alleine verstummen die verhaltenen Gespräche im Zwiefaltener Münster. In die Stille hinein beginnen die Glocken zu läuten. Ein paar junge Menschen setzen sich noch schnell in die Reihen, die für die Angehörigen der Verstorbenen beim Zugunglück am Sonntag zuvor und für direkt Betroffene reserviert sind. Ihre Gesichter verraten, dass sie die vergangenen Tage sehr mitgenommen haben. Gegenüber haben Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, sein Landeskollege Winfried Hermann, Bahn-Vorstandsvorsitzender Richard Lutz sowie Evelyn Palla von der DB Regio Platz genommen.
Als Bischof Klaus Krämer, der evangelische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl und die Biberacher Dekane einziehen, wirft die Orgel über einem Grundton im Pedal klagende Laute in den Raum. Der Schmerz über Tod und Verletzungen will ausgehalten werden, betont Bischof Krämer in der Begrüßung. Der Gottesdienst helfe, diesen Schmerz zu teilen und vor Gott zu tragen. Das Verstummen und die im Raum stehende Frage "Warum?" greift der Landesbischof in seiner Predigt auf. Christ:innen hätten keine Antwort, aber in aller Angst und Trauer Hoffnung.





