Etwa hundert Menschen aus der Gemeinde Tigerfeld-Aichstetten und der Nachbarschaft kamen am ersten Sonntag im August in der Kirche St. Sebastian in Aichstetten (Pfronstetten) zusammen, um den Beginn der achtwöchigen Testphase im Modellprojekt „Kirchliche Räume zu Dritten Orten weiten“ mit einem Gottesdienst, Mittagessen und Begegnung zu feiern. Ziel des Projekts ist es, kirchliche Räume zu lebendigen Begegnungsorten für die Gemeinde und eine breitere Öffentlichkeit weiterzuentwickeln – zu einem dritten Ort neben dem eigenen Zuhause (erster Ort) und der Arbeitsstelle (zweiter Ort), der für verschiedene Formen der Begegnung auch im außerkirchlichen Kontext offen ist.
Veränderung ist notwendig
„Wenn wir wollen, dass vieles so bleibt, wie es ist, dann muss sich einiges ändern. Sonst ist am Ende nichts mehr so, wie es war“, sagte die Gemeindereferentin Patricia Engling beim feierlichen Eröffnungsgottesdienst. Das Modellprojekt reagiert auf eine Situation, die viele ländliche Gemeinden betrifft. Lokale Vereine und Gruppierungen haben Schwierigkeiten, geeignete Räumlichkeiten zu finden, während Kirchen über nicht ausgelastete Räume verfügen. Hinzu kommt, dass den Kirchen oft die finanziellen Mittel für notwendige Renovierungen fehlen – wie auch der Kirche St. Sebastian in Aichstetten. Da kam die Möglichkeit, Modellgemeinde im Projekt zu werden, genau richtig. „Wir wollen die Kirche ja nicht dadurch verlieren, dass man sie schließt“, sprach ein Gemeindemitglied beim Fest aus, was viele denken.





