Neubau

Kupferzell wird Vorreiter des Gebäudeprojekts

Der Pfarrer steht mit Mikrofon vor den gefüllten Stuhlreihen - im Hintergrund die mit hellem Holz verkleidete Rückwand und an der Decke runde Schallschlucker.

Pfarrer Adrian Warzecha begrüßt Gemeindemitglieder und Gäste zur Segnung des neuen Gemeindehauses in Kupferzell - Foto: Astrid Ziemer

Der Hohenloher Dekan Ingo Kuhbach segnete das fast fertige neue Gemeindehaus von St. Michael an der Stelle des früheren Pfarrhauses.

Auch wenn die Außenanlagen und Restarbeiten im Innern noch ausstehen, nutzte die katholische Kirchengemeinde Kupferzell das Fest des Erzengels Michael, ihres Kirchenpatrons, um am vergangenen Samstag das neue Gemeindehaus seiner Bestimmung zu übergeben. Durch die kompakte, eingeschossige Bauweise des winkelförmigen Gebäudes bleibt außen die Sicht auf die neuromanische Kirche erhalten. Die großen Fenster im Saal lassen die Blicke über den noch unfertigen Platz, der bisher zugebaut war, auf die Apsis des Gotteshauses schweifen. „Ich habe die Kirche noch nie so schön wahrgenommen“, gestand Dekan Ingo Kuhbach. Der Leiter des Dekanats Hohenlohe segnete im Beisein von Pfarrer Adrian Warzecha, Bürgermeister Christoph Spieles und Fritz Pribbernow von der evangelischen Kirchengemeinde die neuen Räume.

Warzecha, leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Künzelsau, dankte in seiner Begrüßung dem Architekturbüro Mattes-Riglewski-Wahl aus Heilbronn, dessen Entwurf schon beim Wettbewerb im Jahr 2021 überzeugte und den ersten Preis gewann. Die Überlegungen, was mit dem ehemaligen Pfarrhaus samt Pfarrbüro aus dem Jahr 1962 und dem gut 30 Jahre jüngeren Gemeindehaus - beide erheblich sanierungsbedürftig - geschehen soll, begannen jedoch schon wesentlich früher. Schließlich hätten „die Frauen und Männer des Kirchengemeinderates die mutige Entscheidung gefällt, den Gebäudebestand von drei auf zwei Gebäude zu reduzieren und so die Baulast für kommende Generationen zu senken“, berichtete der Pfarrer. Eine Aufgabe, der sich seit Ende 2024 alle Seelsorgeeinheiten der Diözese stellen müssten.

Energieeffizient und beständig

Ziel des Projekts „Räume für eine Kirche der Zukunft“ ist es, den nichtsakralen Gebäudebestand der Kirchengemeinden um 30 Prozent zu reduzieren. Mit dem eingesparten Geld sollen die verbleibenden Räumlichkeiten nachhaltig saniert oder notfalls energieeffizient neu errichtet werden. Letzteres geschah bereits vor Projektstart in der Vorreitergemeinde Kupferzell, wo das Pfarrhaus dem Neubau mit integriertem Pfarrbüro wich. Das ehemalige Gemeindehaus nebenan erwarb die Kommune als „Haus der Vereine“. Der Erlös des Verkaufs floss in die Finanzierung der Baukosten von 1,6 Millionen Euro. Warzechas Dank galt besonders Ulrike Hirn, der Gebietsarchitektin des bischöflichen Bauamtes, für ihre Unterstützung mit Rat und Tat sowie Diözesanbaumeister Dr. Thomas Schwieren für das Bekenntnis der Diözese zu diesem Standort.

Das mit hochdämmendem Leichtbeton errichtete und mit heimischem Holz ausgestattete Gemeindehaus stehe für Beständigkeit. Bis auf den Sitzstufen der Außenanlage Lesungen im Freien stattfinden, wie es Architekt Kristian Riglewski beschrieb, werden wohl noch einige Wochen ins Land ziehen. Doch das, was die zahlreichen Gemeindemitglieder und Gäste unter den Klängen des Musikvereins Kupferzell bereits zu sehen bekamen, fand viel Lob und Zustimmung. Barbara Joos, gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderates, erinnerte in ihrer gereimten Rede an die vielen helfenden Hände, die mit anpackten. Nicht nur der evangelische Vorsitzende Pribbernow und Bürgermeister Spieles zeigten sich überzeugt, dass die neuen Begegnungsräume im Zentrum ein Gewinn für das Miteinander im gesamten Ort sein werden.

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