Betriebliche Kontakte, seelsorgerische Gespräche, betriebliche und mobile Suchtkrankenhilfe, Konflikt- und Mobbing-Hilfe, Unterstützung für Selbsthilfegruppen, lokale Bündnisse und Netzwerke – die Arbeitsfelder der Betriebsseelsorge sind so vielfältig wie das Arbeitsleben selbst. Nah dran, oft an den berühmten „Rändern der Gesellschaft“, wo selbst Mindestlohn und Mindeststandards herausgefordert werden, sind Betriebsseelsorger unterwegs; manchmal wirken sie in gutem Einvernehmen mit Betriebsleitungen, manchmal mutet ihre Arbeit fast konspirativ an. Weil „die von der Kirche“ oft an Orte kommen, an denen Glaube und Religion auf den ersten Blick keine Rolle spielen, „eine Sehnsucht nach Sinn und Gemeinschaft im Leben aber umso größer ist“, wie Susanne Hirschberger beobachtet, hat die Ulmer Betriebsseelsorgerin einen Bus gechartert und das Jubiläum dorthin verlagert, „wo gekämpft, geweint, getröstet wird“, zu den Kolleginnen und Kollegen, um mit ihnen zu feiern.
Eine von drei Stationen dieser Jubiläums-Bustour – coronabedingt wurden aus dem zu feiernden halben Jahrhundert 55 Jahre – ist das Ulmer Uniklinikum. „Dieser riesige Betrieb, wo rund um die Uhr Menschen in ganz unterschiedlichen Rollen damit beschäftigt sind, Gesundheit zu fördern, für Heilung zu sorgen und Menschen wieder ins Leben zurückzubringen“, sei auch ein Ort, „an dem sich die Widersprüche der bundesdeutschen Krankenhauspolitik abbilden und daraus resultierende Konflikte ausgetragen werden“, sagt Michael Brugger, der als ehemaliger Ulmer Betriebsseelsorger (2016 bis 2020) und Initiator des Pflegebündnisses die Begegnungen am Oberen Eselsberg moderiert.










