Kirchenmusik

Mit den Serafim gemeinsame Sache gemacht

Über ein volles Haus - rund 300 Sängerinnen und Sänger - freuten sich Dekan Robert Kloker und Pfarrer Bernhard Weiß beim Dekanatschortag in Heubach. Foto: drs/Jerabek

Rund 300 Sängerinnen und Sänger aus kirchlichen Chören des Dekanatsbezirks Schwäbisch Gmünd haben in Heubach ihren Dekanatschortag gefeiert.

Die himmlischen Heerscharen haben in Heubach eine Filiale: Erhebend, raumfüllend und mitreißend brachten die Chorsänger den Lobpreis Gottes zum Klingen: „Lobe den Herrn, meine Seele, / und alles in mir seinen heiligen Namen!“ – dieses berühmte Loblied auf den gütigen und verzeihenden Gott aus Psalm 103 erklang in verschiedenen Besetzungen, auf Deutsch und auf Englisch. Von preisenden Chorälen und ewigem Lobgesang zeugt auch die majestätische Komposition von Henry Purcell, „Christ is made the sure foundation“ – beeindruckend dargeboten in einem Arrangement von John Rutter. Oder eher schlicht und doch eingängig das „Heilig, heilig, heilig“ aus dem „Gotteslob“…

Den ganzen Nachmittag wurde erst in der Stadthalle und dann in der Kirche St. Bernhard geprobt – unterstützt vom Trompetenensemble Stuttgart und den Blechbläsern des Münsterorchesters Schwäbisch Gmünd, Perkussion und E-Piano sowie später dann der Orgel. Den Höhepunkt und Abschluss bildete der Vorabendgottesdienst in der Pfarrkirche St. Bernhard. Und der Text der ersten Lesung des Sonntags lieferte gleichsam das biblische Fundament dazu.

 

Noch ein paar mehr Register gezogen

Kapitel 6 im Buch Jesaja berichtet von der Berufung des Propheten. In dieser Passage ist von den Serafim die Rede, die einander zurufen: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere.“ – Eine Steilvorlage für Pfarrer Bernhard Weiß, der schon nach dem Eingangslied der Eucharistiefeier feststellen konnte: „Auch wenn wir sonst schon in unseren Gemeinden sehr, sehr schöne Gottesdienste feiern, ziehen wir heute noch ein paar mehr Register: zu den himmlischen Heerscharen kommen alle hinzu, die heute diesen Gottesdienst mitfeiern und mitgestalten.“

Als kleines unwürdiges Menschlein empfindet sich Jesaja angesichts der Majestät und Allmacht Gottes in der Berufungsvision: Das Bild, dessen er sich bedient, nämlich das eines orientalischen Großkönigs auf seinem hohen und erhabenen Thron, „das Bild einer Gottheit, die zwar anziehend und faszinierend ist, aber immer auch zittern und vor Angst niederstürzen lässt“, wie es auch im Evangelium des Sonntags anklinge, sei „ein nicht unproblematisches Bild für den Befreier- und Erlösergott Israels“, befand Dekan Robert Kloker in seiner Predigt.

In einer „Spurensuche nach dem dreifachen Sanctus“ zeigte er auf, warum die erschreckende Bebilderung Gottes bei Jesaja „als abgesondert heilige, majestätische Übermacht“ nicht ganz zu dem väterlichen und mütterlichen Gottesbild passe, das Jesus uns geschenkt hat. Denn der überwältigenden, Angst und Schrecken auslösenden Gottesschau setze Jesus sein „Fürchte dich nicht“ entgegen, sagte Kloker: „Fürchte dich nicht, die gute Botschaft vom Handeln Gottes in Jesus Christus würdig und kompetent auszurichten – das macht doch keine Angst, sondern öffnet freudig das Herz und die Lippen!“

Dankbar für den wertvollen Dienst in der Kirchenmusik

An der großartigen Musik der Sanctus-Vertonungen, die auf der Jesaja-Szene fußen, dürfe man sich trotzdem erfreuen, betonte der Dekan und gab den Sängerinnen und Sängern den Wunsch mit auf den Weg, „dass Sie weiterhin mit viel Freude und Leidenschaft den Lobpreis Gottes anstimmen und sich damit den Lobpreis der Engel zu eigen machen – und wir alle als Gemeinde folgen Ihnen darin und sind unendlich dankbar für Ihren wertvollen Dienst in der Kirchenmusik.“

Mit viel Applaus gaben die Chorsänger zu verstehen, dass das Musizieren unter der Stabführung von Kirchenmusikdirektor Dr. Stephan Beck Spaß gemacht hat und nach einer Wiederholung schreit, weil es bereichernd ist, diese größere Chorgemeinschaft zu erleben – und mit den Serafim gemeinsame Sache zu machen.

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