Es gibt ein afrikanisches Sprichwort, das ausdrückt, dass man zusammen besser, stärker oder erfolgreicher ist. Es lautet: “Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Wenn du weit kommen willst, geh zusammen.” Diese Weisheit unterstreicht, dass Zusammenarbeit, Zusammenhalt und ein starkes Team der Schlüssel zu gemeinsamen Erfolgen ist. Diesen Erfolg hat sich die Katholische Erwachsenenbildung keb in der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf die Fahne geschrieben und punktet mit Kooperationen, die alle Beteiligten weiterbringen. Das können kommunale Einrichtungen wie Museen und Büchereien sein, politische Interessenvertretungen, Gewerkschaften, aber auch regionale Initiativen und Netzwerke, Kultur- und Bildungseinrichtungen oder die Landeszentrale für politische Bildung.
Johanna Gebrande Leiterin der keb Rottenburg-Stuttgart e.V. sieht in der Erwachsenenbildung auch eine gesellschaftliche Verantwortung:
Die Katholische Erwachsenenbildung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart will als offene Bildungsarbeit in die Gesellschaft hinein wirken. Deshalb ist ein wichtiges, unverzichtbares Element ihrer Arbeit die Kooperation mit anderen Akteur:innen aus dem Bildungsbereich und den Institutionen und Initiativen in Stadt und Landkreis. Alle kebs tun dies in ihrem Einzugsbereich entsprechend der Erfordernisse und Möglichkeiten vor Ort mit den lokalen Ansprechpartner:innen in je spezifischer Weise. Stellvertretend hierfür stehen die Aktivitäten der keb Kreis Göppingen.
Dr. Johanna Gebrande, Leiterin der Katholischen Erwachsenenbildung Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V.
Dr. Frank Suppanz von der keb Göppingen weiß, wie wichtig Kooperationen für das Gelingen seiner Aufgaben ist. Deshalb liefert er Life-Hacks zum Netzeknüpfen, am Beispiel der Kooperationen in der Katholischen Erwachsenenbildung Göppingen für jeden, der nicht als Einzelkämpfer durch die Welt gehen will. Denn auch in seinem Aufgabenbereich gilt: Offene Bildungsarbeit beginnt schon beim Planungs-Setting: Wer plant? Und das heißt auch: Mit wem planen wir? Da sind wir schon bei Kooperationen.
Die Life-Hacks von Dr. Frank Suppanz
Für die Wirksamkeit, die uns allen am Herzen liegt, ist es gut, die Basis unseres Wirkens zu verbreitern und Netzwerke zu knüpfen. Und seit personelle und Zeitressourcen immer schneller immer knapper werden und Aufgaben immer differenzierter, sind Kooperationen eine großartige Antwort auf diesen Trend, der uns in den nächsten Jahren begleiten wird. Wie das in Göppingen vor Ort mit den lokalen Playern funktioniert - über die vitalen vielfältigen Kooperationen mit anderen kebs sprechen wir hier nicht - gießen wir in ein paar Life-Hacks, natürlich augenzwinkernd (Basis-Life-Hack: „Locker bleiben“):
1. Man muss auch gönnen können: Mit Volkshochschule und Haus der Familie stimmen wir ab, wer welche Schwerpunkte pflegt, um nicht Dinge doppelt anzubieten. Das hat den Vorteil, dass wir gerne gegenseitig ausgewählte Veranstaltungen der anderen mitbewerben.
2. Miteinander reden hilft: Dazu sollte man sich einigermaßen kennen. Wir pflegen also Austauschrunden in größeren regelmäßigen Abständen, um voneinander zu erfahren, wer gerade wo dran ist.
3. Ökumene befruchtet: Enge Zusammenarbeit gibt es mit der Evangelischen Erwachsenenbildung. Wir konzipieren eigene Reihen wie Ruhestands- und Ehrenamtsseminare und Bildungsbuffets und teilen (siehe dazu 1.) miteinander Ideen, Aufwand und Unterrichtseinheiten. In den Kooperations-Reihen „Forum Flucht, Integration und Menschenrechte“ und „Um der Zukunft willen: Vorsorgen und Vorbereiten“ kooperieren auf Landkreisebene die katholischen und evangelischen Bildungswerke mit den Sozialwerken Caritas und Diakonie. Und siehe da: Die unterschiedlichen Charismen verstehen und befeuern einander.
4. Getrennt agieren, gemeinsam wirken: Solidarisch orientierte Gruppen und Akteur:innen sind in Göppingen z.B. die Initiative Eine Welt oder die Gemeinwohlökonomie. Sich gegenseitig die Möglichkeit zur Information und Werbung zu geben, passt für beide Seiten besonders gut.
5. Hinein in die Welt: In der Zivilgesellschaft, auf den Rathäusern und den Landratsämtern, sitzen Menschen, die oft viel zu tun haben und teils die gleichen Ziele verfolgen, so z.B. in der Senior:innenarbeit, wo bei Ruhestandsseminare oder Veranstaltungen gegen Einsamkeit Ressourcen dankbar gebündelt werden. In der städtischen Seniorenakademie wird eine große Zielgruppe angesprochen. Bei Interkulturellen Wochen können spannende Kontakte geknüpft werden, die Nachhaltigkeits- und Integrationsbeauftragten sind für Tipps, Hinweise und Vernetzungen ansprechbar und dann wieder als Mulitlikator:innen aktiv, wenn es um Veranstaltungen zu ihren Themen geht. Schulen mit anspruchsvollen Vortragsreihen für die Öffentlichkeit, Hospizdienste, Beratungsstellen, es gibt so vieles. Manchmal muss es auch gar nicht so viel an Engagement sein, dann geht es darum, Solidarität und Unterstützung zu zeigen, um Dinge auf eine breite Basis zu stellen (z.B. Wahlpodium zur Landtagswahl). Auch Unternehmen wie das z.B. Göppinger Kino kooperieren gerne, weil sie unsere inhaltliche Kompetenz schätzen (z.B. Reihe „Film + Diskussion: Was ist queer?“).
Die Katholische Erwachsenenbildung stößt mit ihrer Verbindung von Offenheit und Wertorientierung sehr oft auf großes Wohlwollen. Es lohnt sich einfach, zu Beginn eines Projekts zu fragen: Wer sind meine natürlichen Freunde? – Aber es geht nicht nur um Institutionen:
6. It’s the individual, stupid: Der sehr engagierte Vorstand in der Göppinger keb ist ein Netzwerk mit tiefen Wurzeln. Wir ermuntern einander, dieses zu aktiv zu nutzen (Werbung für geeignete Veranstaltungen z.B. im eigenen Kirchenchor, Aktivierung persönlicher Kontakte zu interessanten Personen, die als Referent:innen wirken können).
Es gibt darüber hinaus einzelne starke Multiplikator:innen, Netzwerker:innen, Kreativköpfe in Stadt und Landkreis Göppingen. Es lohnt sich, Zeit zu investieren, um sie zu finden. In der Regel stößt man auf ihre Spuren, wenn man sich umhört. Deshalb: Follow the traces. Und dann gilt: Win-win-Situationen schaffen.
Und noch mehr:
7. Triple-Win schlägt Win-win: Kooperationen werden schnell kreativ und wirksam, wenn sich die Partner:innen nicht nur auf den gegenseitigen Nutzen konzentrieren, sondern gemeinsam auf den maximalen Nutzen für die Zielgruppe, der man etwas anbieten will. Die gemeinsame Aufgabe sehen. Dann kommt der Flow.
By the way:
8. Kooperieren macht Spaß: Ja, Kooperieren ist (Mehr-)Arbeit. Das muss man einpreisen, um nicht ungeduldig zu werden. Tipp: Das Ganze durch die Neugier-Brille sehen und sich daran freuen, was man alles Interessantes geschenkt bekommt.
Mehr zum aktuellen Programm der keb Göppingen HIER.
Text Lifehacks: Dr. Frank Suppanz von der keb Göppingen




