Seelsorge

Menschen beistehen, die den Kopf hinhalten

Vertreter von Kirche und Polizei würdigten im Rahmen einer Fachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Katholische Polizeiseelsorge in Schöntal die Arbeit der Polizistinnen und Polizisten und den Dienst der Seelsorgerinnen und Seelsorger. (Von links) Polizeidekan Georg Hug, Bischof Dr. Klaus Krämer, Landeskriminaldirektorin Sandra Zarges und Polizeibischof Wolfgang Bischof. Foto: drs/Jerabek

Bischof Krämer und Landeskriminaldirektorin Zarges betonen gute Zusammenarbeit von Polizei und Polizeiseelsorge und danken für unverzichtbaren Dienst.

Die gute Zusammenarbeit zwischen den Polizeibehörden und der Polizeiseelsorge, „das gute Zusammenspiel des gegenseitigen Vertrauens und Miteinanders, das über die Jahrzehnte gewachsen ist“, sei „ein wichtiges Kapital für Zeiten, die vielleicht nicht unbedingt ruhiger werden“, sagte Bischof Dr. Klaus Krämer zum Abschluss der Fachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Katholische Polizeiseelsorge im Bildungshaus Kloster Schöntal. Einmal im Jahr treffen sich katholische Polizeiseelsorgerinnen und -seelsorger zum Austausch und zur fachlichen Weiterbildung; in diesem Jahr war die Diözese Rottenburg-Stuttgart Gastgeberin der Tagung.

Polizisten schützen auch die Religionsfreiheit

Polizeiseelsorgerinnen und -seelsorger leisteten einen wichtigen Dienst an Menschen, „die tagtäglich den Kopf hinhalten für unsere Demokratie, für die Freiheiten, die wir genießen, ob es die Meinungsfreiheit ist oder auch die Religionsfreiheit, die durch unsere Polizei gesichert wird“, sagte Bischof Krämer beim Empfang der Diözese für die Teilnehmenden der Tagung und geladene Gäste. „Das ist ein Dienst, für den wir alle sehr dankbar sind und an dem wir auch als Kirche unseren Teil beisteuern wollen, damit dieser Dienst in guter Weise getan werden kann.“ Den Polizistinnen und Polizisten stünden Seelsorgerinnen und Seelsorger zur Seite, „die sie begleiten, Hilfe und Orientierung geben in schwierigen Situationen und die ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen“.

Dank für den Dienst der Polizeiseelsorger

In Vertretung für den kurzfristig verhinderten Innenminister Thomas Strobl würdigte Landeskriminaldirektorin Sandra Zarges den Dienst der Polizeiseelsorgerinnen und -seelsorger. „Danke für Ihren Dienst – für einen Dienst, der oft leise und im Hintergrund geschieht.“ Mit offenen Ohren, mit Verständnis, mit Einfühlungsvermögen seien die Seelsorgenden im Polizeialltag präsent – „und Sie sind nicht hinwegzudenken“, sagte die ranghöchste Kriminalbeamtin in der Polizei des Landes Baden-Württemberg. Polizistinnen und Polizisten träfen Entscheidungen in Sekunden, begegneten Konflikten, viel Leid und oftmals auch Gewalt, und vieles von dem Erlebten lasse sich bei Dienstschluss nicht einfach ablegen. Polizeiseelsorgerinnen und -seelsorger „schaffen vertrauensvolle Gesprächsräume, in denen ausgesprochen werden kann, was nicht unausgesprochen bleiben sollte“, sagte Zarges. „Vor Ihrer Arbeit habe ich allergrößten Respekt.“

Fürbitten für Mitarbeitende von Polizei und Polizeiseelsorge

Die Bitte um Mut und Kraft sowie Gesundheit für die Polizistinnen und Polizisten und für ihren eigenen Dienst mit allen Herausforderungen trugen die Seelsorgerinnen und Seelsorger bei einer Eucharistiefeier mit Bischof Krämer und mit Weihbischof Wolfgang Bischof, dem Beauftragten der deutschen Bischofskonferenz für die katholische Seelsorge in der Polizei in Bund und Ländern, vor Gott. Der stimmungsvolle Gottesdienst, an dem auch mehrere Polizeipräsidenten, Vertreter der Bundespolizei, der Polizeiseelsorge in Bund und Ländern und weitere Gäste teilnahmen, wurde von einem Holzbläser-Ensemble des Landespolizeiorchesters Baden-Württemberg begleitet.

Reden von Gott in Zeiten der Transformation

Das Quintett umrahmte auch den Empfang der Diözese im Festsaal des Klosters. Polizeibischof Bischof dankte den Organisatoren der Tagung, Landespolizeidekan Dr. Hubert Liebhardt und Polizeidekan Georg Hug. Bei letzterem bedankte er sich auch für die langjährige Mitarbeit im Vorstand und die intensive Unterstützung bei der Erstellung eines „Positionspapieres zur Polizeiseelsorge“ der Pastoralkommission der deutschen Bischöfe. Hug wird Mitte des Jahres in ein Sabbatjahr und anschließend in Rente gehen.

Thematisch widmeten sich die etwa 60 teilnehmenden Polizeiseelsorgerinnen und -seelsorger aus ganz Deutschland bei ihrem mehrtägigen Treffen Fragen um „Spiritualität und Glaube, Reden von Gott und unseren Werten in den Veränderungsprozessen der Welt“.

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