Digitalisierung

Künstliche Intelligenz und christlicher Glaube

Franziska Kirchert erklärt Bischof Dr. Klaus Krämer in der Ausstellung in den IPAI-Spaces, wie mit Hilfe eines Roboterarms ein Kunstwerk entstanden ist.

Franziska Kirchert erklärt Bischof Dr. Klaus Krämer in der Ausstellung in den IPAI-Spaces, wie mit Hilfe eines Roboterarms ein Kunstwerk entstanden ist. Foto: DRS/Guzy

Bischof Dr. Klaus Krämer trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Heilbronn ein. Mit dabei sind: Erster Bürgermeister Martin Diepgen, Oberbürgermeister Harry Mergel, Dekan Roland Rossnagel, Bürgermeisterin Agnes Christner und Prälat Ralf Albrecht.

Bischof Dr. Klaus Krämer trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Heilbronn ein. Mit dabei sind: Erster Bürgermeister Martin Diepgen, Oberbürgermeister Harry Mergel, Dekan Roland Rossnagel, Bürgermeisterin Agnes Christner und Prälat Ralf Albrecht. Foto: DRS/Guzy

In der Programmierschule 42 spricht Thomas Bornheim mit Bischof Dr. Klaus Krämer.

In der Programmierschule 42 spricht Thomas Bornheim mit Bischof Dr. Klaus Krämer. Foto: DRS/Guzy

Bischof Dr. Klaus Krämer verschafft sich einen Einblick in den KI-Standort Heilbronn und spricht über ethische Fragen.

Über die Entwicklung der Stadt zum Standort für Künstliche Intelligenz (KI) hat sich Bischof Dr. Klaus Krämer bei einem Besuch in Heilbronn informiert. Er war bei mehreren Einrichtungen des als Ökosystem bezeichneten KI-Netzwerks, das hier entstanden ist und sich entfaltet, zu Gast, um sich über die Innovationen auszutauschen. Denn diese haben Auswirkungen, die weit über den unternehmerischen oder technologischen Bereich hinaus reichen.

Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD) erläuterte dem Bischof, nachdem sich dieser ins Goldene Buch eingetragen hatte, zum Einstieg insbesondere die Entwicklung der Stadt als Wissensstandort. Erster Bürgermeister Martin Diepgen, Bürgermeisterin Agnes Christner sowie der evangelische Prälat Ralf Albrecht begleiteten die Gesprächsrunde, bei der zum Beispiel auch die Bewerbung von Heilbronn als European Green Capital zur Sprache kam.

Besuch der IPAI-Spaces und der Programmierschule 42

In den IPAI-Spaces stellte CEO Moritz Gräter die Planungen und die ersten Bauschritte für den Innovationspark Künstliche Intelligenz (IPAI) vor. Sandra Bojang und Franziska Kirchert führten die Gruppe – Karin Schieszl-Rathgeb, Leiterin der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft im Bischöflichen Ordinariat, Dekan Roland Rossnagel vom katholischen Dekanat Heilbronn-Neckarsulm und Dekanatsreferent Michael Dieterle begleiteten den Bischof – durch die Besucherausstellung. Sie demonstrierten an Exponaten konkrete Anwendungsfälle für KI.

In der Programmierschule 42 stellte Thomas Bornheim das spezielle Lernmodell der Schule vor, bei dem es auf die Zusammenarbeit unter den Studierenden ankommt. Ein Gespräch mit Prof. Dr. Bärbel Renner von der Dieter Schwarz Stiftung rundete den Einblick in den Wissensstandort und das KI-Ökosystem ab.

Eindrücke und Einschätzungen

Krämer zeigte sich beeindruckt von den Entwicklungen und äußerte sich erfreut darüber, dass alle Akteure für einen Austausch über die ethischen Fragen der KI-Innovation aufgeschlossen waren. In einem Pressegespräch im Anschluss an die Tour erläuterte er seine Eindrücke und seine Einschätzung.

So könne KI den zwischenmenschlichen Kontakt nicht ersetzen. KI könne menschliche Empathie oder Transzendenz und eine Beziehung zu Gott nur simulieren. „Man sollte sich nicht falschen Illusionen hingeben“, sagte Krämer. Den Einsatz von KI in der Beichte könne er sich daher nicht vorstellen.

Neue Herausforderungen durch KI

Gleichwohl erkannte er die Vorteile der neuen Technik an. Man müsse wissen, wie man sich diese zunutze machen könne. Krämer nannte die Finanzverwaltung als Beispiel für ein mögliches künftiges Einsatzfeld und erwähnte seine persönlichen Erfahrungen mit Übersetzungsprogrammen, deren Qualität immer besser geworden sei.

Dass der neue Papst Leo XIV. sich zu KI geäußert hat, habe ihn gefreut, sagte Krämer. Durch KI würden neue Fragestellungen aufkommen, und die Menschheit vor neue Herausforderungen gestellt. Dabei betonte der Bischof die Bedeutung der Bildung, um kritikfähig zu werden, was KI könne oder nicht, und um nicht auf Manipulationen hereinzufallen. Schieszl-Rathgeb stellte die Bedeutung der beiden Kirchen heraus, wenn es darum geht, die Teilhabe an Bildungsangeboten zu fördern.

Weitere Nachrichten

Kirche der Zukunft
Aus 1020 Kirchengemeinden werden 50 bis 80 Raumschaften. Wie das funktioniert und welche Vorteile die sogenannte Union bietet, erklären wir im Video.
Weiterlesen
Personal
Neue Leitung für die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Stellenantritt in Nachfolge von Verena Wodtke-Werner erfolgt zum 1. Januar 2026.
Weiterlesen