Schulen

Mehrwert ohne Leistung

Das Team der Religionslehrer:innen von St. Gertrudis (von links): Max Vogelmann, Barbara Stock und Stefanie Schroeter-Marstaller. Foto: privat

Zwischen Noten und Notenpunkten tauchen in der Schule St. Getrudis noch andere Dinge auf, die nichts mit Bewertung, sondern mit Werten zu tun haben.

Das sind Werte wie Stärke durch Gemeinschaft, sich selbst kennenlernen, mutig einstehen für das, was einem wichtig erscheint. Die Schöpfung achten, über den eigenen Tellerrand hinausblicken. Innere Stärke durch den Glauben erfahren, durch den Segen.

Wenn sich beim Abi-Gottesdienst die Schülerinnen und Schüler gegenseitig die Hand auf die Schulter legen, dann macht das etwas mit jedem selbst und mit der Gemeinschaft. Davon ist das Team der Religionslehrer:innen an der Schule überzeugt. Barbara Stock, Stefanie Schroeter-Marstaller und Max Vogelmann machen diese Beobachtung jedes Jahr aufs Neue. „Wir geben durch diese Gesten unseren Schülerinnen und Schülern etwas mit, was nichts mit Leistung zu tun hat“, ist Max Vogelmann überzeugt. Und das nicht nur im Abi-Gottesdienst, sondern durch das ganze Schulleben hindurch.

Der Mensch im Mittelpunkt

„Kinder und Jugendliche haben durchaus den Wunsch nach spirituellen Elementen“, berichtet Barbara Stock. „Vielleicht nicht gerade in unserer Kirche oder im Gottesdienst, aber in ihrem Leben“. Diesem Wunsch kommt die Schule St. Gertrudis durch ihr Profil nach. Sie ist eine katholische Schule in freier Trägerschaft. Träger ist die „Sießener Schulen gemeinnützige GmbH" mit der „Ordensschulen Trägerverbund gemeinnützige GmbH" als alleinigem Gesellschafter. „Somit folgen wir in unserem Profil den Sießener Franziskanerinnen“, erklärt Barbara Stock.

Dabei steht der Mensch immer im Mittelpunkt, egal welcher Konfession. Klar sein muss lediglich, dass das franziskanische Profil bejaht wird. Dieses wird in verschiedenen Elementen im Schulalltag integriert. Jeder Tag beginnt beispielsweise mit einem Morgenimpuls. „Wir machen uns klar, wie es uns selbst geht, reflektieren die momentane Situation“, so Max Vogelmann. Im wöchentlichen Morgenkreis stellt man die Klassengemeinschaft in den Mittelpunkt.

Fest eingebunden im Schuljahr ist auch ein Franziskus-Tag, wo es um die Stationen franziskanischen Lebens, der Verbundenheit zu Natur und Umwelt sowie um Achtsamkeit geht. Traditionell gibt es eine Adventsbesinnung auf dem Schönenberg. Wichtig sind auch die Prüfungsbegleitung und der Prüfungssegen für die Schülerinnen und Schüler. In der neunten und zehnten Klasse bietet die Schule eine Exkursion nach Assisi, dem Geburtsort des heiligen Franziskus an. Für die Jüngeren sind die „Tage der Orientierung“ angesagt. „Wir verbringen zwei Tage mit Übernachtung im Kloster Sießen“, sagt Max Vogelmann.

Werte im Schulalltag leben

In der Schule St. Gertrudis gibt es auch einen „Raum der Stille“. Gedanken können fließen, sich lösen von Leistungsdruck oder zwischenmenschlichen Konflikten. „Die gibt es bei uns natürlich auch“, lächeln die Pädagogen. „Aber wir gehen damit vielleicht anders um als andere Schulen“. Will heißen: Werte wie Respekt, gegenseitige Achtung, Wertschätzung und Hilfsbereitschaft werden im Schulalltag gelebt – nicht nur von den Schülerinnen und Schülern, sondern auch vom Kollegium. Die gegenseitige Stärkung, das Anerkennen von anderen Meinungen, die gerechte Austragung von Konflikten sind Dinge, von denen man in diesen Zeiten gar nicht genug vermitteln kann.

Sehr passend fügt sich da das Wort Mahatma Gandhis (1869-1948) ein, das die Schule St. Gertrudis für dieses Jahr als Motto gewählt hat: „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“

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