„Wir haben Synergien zum Tanzen gebracht“, freut sich Mirjam Hornung. Das sagt die Bereichsleitung offene, gemeindliche und mobile Kinder- und Jugendarbeit im Bischöflichen Jugendamt über „HiBu 11“. Dahinter verbirgt sich das kirchliche „Wohnzimmer“ mit Schüler:innentreff, Veranstaltungsraum und Anlaufstelle für ehrenamtliches Engagement in der belebten Hindenburgstraße. Am Nikolaustag feiert die Einrichtung im Biberacher Zentrum, in der vor allem Jugendliche ab der 5. Klasse schon seit einigen Wochen ihre Mittagspause verbringen, offiziell Eröffnung. Ideen fürs neue Jahr haben die Kooperationspartner einige, auch wenn diese Art von Kirche nahe bei den Menschen für sie Neuland ist. „Wir werden ausprobieren und Fehler machen“, weiß Dominik Hillebrand, der Engagemententwickler des Projekts, der aber vom Erfolg dieses Weges überzeugt ist.
Kirche im Einkaufsviertel
Welche Partner:innen haben sich da durch glückliche Fügung zum „Tanz“ getroffen? Da ist zum einen die katholische Gesamtkirchengemeinde Biberach mit ihrem leerstehenden Ladengeschäft. Die Vermietung habe immer wieder Probleme gemacht, berichtet Raymund Göster, stellvertretender gewählter Vorsitzender. „Machen wir doch was anderes draus“, schlug er vor. Dekanatsjugendseelsorger Andreas Hund arbeitet im Alfons-Auer-Haus in der Kolpingstraße. Es ist zentrumsnah, aber die jungen Leute laufen nicht automatisch dort vorbei. Vor leerstehenden Läden in der Innenstadt habe er schon öfter gedacht: „Das wäre ein guter Jugendraum, wo man sehen kann, was passiert.“ Georg Schuhbauer, gewählter Vorsitzender der Seelsorgeeinheit Biberach Umland, erzählt von einem Workshop mit Chris Schlecht von der Profilstelle Ehrenamt des Dekanats und dem Interesse, in diesem Bereich mehr zu tun.

Diözese fördert Jugendarbeit und Ehrenamt
Innovative Jugendarbeit und Förderung des ehrenamtlichen Engagements sieht die Diözese Rottenburg-Stuttgart als wesentliche Bausteine einer Kirche der Zukunft. Daher unterstützen die beiden zuständigen Hauptabteilungen Projekte wie „HiBu 11“ mit Personalstellen. Aber Schüler:innen und meist erwachsene Ehrenamtliche in einem Raum - wie kann das klappen? „Wir haben die Erwartungen und die Bedenken klar benannt“, sagt Pia Gerster, die mit bis zu 55 Jugendlichen montags bis donnerstags von 11.45 bis 15 Uhr die Mittagspause verbringt und gestaltet. Kollege Dominik Hillebrand vom Ehrenamt ist vorerst am Markttag Mittwoch von 8 bis 11.45 Uhr und im Advent samstags von 9.30 bis 14 Uhr vor Ort. Er startet an den kommenden Samstagen mit einer Talkshow „Echt um 11“ sowie mittwochs um 8.11 Uhr mit einem spirituellen Tageseinstieg und plant für 2026 weitere Formate.
Am letzten Samstag bildet sich kurz vor 11 Uhr eine Menschentraube vor dem Schaufenster in der Hindenburgstraße 11. Noch ist der Vorhang innen zugezogen. Nach einem Gebet klopft Pfarrer Wunibald Reutlinger mit dem Weihwasserkessel in der Hand an die Tür. Der helle Raum öffnet sich und der heilige Nikolaus wartet bereits mit einem Sack voller Geschenke auf die Kinder. Während der Pfarrer der Seelsorgeeinheit Umland die Wände mit Weihewasser besprengt, strömen die Besucher herein, staunen, und naschen von den Plätzchen und den Waffeln, die die Jugendlichen vorbereitet haben. „Das Kürzel HiBu 11 stammt übrigens aus dem Haushaltsplan“, verrät Dekan Stefan Ruf. Für Pia Gerster haben die Buchstaben inzwischen aber eine ganz andere Bedeutung: „Herzensangelegenheit, innovativ, Begegnungsraum und …“






