Tod und Trauer

Mit Licht und Hoffnung auf Weihnachten zu

Porträt der Künstlerin vor einem Regal mit Holz.

Die Künstlerin Cornelia Grzywa - Bildrechte: Cornelia Grzywa

Die Künstlerin Cornelia Grzywa erklärt die Hintergründe ihrer Ausstellung zum 15-jährigen Bestehen der Kontaktstelle Trauer in Biberach.

Die Kontaktstelle Trauer, eine Kooperation der Dekanate Biberach und Saulgau mit der dortigen Caritasregion, berät, unterstützt und begleitet Menschen, die Nahestehende durch Tod verloren haben. Für sie und alle Interessierten holt das Team zum 15-jährigen Bestehen die Ausstellung „Lichtblicke“ von Cornelia Grzywa nach Biberach. Wie sie die Holzskulpturen herstellt und mit Texten deutet, erzählt die Künstlerin im Interview.

 

Frau Grzywa, während Ihre anderen Kunstwerke Menschen in groben Umrissen aus Holz zeigen, ist in der Skulptur „Lichtblicke“ gerade die zentrale Person aus der Baumrinde ausgestanzt, fehlt also. Welche Botschaft steckt dahinter?

Da leuchtet „das Licht der Welt“, Jesus persönlich durch das Holz. Er ist der wahre Lichtblick. Auf ihn konzentriert sich diese Skulptur, zu ihm zieht es die Menschen. Das soll die Skulptur ausdrücken.

Lassen Sie uns zunächst einen Blick auf den Werkstoff werfen. Wie haben Sie Holzskulpturen für sich entdeckt?

Da lag ein Stapel Brennholz, den wir zersägt haben. Eigentlich schade, dachte ich - ein so schönes, so besonderes Holz. Und ich habe mir welches zur Seite gelegt. Als meine Familie protestierte - wir tragen es hoch zum Ofen, du schleppst es dann wieder runter -, habe ich einfach angefangen es zu bearbeiten.

Und mit welcher Technik haben Sie sich ans Werk gemacht?

Angefangen habe ich mit der Kreissäge - nicht so ideal. Dann folgte bald eine Bandsäge - etwas feiner. Irgendwann kamen Lasuren dazu, Schnitzmesser und anderes. Es entwickelt sich immer noch, aber die grundsätzliche Formsprache bleibt gleich - einfach und klar.

Ihre Skulpturen sind aber viel mehr als Handwerk, wie wir bei den Lichtblicken gesehen haben. Wie entsteht das Gesamtkunstwerk aus Material, Wort und Glaube?

Meine unverzichtbare Quelle ist meine Beziehung zu Gott. Jeden Morgen eine gute Zeit mit ihm haben, Bibel lesen, schreibend mit ihm im Gespräch sein - ohne das läuft nichts. Da hätte ich nichts zu erzählen, zu gestalten. Handwerk lässt sich lernen, ist viel Übung. Genauso will auch das Gestalten immer wieder von Neuem inspiriert werden.

Was inspiriert Sie über das Gebet hinaus?

Ich bin eine intensive und begeisterte Leserin, liebe gut Geschriebenes, schöne Sprache, sei es die Wochenzeitung oder Bücher. Kunstausstellungen inspirieren mich, Architekturzeitschriften, alles Schöne. Es ist mir wichtig, da Neues zu entdecken.

Nach welchen Gesichtspunkten haben Sie die Kunstwerke gerade für die Ausstellung in Biberach ausgewählt?

Die herausfordernde Frage, wie Advent und Trauer zusammenpassen, die hat mich umgetrieben. Licht und Hoffnung sind es, Gottes Geschenke sowohl an die Menschen, die trauern, als auch an alle anderen, die auf Weihnachten zugehen. Menschen aus der Bibel erzählen davon wie beispielsweise Elisabeth, Zacharias oder Josef. Die hatte ich gestaltet, Texte geschrieben. Und dann ist Vieles neu entstanden, ist immer wieder ein anderer Aspekt aufgeleuchtet.

Apropos aufleuchten: Welche „Lichtblicke“ wollen Sie diesen unterschiedlichen Besucher:innen mit auf den Weg geben?

Da kommt einer auf Euch zu - jetzt im Advent, an Weihnachten -, der mehr ist als Kerzen und Glitzer. Und mehr als schmerzende Erinnerungen. Einer, der im Tiefsten versteht, wie weh es tut, sein Liebstes loszulassen. Wir alle wissen, wie dieses Kind in der Krippe endet. Aber er ist eben auch „Licht der Welt“, „Heiland“, dieser Gott, bei dem wir sicher und getröstet sein dürfen. Meine Empfehlung: Einfach kommen und schauen und sich „Lichtblicke“ schenken lassen.

Zur Person

Cornelia Grzywa ist 1962 geboren und lebt heute in Moosbach im bayerischen Unterallgäu. Nach dem Studium in Kommunikationsdesign begann Ihre künstlerische Laufbahn als Grafikerin und Illustratorin. Dazu gesellte sich dann die Fotografie als weitere Ausdrucksform, bevor sie sich ab 2009 schwerpunktmäßig auf die Gestaltung von Holzskulpturen konzentriert. Diese verbindet sie mit spirituellen Texten und zeigt sie bei Ausstellungen im ganzen deutschsprachigen Raum. Einige ihrer Kunstwerke fotografiert sie auch an passenden Orten und gestaltet mit den Bildern und den Texten Postkarten und Bücher.

Jubiläum und Ausstellung Kontaktstelle Trauer

Die Kontaktstelle Trauer der Dekanate Biberach und Saulgau sowie der Caritas Biberach-Saulgau feiert das 15-jährige Bestehen mit einem Gottesdienst am Sonntag, 23. November, um 11 Uhr in der Kirche St. Martin in Biberach - mitgestaltet vom dortigen Kirchenchor.

Die Ausstellung „Lichtblicke“ mit Skulpturen und Texten von Cornelia Grzywa im Alfons-Auer-Haus und im Haus der Caritas an der Ecke Waldseer Straße/Kolpingstraße in Biberach ist erstmals bei der Vernissage am 23. November um 17 Uhr im Alfons-Auer-Haus zu sehen. Führungen bietet die Künstlerin bis zur Finissage am 13. Dezember immer samstags um 11 Uhr an. Der Eintritt ist frei.

Darüber hinaus sind die beiden Gebäude mit den Ausstellungsstücken von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und von Montag bis Donnerstag von 14 bis 16 Uhr sowie am Samstag von 11 bis 14 Uhr geöffnet.

Bücher und Karten von Cornelia Grzywa sind in der Ausstellung, in der Biberacher Stadtbuchhandlung und im Buch- und Teeladen Atempause erhältlich.

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