Tag der Diakonin

„Macht.Frauen.Stark.“ mit viel Musik

Claudia Schmidt, Geistliche Beirätin des diözesanen Frauenbunds, begrüßt mit der Frankfurter Frauenband Kick La Luna Quartett die Teilnehmer:innen in Stuttgart - Foto: Manuela Pfann

Am Tag der Diakonin luden der Katholische Deutsche Frauenbund und der Diözesanrat Frauen ein ihre Stimme zu erheben.

Der Tag der Diakonin am 29. April hat Tradition. In diesem Jahr stand er unter dem Motto „Wir erheben unsere Stimme: Macht.Frauen.Stark.“ Doch war 2023 anders als sonst. Hatten die Veranstaltungen in den vergangenen Jahren eher den Charakter von Kundgebungen, stand in diesem Jahr die Musik mit kurzen Impulsen im Vordergrund – und es wurde gefeiert, bei zwei interaktiven Konzerten in Stuttgart und Ravensburg. Dazu eingeladen hatte der Katholische Deutsche Frauenbund in der Diözese Rottenburg-Stuttgart (KDFB) gemeinsam mit dem Diözesanrat der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

„An Tagen wie diesen suche ich eine Zuversichtsprophetin. Eine, die den Mut hat, das Unmögliche zu behaupten. Ich brauche eine, die das Vielleicht nicht scheut. An Tagen wie diesen brauche ich eine, die nichts verspricht, aber alles verheißt.“ Mit diesen Worten von Susanne Niemeyer begrüßte Claudia Schmidt, Geistliche Beirätin des diözesanen Frauenbunds, die Besucher:innen der Veranstaltung in St. Georg in Stuttgart. Im Sinne des Mottos rief sie alle dazu auf, gemeinsam Zuversichtsprophet:innen zu sein, die mitten in der derzeitigen Kirchenkrise mit klarer Stimme auf die Frauen in dieser Kirche setzen.

Tag der Diakonin sein 25 Jahren

Vor 25 Jahren forderte der KDFB erstmals am Tag der Heiligen Katharina von Siena die Öffnung der kirchlichen Ämter für Frauen. Seit 2018 unterstützt der Diözesanrat der Diözese Rottenburg-Stuttgart den Tag der Diakonin. Seit vielen Jahren wenden sie die Argumente der Ämteröffnung hin und her, kämpfen gemeinsam für Gleichstellung, protestieren und machen die Verletzung als Frauen in dieser Kirche öffentlich. Auch an diesem Abend treten die anwesenden Frauen und Männer ganz entschieden dafür ein, dass die katholische Kirche endlich mit der Gleichberechtigung von Frauen ernst macht und alle Ämter für Frauen öffnet.

Und doch ist in diesem Jahr der Schwerpunkt neu ausgerichtet.  "Wir haben vom Klagen genug, wir erzählen von uns“, erklärte Margarete Willburger, Ansprechpartnerin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) in Ravensburg, in der dortigen St. Jodokskirche und betonte bei ihrer Begrüßung: „Wer Frauen stark macht, macht die Sache Jesu stark und mit ihr unsere Kirche.“

Mit Begeisterung gefeiert

Und genau das machten die beiden Konzerte in Stuttgart und Ravensburg erlebbar. In Stuttgart mit der Frankfurter Frauenband Kick La Luna Quartett - vier Frauen voller Power, die schon lange für die Gleichstellung der Frauen und gegen jede Diskriminierung von Menschen singen und „die uns heute für unser Anliegen Rückenwind geben und ihm einen großen Horizont verleihen“, betonte Claudia Schmidt. In Ravensburg wurde mit der Irish Folkband „Fields of Green“ gefeiert. Die Begeisterung der Folkband sprang schnell auf das Publikum über.

Zwischen den Musikstücken gab es an beiden Veranstaltungsorten kurze Impulse zu den drei Stichworten „Macht“, „Frauen“ und „Stark“, sie sollten Denkanstöße sein zu Fragen wie: Was hat es mit der Macht auf sich? Wie gehören Frauen und Macht zusammen? Aber auch: Was macht Frauen aus und wer wollen, sollen und können sie sein? Gedanken, die sich auch in der Musik der beiden Bands wiederfinden. In einem Liedtext von Kick La Luna heißt es „Es geht nicht ohne uns – ohne unsre Kraft. Es geht nicht ohne unsre Liebe – ohne unsre weiche Macht.“ Fields of Green griff die Themen auf ihre eigene Art auf. Sie sangen über die Liebe und die Macht des Alkohols, über eine Fischhändlerin in Dublin und über eine Frau, die mit ihren Söhnen ihre Felder verteidigt.

Gelungenes neues Format

Für Maria Viktoria Heinrich und Lydia Prakash, beide Mitglieder im Diözesanrat und Teilnehmende in Stuttgart, war es ein gelungener Abend. Vor allem das Format sprach an. „Es war eine super Idee, es mal ganz anders zu machen. Musik und Themen haben wunderbar zusammengepasst“, sagte Lydia Prakash. Und Maria Viktoria Heinrich ergänzte: „Dieses Format war einfach großartig und sehr inspirierend, mutmachend und frech. Diese Power der Frauen war spürbar.“

Auch Claudia Schmidt zeigte sich zufrieden. „Es war ein beeindruckender, mitreißender Abend voller Frauenpower, wunderbarer Musik, beseeltem Tanzen und Mitsingen und Frauensolidarität“, freute sich die Geistliche Beirätin des KDFB. „Wir alle waren Zuversichtsprophet:innen heute Abend.“ Vereint habe alle die Verheißung, dass die Kirche gesunden könne, wenn sie die Frauen endlich aus der zweiten in die erste Reihe holen würde, Diskriminierung aufgäbe und die Macht teile. „Viele Frauen haben sich bedankt, weil es ein so bestärkender Abend war“, resümiert Schmidt.  „eine echte Alternative also zu den sonst unvermeidlichen Podiumsdiskussionen.“

Hinweis Ausstellung in Ravensburg

Die aktuelle Ausstellung "Jesus und die verschwundenen Frauen" in der Jodokskirche bot den passenden Rahmen für den Tag der Diakonin in Ravensburg. Das Thema führte vier Künstlerinnen zurück in die biblische Welt des Alten und Neuen Testaments und in die Auseinandersetzung mit Frauenbildern und Frauenschicksalen damals und bis in die heutige Zeit hinein.

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