Ökumene

Kirche im Nationalpark Schwarzwald feiert zehnjähriges Bestehen

Kirche im Nationalpark.

Mitwirkende beim Jubiläumsgottesdienst der Kirche im Nationalpark: Bild: ÖNKINS

Kirche im Nationalpark

Diözesanreferentin Verena Ernst und Kirchenrat Tobias Schneider beim Grußwort der württembergischen Kirchen. Bild: Hendrik Lohse

Kirche im Nationalpark

Der Saal im Nationalparkzentrum ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Bild: Hendrik Lohse

Nationalparkleiter betont Verbundenheit zu den Kirchen, bei dem besonderen ökumenischen Kooperationsprojekt.

Die Luft ist frisch hoch oben auf dem Ruhestein in 900 Metern Höhe. „Hier oben sind es immer vier oder fünf Grad weniger als weiter unten“, ordnet Helga Klär, eine der Sprecherinnen des Ökumenischen Netzwerkes Kirche im Nationalpark Schwarzwald, kurz ÖNKINS, die Temperaturen um die 12 Grad ein. Doch davon lassen sich Erholungssuchende an diesem sonnigen Junimorgen nicht abhalten: Der Parkplatz rund um das Nationalparkzentrum füllt sich rasch. Viele Menschen strömen in das Nationalparkzentrum, das zum „Tag der offenen Tür“ einlädt und seine Ausstellungstüren bei kostenlosem Eintritt öffnet.

Alle Plätze besetzt

Auch im Saal Bärenstein im ersten Stockwerk sind rasch alle Plätze besetzt. Hier feiert die Kirche im Nationalpark Schwarzwald heute Jubiläumsgottesdienst. Denn Gründe zu feiern und zu danken, gibt es zahlreiche für dieses besondere Kooperationsprojekt. Über regionale und konfessionelle Grenzen hinweg arbeiten die Erzdiözese Freiburg, die Diözese Rottenburg-Stuttgart, die badische und die württembergische Landeskirche zusammen, tragen dieses Netzwerk finanziell und personell und sind Teil des Netzwerkes des Nationalparks mit seinen wirtschaftlichen und touristischen Partnerinnen und Partnern.

Gemeinsame Verantwortung

Auch die evangelischen Kirchenbezirke „Ortenau“, „Baden-Baden und Rastatt“ und „Freudenstadt“ sowie die katholischen Dekanate unterstützen dieses Projekt. Die Kirchen erfahren hierbei viel Wertschätzung. Dr. Wolfgang Schlund, Leiter des Nationalparks mit seinen weit über 100 Angestellten, begrüßte zu Beginn die Gottesdienstfeiernden und betonte die thematische Verbundenheit von Kirchen und Nationalparkleitung in der gemeinsamen Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung.

Sich selbst überlassene Natur

Prälatin Heide Reinhard stellte in ihrer Predigt einen Gedanken von Meister Eckhart in den Mittelpunkt: „Man kann Gott nicht besser finden als dort, wo man ihn lässt!“ Dabei ging es um die Überraschungslust Gottes, der einem begegnen kann in ganz vielfältigen Situationen. Auch der Blick auf die Wunder und die Schönheit der Natur führt zum überraschten Staunen und Lob Gottes als Schöpfer – gerade auch in der sich selbst überlassenen Natur eines Nationalparks. Gerd Gauß und Dr. Britta Böhr, stellvertretende Leiterin des Nationalparks, brachten im Anschluss die Dankbarkeit für die gute und unterstützende Zusammenarbeit der Kirche im Nationalpark als offizieller Partner zum Ausdruck.

Doch bei diesem Gottesdienst blieb es nicht nur beim Zuhören: „Sie sind eingeladen, nun das Wasser selbst zu erleben“, luden Helga Klär und Achim Brodback vom ÖNKINS alle Anwesenden ein. „Kommen Sie nach vorne, fühlen Sie die Frische des Wassers, tauchen Sie Ihre Hand ein, lassen Sie sich selbst erfrischen.“ Es dauerte nicht lange, bis Bewegung in die Frauen, Männer und Kinder kam. Manche tauchten die Hand ins Wasser, rochen das Wasser, erfrischten ihr Gesicht, machten sich oder ihrer Partnerin ein Kreuzzeichen auf die Stirn.

Ein großer Schatz

Ein rundum erfrischender Gottesdienst neigte sich dem Ende zu und ging über in das gemeinsame Grußwort von Verena Ernst, Diözesanreferentin für Kirche und Tourismus der Diözese Rottenburg-Stuttgart, und Kirchenrat Tobias Schneider von der württembergischen Landeskirche. „Weil hier Menschen sind, weil hier Menschen Zeit verbringen, die Schöpfung genießen und womöglich in der besonderen Atmosphäre Lebensfragen nachgehen. Kirche muss dort sein, wo die Menschen sind“, begründete Schneider das Engagement der Kirchen im Nationalpark. Ernst blickte auf die ökumenische Zusammenarbeit der vier Kirchen: „Diese Zusammenarbeit im Bereich des Nationalparks ist ein großer Schatz, den wir unbedingt bewahren müssen und der uns auch für andere Bereiche als Vorbild dient.“ Denn: „Wir haben als Kirchen, als Land, als Gesellschaft insgesamt eine Aufgabe und Verantwortung, die wir am besten gemeinsam tragen.“

Unter einem weiten Himmel!

Am Ende des Festaktes war die Stimmung gelöst und locker. Die Besucherinnen und Besucher freuten sich auf zahlreiche Programmpunkte, die vom Nationalpark an diesem Jubiläumstag angeboten wurden. Die Weite und Ruhe, die der Gottesdienst atmete, setzt sich fort beim Blick vom Aussichtsturm des Skywalks über die Wipfel der Nadelbäume hin zu den Anhöhen des Nordschwarzwalds. Geradezu offensichtlich und fast schon greifbar wurde hier das Motto von ÖNKINS: „Kirche im Nationalpark Schwarzwald – Unter einem weiten Himmel!“

Typische Vielfalt

Helga Klär und Gerd Gauß vom Ökumenischen Netzwerk Kirche im Nationalpark Schwarzwald sowie Verena Ernst, Diözesanreferentin für Kirche und Tourismus der Diözese Rottenburg-Stuttgart, beschreiben den Gottesdienst wie folgt:

„Schöpfungstheologische Gedanken und Lieder prägten den ökumenischen Gottesdienst, der von Dekan Georg Schmitt von der Erzdiözese Freiburg und Prälatin Heide Reinhard von der evangelischen Landeskirche Baden zusammen mit den ÖNKINS-Hauptamtlichen Helga Klär, Achim Brodback und Gerd Gauß geleitet wurde. ‚Wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist‘. Dieser Vers aus Psalm 1 prägte den Gottesdienst. Die Lebenskraft der Bäume in Verbindung mit frischem, lebendigem und lebensspendendem Wasser – ja, das ist hier im Nationalpark wirklich zu spüren und wurde vielfältig auch im Gottesdienst erlebbar. Alle Blicke waren auf die Männer und Frauen gerichtet, die sich schon in aller Frühe an drei unterschiedlichen Orten des Nationalparks auf den Weg zum Ruhestein gemacht hatten. Von der Schöpfungskirche Baiersbronn-Obertal, von der Allerheiligen- und von der Mummelseekapelle aus. Die sechs ehrenamtlichen Wanderführer und Guides der Kirche im Nationalpark brachten  Wasser vom Mummelsee, dem Lierbach und einer Quelle im Rotmurgtal mit. Doch Wasser war nicht gleich Wasser. Großes Erstaunen erfüllte die Mitfeiernden. Das mitgebrachte Wasser zeigte ganz unterschiedliche Farbtöne – auch diese Vielfalt und Vielfarbigkeit ist typisch für den Nationalpark und auch für die Kirche im Nationalpark.“

Weitere Nachrichten

Kirchenmusik
Die Stadt Schwäbisch Gmünd ehrt Karl Jenkins für sein kompositorisches Schaffen, das Genregrenzen überschreitet und Menschen weltweit erreicht.
Weiterlesen
Diözesanmuseum
Das Diözesanmuseum geht neue Wege und schließt ab August für ein Jahr. Neuerungen in der Ausstellungskonzeption und am Gebäude.
Weiterlesen