Kirchengemeinderat

Kirchengemeinderat - und dann?

Der Dekanatsreferent steht vor der Leinwand, im Vordergrund eine Tischgruppe.

Dekanatsreferent Björn Held begrüßt die Kirchengemeinderäte aus den Dekanaten Biberach und Saulgau - Foto: DRS/Waggershauser

Nach den Wahlen im März unterstützen die Dekanate neue und erfahrene Räte mit Tipps und Informationen - auch in Biberach und Saulgau.

In den Gemeinden, in denen die Katholik:innen am 30. März neue Kirchengemeinderäte (KGR) wählen konnten, haben sich die Gremien inzwischen konstituiert. Sie bestimmten aus ihrer Mitte gewählte Vorsitzende, die zusammen mit den Pfarrern in einer Doppelspitze die KGRs leiten, und sie bildeten Ausschüsse für Verwaltung, Jugend, Liturgie oder anderes. Außerdem entsandten sie Vertreter:innen in die Gemeinsamen Ausschüsse der Seelsorgeeinheiten, in die Gesamtkirchengemeinderäte oder die Dekanatsräte. Aber was bedeutet es, Mitglied des Kirchengemeinderats zu sein? Was sind die Themen für die nächsten fünf Jahre und wie funktioniert kirchliche Gremienarbeit?

Aus dem diözesanen Fortbildungsvorschlag machten die Dekanate Biberach und Saulgau einen „Abend der Räte“. Neu gewählte und bereits erfahrene Ratsmitglieder konnten unter drei Terminen an verschiedenen Orten wählen. Während die Päpste Franziskus und Leo XIV. auch weltkirchlich stärker auf Synodalität setzen, hat dieses Prinzip in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Tradition. „Synodalität ist anspruchsvoller als Demokratie“, sagte der Saulgauer Dekan Peter Müller in Renhardsweiler den etwa 100 Teilnehmenden. Wichtig sei es, dass jede:r im Gremium sage, was er oder sie denkt, und jede:r höre, was die anderen sagen. Prüfstein für eine Entscheidung sei laut Müller der Anspruch des Evangeliums und das Ziel, zu einer Einheit zu kommen.

Offen bleiben - auch für ungewohnte Ideen

Müller empfahl offen zu bleiben, auch scheinbare Schnapsideen zuzulassen und nicht gleich zu verwerfen. Nachzufragen sei ein Grundrecht aller Räte und eine gewisse Vertraulichkeit sollte selbstverständlich sein. Und noch ein ganz praktischer Tipp: „Wechseln Sie ab und zu den Sitzplatz, sonst werden Sie berechenbar.“ Gerade im Blick auf größere Seelsorgeräume, die auch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart anstehen, sei es in den Augen des Dekans sinnvoll, dass jede Kirchengemeinde ein eigenes Profil und Alleinstellungsmerkmale entwickle. Impulse, wie diese Anregungen in die Sitzungen vor Ort einfließen könnten, erarbeiteten Mitarbeiter der beiden Dekanate zusammen mit den einzelnen Tischgruppen.

Carsten Reinaerdts, Dekanatsbeauftragter für Schulpastoral, brachte die Anwesenden zu Beginn beim Durcheinanderlaufen ins Gespräch über Gott und die Welt. Christian Schlecht, Bildungsreferent für Ehrenamts- und Engagemententwicklung, sowie Dekanatsreferent Björn Held erschlossen, was Leitung in der Kirche bedeutet. In der Mitte stand „Zeichen und Werkzeug des Heilswirkens Gottes in Jesus Christus sein“. Beim „ABC der Leitung“ brachen die Tischgruppen das herunter in Stichwörter wie clever, fair, Kompromisse und wertschätzen. Und sie spielten es an ganz praktischen Beispielen wie dem Kauf einer gebrauchten Ogel, der Initiative für einen Krippenweg oder der Aktivierung der Jugendarbeit durch.

Beteiligung und Unterstützung

Schließlich ging es um Partizipation, ein wesentlicher Bestandteil der Synodalität. Das bedeutet Teilhabe und Beteiligung sowohl der Mitglieder im KGR selbst als auch der Gläubigen in der Kirchengemeinde, so das möglichst viele an einer Kirche der Zukunft mitbauen. Die Grundlage dafür bieten die Paragrafen der Kirchengemeindeordnung der Diözese. Unterstützung auf dem Weg bieten die Dekanatsgeschäftsstellen mit ihren Profilstellen, aber auch Einrichtungen wie die Caritas, die katholische Erwachsenenbildung (keb), das Jugendreferat und das Verwaltungszentrum. Vertreter:innen stellten sich an Stehtischen zum Abschluss den Fragen der KGRs und kamen mit ihnen ins Gespräch.

Das sagen Teilnehmende zur Veranstaltung

Mir ist wichtig geworden, dass das Zentrum der Arbeit im Kirchengemeinderat unser Glaube ist. Die Gefahr ist, dass man sich verzettelt in den Aufgaben, die jedes Jahr die gleichen sind, und den Blich fürs große Ganze verliert.

Lucia Kuhn, langjährige Kirchengemeinderätin in Ummendorf

Der Abend hat mir als Neuem gezeigt, für was der Kirchengemeinderat zuständig ist, was man bewirken kann und dass es viele Möglichkeiten gibt, sich Unterstützung zu holen.

Elia Steinhauser, Neu-Kirchengemeinderat in Altshausen

Ich finde es immer gut mit anderen Leuten zusammenzukommen, die auch im KGR sind, und mich mit ihnen auszutauschen.

Simone Maier, in der zweiten Periode Kirchengemeinderätin in Sauggart

Ehrlich gesagt raucht mir gerade der Kopf. Es war viel auf einmal. Ich war schon einmal zehn Jahre Mitglied und habe es jetzt als langjähriger Mesner noch einmal gewagt.

Edwin Ocker, Mitglied des Vertretungsgremiums in Unlingen, wo keine reguläre Wahl zustandekam

Es gab sehr viele Informationen und es wurde gut vorgestellt. Die Arbeitsblätter, die man am Tisch in Gemeinschaft als Team ausgefüllt hat, waren sehr hilfreich.

Inge Mangler, gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats in Moosheim

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