Im Programm „Digitalstrategie“ hat kürzlich die Umsetzungsphase begonnen. Warum gibt es das Programm überhaupt und welches Ziel verfolgt die Digitalstrategie in der Diözese?
Wolfang Zilk: Die Digitalstrategie zielt darauf ab, die Diözese auf eine angemessene Ebene der Digitalisierung zu bringen, um die Belastung in der Verwaltung deutlich zu reduzieren und damit die Seelsorge besser unterstützen zu können.
Silke Ried: Wenn die Zusammenarbeit innerhalb der Diözese zwischen allen Beteiligten vereinfacht und gestärkt wurde sowie die Anschlussfähigkeit an Organisationen außerhalb der Diözese erleichtert wird, hat die Digitalstrategie auch hier ihren Beitrag geleistet. Wir möchten im Rahmen der Digitalstrategie alle Mitarbeitenden beteiligen und befähigen, die anstehenden Veränderungen, die durch eine stärkere Digitalisierung kommen mitzutragen und aktiv mitzugestalten. Dabei meinen wir neben den hauptamtlichen ausdrücklich auch die ehrenamtlichen Mitarbeitenden in allen Bereichen der Diözese. Mit einer professionelleren und effizienteren digitalen Arbeitsumgebung möchten wir unseren Beitrag dazu leisten, die Attraktivität der Diözese als Arbeitgeberin zu erhöhen, um in Zeiten des Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung weiterhin in der Lage zu sein, freie Stellen gut nachbesetzen zu können. Im Rahmen des Gesamtprozesses „Kirche der Zukunft“ leiste die Digitalstrategie damit einen wichtigen Beitrag bei der Ausgestaltung der Zukunft der Diözese.
Welche Vorarbeiten wurden im letzten Jahr im Rahmen der Erhebungsphase geleistet, damit die Umsetzung nun starten kann?
Ried: Im letzten Jahr haben wir uns ganz genau den aktuellen Stand der Digitalisierung angeschaut. Wir haben viele Gespräche geführt, Workshops durchgeführt und eine große Beteiligung bei der Online-Befragung erreicht. Aus diesen Informationen haben wir übergeordnete Herausforderungen identifiziert, für die wir viele Maßnahmen abgeleitet haben. Diese Maßnahmen möchten wir gerne in den nächsten fünf Jahren umsetzen.
Zilk: Um in der Umsetzungsphase, die dieses Jahr begonnen hat, Orientierung geben zu können und auch selbst Orientierung zu haben, haben wir ein Leitbild und konkretere Prinzipien ausgearbeitet. Damit möchten wir transparent und nachvollziehbar sein, an welchen Kriterien wir uns bei Entscheidungen und unserem Handeln orientieren. Das wird nicht immer einfach sein, manchmal werden wir auch priorisieren müssen. Damit die Perspektive der zukünftigen Nutzer:innen immer im Blick ist, möchten wir von Anfang an Nutzervertreter:innen in die Projektarbeit einbinden. Das beginnt schon bei der Definition der Anforderungen und endet mit der Einführung der Projektergebnisse in die Organisation. Ein sogenannter Product Owner wird übergeordnet dafür Sorge tragen, dass die Interessen und Bedürfnisse der Mitarbeitenden der Diözese und zugleich der Organisation im Vordergrund stehen und Berücksichtigung finden.
Welche Schwerpunkte stehen 2026 im Mittelpunkt und wen treffen diese Vorhaben konkret? Wie sieht die grobe Planung bis 2030 aus?
Ried: Im Jahr 2026 sind wir mit 12 Projekten am Start. Dazu gehört zum Beispiel der Aufbau eine Schulungsangebotes, um die digitalen Kompetenzen in der Mitarbeitendenschaft zu stärken. Wir möchten in diesem Jahr auch mit Pilotgruppen verschiedene Anwendungen testen, die für eine digitale Unterstützung der standortübergreifenden Zusammenarbeit infrage kommen. Ziel ist es, zum Ende des Jahres eine Entscheidung zu treffen und Klarheit darüber zu haben, welche Anwendung ab dem kommenden Jahr nach und nach den Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt werden kann.
Zilk: Ebenso ist es geplant, zunächst im Bischöflichen Ordinariat ein digitales Ablagesystem für Dokumente einzuführen, um dem papierlosen Büro einen großen Schritt näher zu kommen. Wir möchten in diesem Jahr auch schon beginnen, einfachere Arbeitsabläufe zu digitalisieren und zu automatisieren, um damit effizienter zu werden und Arbeitsabläufe zu verkürzen. Das Schulungsangebot soll allen Mitarbeitenden der Diözese Rottenburg-Stuttgart zur Verfügung gestellt werden. In anderen Projekten beginnen wir zunächst mit den Nutzern im Bischöflichen Ordinariat. Die Erfahrungen, die wir dabei machen, werden wir dann bei der weiteren Programmplanung berücksichtigen.



