Das Kreuz Jesu strahlt Leben aus
Das Kreuz, das hier so im Mittelpunkt hängt, dass es die Aufmerksamkeit der Kirchenbesucher auf sich zieht, sei vom Ursprung her ja nichts Schönes, gibt Pfarrer Bernd Hensinger in seinem Predigtimpuls zum Aschermittwoch zu bedenken: In der Antike war es ein Folterwerkzeug. „Erst durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi konnte das Kreuz für die Christen zu einem Zeichen des Heils werden.“ Und die bunten Farben, in denen sich das Licht in diesem Kreuz bricht, wollen nicht den Tod beschönigen oder verherrlichen, „sondern bringen zum Ausdruck, dass das Kreuz Jesu Leben und Freude ausstrahlt, tief hinein in unser aller Leben“, sagt Hensinger.
Gleichwohl lade die Fastenzeit dazu ein, das eigene Leben ehrlich in den Blick zu nehmen, so wie es eben gelaufen ist: „Wir sehen das Schöne unseres Lebens, aber wir sehen auch, dass manches nicht so gelaufen ist wie es hätte sein sollen.“ Die Asche, die sich Gläubige aufs Haupt streuen lassen, sei Zeichen der Buße: dass „wir mit allem Schiefgelaufenen unseres Lebens zu Gott kommen und ihn um sein Erbarmen bitten, um seine Vergebung und um seine Kraft zur Umkehr und zum Neubeginn“.
In der Fastenzeit den „Empfang“ verbessern
In der Sprache des Lichtes sind da die Wabenmuster der Kirchenfenster, die sich immer wieder gelb, blau oder lila im Lichtkreuz spiegeln. Waben mit ihren sechseckigen Zellen gelten als Inbegriff mathematischer und bautechnischer Effizienz in der Natur und sind ein Symbol göttlicher Ordnung. Manchen dienen sie auch als Mahnung, den eigenen Glauben zu pflegen und in Harmonie mit dem Plan Gottes zu leben. Bisweilen präsentieren sich die Wabenmuster im Lichtkreuz aber auch verzerrt und deformiert und erinnern mehr an die feine, aber unregelmäßige Netzstruktur, die die Deutsche Bahn in die metallene UV-Schutzschicht der Fenster ihrer Züge lasern lässt, um den Mobilfunk-Empfang zu verbessern.
Auch hier drängen sich Parallelen zum menschlichen Leben auf: Auch das Lichtkreuz will den „Empfang“ verbessern: Es soll eine Einladung zur christlichen Spiritualität sein, „eine Einladung, sich über die Kunst vom christlichen Glauben berühren zu lassen, Fragen zu stellen, tiefer zu gehen“, wie die Projektinitiatorin, Dekanatsreferentin Gabriele Kraatz, sagt. Mit allen Konsequenzen, die dieses „tiefer Schauen“ für den Alltag hat: wenn aus dem Eintauchen in die Nähe Gottes ein „Mehr“ an Solidarität mit den Benachteiligten dieser Welt und ein „Mehr“ an Zugewandtheit erwächst, um an einer befriedeten Welt mitzuwirken.