Frauen

Mit Maria für Frieden in der Welt

Dankbar für 50 Jahre Frauenwallfahrt in Ehingen: (von links) Harald Gehrig, Leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Ehingen-Stadt, Andrea Holzer, 1. Vorsitzende des Frauenbunds Ehingen, Dekan Ulrich Kloos, Bischof Dr. Klaus Krämer, Gertrud Holzer, ehemals 2. Vorsitzende bzw. Schatzmeisterin, und Pfarrer Otto Glökler (Seelsorgeeinheit Ehinger Alb). Foto: drs/Jerabek

Bei der 50. Dekanatsfrauen-wallfahrt legt Bischof Dr. Klaus Krämer den Gläubigen die Gottesmutter als Wegbegleiterin und Vorbild des Betens ans Herz.

Sie kommen, um in großer Gemeinschaft zu beten; um sich von Maria inspirieren zu lassen; um mit anderen Frauen unter sich zu sein; um Segen zu erbitten für sich und für die Lieben in den kleinen und großen Sorgen des Alltags. Und sie kommen in großer Treue: Etwa 300 Frauen folgten der Einladung zur 50. Frauenwallfahrt des Dekanats Ehingen-Ulm. „Dankbar schauen wir auf diese lange Zeit zurück“, sagte eingangs der gastgebende Pfarrer Harald Gehrig. Viele Frauen sind schon lang dabei, manche erinnern sich gar an die Anfänge, als die 750 Sitzplätze große St.-Blasius-Kirche in Ehingen die Teilnehmerinnen kaum zu fassen vermochte, und kaum eine der Frauen möchte viel Aufhebens darum machen, dass die Frauenwallfahrt so etwas wie ein Ankerpunkt in der persönlichen Spiritualität ist, dass die Gottesmutter einfach „dazugehört“. Sie sind „mit Maria gemeinsam auf dem Weg“, wie das Motto der Wallfahrt lautete.

Zum Gebet für den Frieden aufgerufen

Die Sorge um den Frieden in der Welt treibt viele, vor allem junge Menschen um, und nicht ganz zu Unrecht habe Papst Franziskus davon gesprochen, dass angesichts so vieler kriegerischer Konflikte weltweit ein „Dritter Weltkrieg“ längst im Gange sei, sagte Bischof Dr. Klaus Krämer bei der Wallfahrtsmesse in der Pfarrkirche. In Zeiten großer Not habe sich die Kirche immer wieder besonders an Maria gewandt: etwa im vorletzten Jahr des Ersten Weltkriegs, als Papst Benedikt XV. den Titel „Maria, Königin des Friedens“ in die Lauretanische Litanei eingefügte; oder im Kriegsjahr 1943, als Bischof Joannes Baptista Sproll (1870-1949) die Diözese Rottenburg-Stuttgart der Gottesmutter weihte. „Und auch in diesen Tagen hat uns Papst Leo immer wieder zum Gebet für den Frieden aufgerufen“, erinnerte Krämer.

Wandel geschieht in den Herzen der Menschen

„Wir haben allen Grund, uns in diesen Zeiten in ganz besonderer Weise der Gottesmutter Maria, der Königin des Friedens anzuvertrauen“, so Krämer mit Blick auf die Botschaft vom Kommen Jesu Christi, weil diese Botschaft „in ihrem tiefsten Kern eine Friedensbotschaft“ ist: „Das Kind, das sie zur Welt bringen wird und dem sie den Namen Jesus gegen soll, wird – so sagt es der Engel – Sohn des Höchsten genannt werden und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben.“ Der Wandel der Welt zum Guten, den Gott bewirken will, geschehe „in den Herzen der Menschen“. Es gelte, Gott die Herzen im Gebet zu öffnen, „damit er auch uns von innen heraus erneuert und zu Menschen des Friedens macht, die aus seiner barmherzigen Liebe heraus leben und handeln“.

Frauenwallfahrt: Sich von Maria inspirieren lassen

In Maria sei den Menschen nicht nur eine Fürsprecherin an die Seite gestellt, sondern „ein Vorbild des Betens, weil sie alles, was sie mit Gott und mit ihrem Sohn erlebt hat, in ihrem Herzen bewahrte, es immer mehr verinnerlichte und so zu der Grundhaltung fand, in der sie ihr Vertrauen ganz auf Gott setzte, alles von Gott erwartete – und sich auch dann nicht irritieren ließ, wenn sie seine Wege anfangs noch nicht verstehen konnte“, sagte der Bischof. „Maria im Gebet mit den Aposteln versammelt – das ist für mich das Bild einer synodalen Kirche, die zusammenhält – gerade in bewegten und unruhigen Zeiten – das Bild einer Kirche, die gemeinsam unterwegs ist, die sich gemeinsam auf den Geist Gottes ausrichtet, der uns zu Zeuginnen und Zeugen macht für die frohe Botschaft, für die Friedensbotschaft des Evangeliums.“ Bischof Krämer rief die Gläubigen dazu auf, Papst Leo XIV. in seinem Einsatz für den Frieden in der Welt mit Gebet – etwa mit Rosenkranzgebet – zu unterstützen.

Gemeinsame Sehnsucht nach Aufbruch

43 Ministrantinnen und Ministranten bot die Seelsorgeeinheit für diese Jubiläumsmesse auf, die auch musikalisch festlich umrahmt wurde von Dekanatskirchenmusiker Volker Linz. Die Dekanatsfrauenwallfahrt stehe für „50 Jahre gelebten Glaubens und Frauengemeinschaft in unserer Heimat“, sagte Andrea Holzer, 1. Vorsitzende des Frauenbunds Ehingen. Vieles habe sich verändert – „Rollenbilder haben sich gewandelt und auch unser Alltag ist ein anderer, aber eines ist beständig geblieben: unsere gemeinsame Sehnsucht nach Aufbruch, Besinnung und der stärkenden Nähe Gottes“. Auch wenn die Prozession über die Hauptstraße zur Liebfrauenkirche seit ein paar Jahren nicht mehr stattfindet, schloss eine kurze Anbetung und der eucharistische Segen die Wallfahrtsmesse ab. Und auch das gehört zum gemeinsamen Weg als Glaubende: Begegnung und Gespräch bei einer guten Tasse Kaffee im Marienheim.

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