Wenn Pfarrer Dr. Pius Adiele aus Lauchheim von seiner Heimat spricht, dann wird es ihm warm ums Herz. Seine Familie, sein Studienort, die farbenfrohe Kultur und die Lebendigkeit des Glaubens trägt er im Innern immer bei sich. Deshalb freut er sich sehr, dass die Liturgie für den Weltgebetstag der Frauen in diesem Jahr aus seinem Heimatland kommt, das er in den letzten Wochen besucht hat. Es freut ihn auch deshalb, weil über den Weltgebetstag ein Zeichen des Friedens und der Hoffnung aus dem von Armut, Korruption und Betrug gebeutelten Land ausgeht. „Kommt! Bringt eure Last.“ lautet das Leitwort.
Lieber Pfarrer Adiele, Nigeria ist ein Land voller Spannungen zwischen einer sehr reichen Elite und sehr armen Menschen, zwischen Christen und Muslimen sowie rund 250 Ethnien. Warum klafft die Schere zwischen Arm und Reich so stark auf?
Die Eliten versuchen das Volk zu spalten und nutzen dafür die Religion. Sie wollen ihre Interessen schützen und dafür ist ihnen jedes Mittel recht. Bei der letzten Präsidentenwahl im Februar 2023 wurde Bola Tinubu von der APC (All Progressives) zum Präsidenten Nigerias gewählt. Im neu gewählten Senat verfügte er nur über eine Mehrheit von vier Senatoren, im Repräsentantenhaus fehlten ihm sogar vier Stimmen zu einer Mehrheit. Die Intransparenz der Wahlen wurde von der Beobachterkommission der EU kritisiert. Wahlurnen sind von bewaffneten Kriminellen, die Tinubu unterstützen, verbrannt oder zerstört worden. Anderswo sind Wählerstimmen gekauft worden. Und die digitale Übermittlung der Wahlergebnisse funktionierte tagelang nicht. Es war also klar: Die Wahl wurde zugunsten von Tinubu manipuliert. Doch der Oberste Gerichtshof Nigerias hat die Klage der Gegenparteien abgelehnt. Bereits vor Tinubu war ein muslimischer Radikalist an der Regierung, der Nigeria islamisieren wollte. Er hat dadurch das Land bereits in große Armut versetzt und Tür und Tor für Gewalt, Korruption und Machtverschiebung geöffnet.




