Kirchenjahr

Mit Gaben und Nähe helfen

Mann hält eine Krippenfigur in den Händen und steht vor Weihnachtskrippe

In unserer Reihe über die Krippe in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Schönenberg lässt sich Dr. Sebastian Röhler, gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderats, besonders von der Figur des Bettlers inspirieren. Bild: DRS / Annika Werner

Der Bettler in der Weihnachtskrippe erinnert Dr. Sebastian Röhler an die Verantwortung, auch für Menschen „im Umfeld“ mit Nähe und Gaben da zu sein.

Körbe voller Früchte oder Fische, ein Brotverkäufer preist seine Backwaren an, Frauen tragen Krüge mit Wasser, Teppichhändler rollen ihre Ware aus – Dr. Sebastian Röhler, gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderats, fühlt sich von dieser Krippenszene inspiriert und auch herausgefordert: „Die große Reichhaltigkeit an Waren erinnert mich ein bisschen an die Fülle, die wir an Weihnachten haben: die Fülle an Geschenken, das gute Essen, das wir genießen können...“

Zu dieser Marktplatzszene gehöre aber auch die Figur des blinden Bettlers, die Röhler für unsere Impuls-Reihe über die Krippe in der Schönenbergkirche ausgewählt hat. „Er ist gar nicht weit weg von der Reichhaltigkeit dieses Marktes, und ist trotzdem darauf angewiesen, dass Menschen ihm Almosen bringen, dass Menschen ihm gut gesinnt sind“, erklärt er. In der von Sieger Köder gestalteten Szene beugt sich ein Mann zu dem Blinden vor, schaut ihn an und legt ihm ein Geldstück in die geöffnete Hand.

„Große“ Geschenke - „kleine“ Aufmerksamkeit

Malerpfarrer Sieger Köder hatte nicht nur ein Faible für Krippen, sondern verstand es auch meisterhaft, das Leben in allen seinen Facetten darin abzubilden. In der Marktszene sind Menschen zu sehen, die offenbar noch nicht von der Botschaft der Weihnacht gehört haben, oder die einfach viel zu beschäftigt sind. Und im Schatten dieses Trubels spielt sich die Szene ab, in der sich ein Mensch dem blinden Bettler zuwendet. Abseits der „großen“ Geschenke, die die Könige dem Jesuskind mitbringen, schenkt jemand einem bedürftigen Menschen seine Aufmerksamkeit und einen kleinen Teil seines Wohlstands. „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40) sagt Jesus später in seiner Rede vom Weltgericht.

Aus der Fülle etwas abgeben

„Was ich aus dieser Szene mitnehme, ist, dass wir alle dazu aufgefordert sind, diesen Blick für die Menschen zu haben, die darauf angewiesen sind, dass wir ihnen Gutes tun; dass wir sie im Blick haben und an sie denken“, sagt Sebastian Röhler. Aus der Fülle, die vielen Menschen geschenkt ist, gehe eine Verantwortung hervor, denen etwas abzugeben, die am Rande der Gesellschaft stehen und denen es weniger gut geht: „Die einen tun dies dadurch, dass sie an den Weihnachtsfeiertagen eine großzügige Opfergabe machen; andere schauen vielleicht nach, welche Menschen es im eigenen Umfeld gibt, auf die sie zugehen können, denen sie helfen können – mit einer Gabe oder einfach auch mit ihrer Nähe und mit Hilfe. Das wünsche ich uns.“

In unserer Reihe über die Krippe in der Wallfahrtskirche Schönenberg stellen Gemeindemitglieder über den Advent bis zum Dreikönigstag ihre Lieblingsfigur(en) vor.

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