Frau Grzywa, während Ihre anderen Kunstwerke Menschen in groben Umrissen aus Holz zeigen, ist in der Skulptur „Lichtblicke“ gerade die zentrale Person aus der Baumrinde ausgestanzt, fehlt also. Welche Botschaft steckt dahinter?
Da leuchtet „das Licht der Welt“, Jesus persönlich durch das Holz. Er ist der wahre Lichtblick. Auf ihn konzentriert sich diese Skulptur, zu ihm zieht es die Menschen. Das soll die Skulptur ausdrücken.
Lassen Sie uns zunächst einen Blick auf den Werkstoff werfen. Wie haben Sie Holzskulpturen für sich entdeckt?
Da lag ein Stapel Brennholz, den wir zersägt haben. Eigentlich schade, dachte ich - ein so schönes, so besonderes Holz. Und ich habe mir welches zur Seite gelegt. Als meine Familie protestierte - wir tragen es hoch zum Ofen, du schleppst es dann wieder runter -, habe ich einfach angefangen es zu bearbeiten.
Und mit welcher Technik haben Sie sich ans Werk gemacht?
Angefangen habe ich mit der Kreissäge - nicht so ideal. Dann folgte bald eine Bandsäge - etwas feiner. Irgendwann kamen Lasuren dazu, Schnitzmesser und anderes. Es entwickelt sich immer noch, aber die grundsätzliche Formsprache bleibt gleich - einfach und klar.
Ihre Skulpturen sind aber viel mehr als Handwerk, wie wir bei den Lichtblicken gesehen haben. Wie entsteht das Gesamtkunstwerk aus Material, Wort und Glaube?
Meine unverzichtbare Quelle ist meine Beziehung zu Gott. Jeden Morgen eine gute Zeit mit ihm haben, Bibel lesen, schreibend mit ihm im Gespräch sein - ohne das läuft nichts. Da hätte ich nichts zu erzählen, zu gestalten. Handwerk lässt sich lernen, ist viel Übung. Genauso will auch das Gestalten immer wieder von Neuem inspiriert werden.
Was inspiriert Sie über das Gebet hinaus?
Ich bin eine intensive und begeisterte Leserin, liebe gut Geschriebenes, schöne Sprache, sei es die Wochenzeitung oder Bücher. Kunstausstellungen inspirieren mich, Architekturzeitschriften, alles Schöne. Es ist mir wichtig, da Neues zu entdecken.