Wallfahrt

Mit Zuversicht ins neue Jahr

Bei allerbestem Wetter kamen über 180 Reiterinnen und Reiter und zahlreiche Zuschauer zum Silvesterritt nach Westhausen. Foto: drs/Jerabek

In einem Prozessionsritt um die Silvesterkapelle haben Reiterinnen und Reiter um Fürsprache des heiligen Silvester und den Segen Gottes gebetet.

Als Festgast spendete Domkapitular Dr. Klaus Krämer den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Silvesterritts den Segen mit dem Reliquiar des heiligen Papstes Silvester, der als Patron der Haustiere und für ein gutes neues Jahr verehrt wird. Reiterinnen und Reiter aus rund 20 Reitergruppen im Ostalbkreis kamen mit 181 Pferden nach Westhausen; viele Menschen aus der Region säumten die Straßen der 6000-Seelen-Gemeinde am Rande des Härtsfeldes während des Prozessionsrittes, bei dem die Silvesterkapelle dreimal angeritten wird.

Bei der Pilgermesse, die von der Silvesterkapelle in die Pfarrkirche St. Mauritius verlegt worden war, um mehr Gläubigen die Mitfeier zu ermöglichen, erinnerte Prälat Dr. Krämer an die Anfänge der Wallfahrt vor fast 400 Jahren. Mit Blick auf die Corona-Pandemie der vergangenen Jahre, den Krieg in der Ukraine und auf verschiedene Unwägbarkeiten, die die Menschen bange in die Zukunft schauen ließen, sagte der Prediger: Im Grunde genommen sei die Situation „heute nicht so grundverschieden wie die Situation vor 400 Jahren, als alles begann: Auch damals war es eine Zeit der Krise: eine große Tierseuche, eine Epidemie, die existenzbedrohend für die Menschen war; außerdem der Dreißigjährige Krieg, der eine unglaubliche Heimsuchung war.“

Auf Gottes Beistand vertrauen

In dieser Situation hätten die Menschen damals ihr Vertrauen auf Gott gesetzt. „Sie haben ein Gelübde abgelegt, eine Wallfahrt wurde grundgelegt, die über fast 400 Jahre andauert; und wir dürfen uns einreihen in die lange Schar der Wallfahrer, die immer wieder am 31. Dezember den heiligen Silvester angerufen haben um Schutz und Fürsprache“, sagte Krämer. „Auch wir dürfen auf Gottes Beistand vertrauen – für unser eigenes Leben, für das Miteinander der Menschen hier bei uns, aber auch in der globalen Gemeinschaft der Menschen und für die Schöpfung insgesamt, denn wir tragen Verantwortung auch für die anderen Geschöpfe.“ Die Pferde, die am Silvesterritt beteiligt waren, stünden „in gewisser Weise stellvertretend für die ganze Schöpfung, für das Leben auf unserem Planeten, das auch unserer Fürsorge und Sorgfalt anvertraut ist“.

Das hoffnungsstarke Bild der heiligen Stadt Jerusalem, „die vom Himmel herab zu den Menschen kommt“ – so war in der Lesung des Tages zu hören – sei „die große Vision unseres Glaubens. Als Christen schauen wir nicht zurück, sondern wir schauen nach vorn: Wir erwarten die Zukunft, die Gott uns schenken will und in der er sich uns selbst schenken will“. Auf diese Zusage vertrauend gelte es, mit Zuversicht in dieses neue Jahr zu gehen und sich unter die Fürsprache des heiligen Papstes Silvester unter den Segen Gottes zu stellen, sagte Krämer, der als Domkapitular die Hauptabteilung Kirchliches Bauen im Bischöflichen Ordinariat in Rottenburg leitet.

Christus als Mitte, Halt und Hoffnung der Menschen

Der Bau der Silvesterkapelle, der auch vom seligen Pater Philipp Jeningen angeregt und unterstützt worden war, sei ein Zeugnis des Glaubens und des Gottvertrauens der Menschen vor 400 Jahren, sagte Pfarrer Matthias Reiner bei der Pilgermesse, in deren Zentrum Jesus Christus steht – als „Mitte, Halt und Hoffnung der Menschen". Neben dem Gast und Festprediger aus Rottenburg begrüßte Pfarrer Reiner auch den Landrat des Ostalbkreises, Dr. Joachim Bläse, und seinen Vorgänger Klaus Pavel, Bürgermeister Markus Knoblauch mit Gattin sowie den Altbürgermeister und Ehrenbürger von Westhausen, Herbert Witzany. Pfarrer Josef Höfler, der als Pensionär in der Seelsorgeeinheit Kapfenburg wirkt, konzelebrierte und nahm auch in der Kutsche Platz, in der das kostbare Reliquiar durch Westhausen gefahren wurde. Glückwünsche gab es für Erich Hoffmann, der seit 50 Jahren Organisator des Silvesterritts ist und am letzten Tag des Kalenderjahres Geburtstag feiert. Im Herbst 2021 hat Hoffmann zusammen mit Gerhard Steidle ein Buch über den Westhauser Silvesterritt veröffentlicht.

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