Am letzten Messesonntag lud die Messe Stuttgart alle ehrenamtlich Engagierten der vier christlichen Kirchen in Baden-Württemberg bei freiem Messeeintritt zum CMT-Besuch ein - der Caravan, Motor, Touristik-Messe in Stuttgart. Über 7000 Ehrenamtliche folgten der Einladung – fast die Hälfte der Gäste kam aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Den christlichen Auftrag in unserer Gesellschaft leben
Verena Ernst ist in der Diözese für den Bereich Kirche und Tourismus zuständig. Für sie ist der Ehrenamtstag eine große Wertschätzung der Messeleitung allen gegenüber, die sich an ganz vielen unterschiedlichen kirchlichen Orten engagieren: „Wir haben versucht, die Einladung ganz breit in unserer Diözese zu streuen, so dass Ehrenamtliche in den Kirchengemeinden genauso wie Engagierte in der Klinikseelsorge, bei der Caritas oder in der Betriebsseelsorge davon erfahren.“ Für die Ehrenamtlichen empfindet Verena Ernst viel Respekt: „Sie sind oft die, die vor Ort die Beziehungen pflegen, Menschen, die Hilfe bedürfen, im Blick haben und sich in Initiativen und Netzwerke in ihrer Stadt oder ihrem Dorf einbringen und so als Christinnen und Christen ihren Auftrag in unserer Gesellschaft leben."
Mir geht es gut, anderen geht es viel schlechter
Das bestätigt auch Martin Krautzberger. Er ist ehrenamtlicher Mitarbeiter bei der Bahnhofsmission Stuttgart und vielfach Engagierter in seiner katholischen Kirchengemeinde: „Mit meinem Ehrenamt kann ich in eine Welt eintauchen, die ich sonst nicht kenne. Oft läuft man an bedürftigen Menschen einfach vorbei. Mein Ehrenamt hilft auch mir, die Menschen mit anderen Augen zu sehen.“ Es sei ein Geben, aber auch ein Nehmen: „Für mich bedeutet das Amt auch eine Weiterentwicklung meiner Persönlichkeit. Ich lerne von den Gästen in der Bahnhofsmission Demut und Dankbarkeit. Viele Menschen sagen mir hier: Mir geht es gut, anderen geht es viel schlechter. Und ich bin einfach dankbar, dass ich so ein unvorstellbar hartes Leben nicht habe.“ Wie er, erlebt auch seine evangelische Kollegin Rotraut Knodel viel Dankbarkeit – und einen ganz neuen Blick auf ihre Umgebung: „Wir haben es unter vielen anderen auch mit blinden Menschen zu tun. Mich beeindruckt die Freude der Menschen und dass sie nicht mit ihrem Schicksal hadern. Seitdem gehe aber auch ich mit offenen Augen durch Stuttgart und erkenne die Stolperfallen für blinde Menschen.“ In der Bahnhofsmission treffe man nicht nur ganz unterschiedliche Ehrenamtliche, so Rotraut Knodel, sondern auch verschiedene Bedürftige: „Zu uns kommt der gestrandete 1.Klasse-Reisende genauso wie der obdachlose Mensch.“
Eine neue Dimension des Glaubens
Am letzten Messetag wurden die Besucher bereits um neun Uhr mit Glockenläuten in allen Hallen der Messe zu einem ökumenischen Gottesdienst eingeladen. Unter dem Motto „Zusammenhalt und Gemeinschaft“ und unter Mitwirkung von Kinder- und Jugendchören sowie der Band „Benny + Co startete der Tag mit einem musikalischen Gottesdienst auf der Bühne im Atrium. Hendrik Lohse, Fachbereichsleiter Kirche in Freizeit und Tourismus der Evangelischen Landeskirche in Württemberg (ELKW) begrüßte alle Akteure und die etwa zweitausend Gläubigen, die am ökumenischen Gottesdienst teilnahmen. Die neue Tradition, den Ehrenamtstag mit einem ökumenischen Gottesdienst zu beginnen, gibt es seit zwei Jahren. Weihbischof Matthäus Karrer ist von diesem Konzept überzeugt: „Es bestätigt sich immer mehr, dass es ein guter Auftakt ist für den Ehrenamtstag auf der CMT. Wir erleben hier eine neue Dimension des Glaubens. Die Verknüpfung von Innehalten, zu sich kommen, reisen und Spiritualität ist ein aktueller Trend und passt gut zur CMT-Touristikmesse.“








