Die Beteiligung gewählter Räte an kirchlichen Entscheidungen hat in der Diözese Rottenburg-Stuttgart eine lange Tradition. Papst Franziskus etablierte mit der Weltsynode von 2021 bis 2024 durch Vorabumfragen und die Beteiligung von Fachleuten eine neue Beratungs- und Beschlusskultur auf weltkirchlicher Ebene. Aber verstehen unter „Synodalität“ alle dasselbe? Ein hochkarätig besetztes Symposium diskutierte vergangene Woche in Bonn über diese Frage. „Papst Franziskus ging es vor allem um die Haltung, einander gut und wertschätzend zuzuhören“, sagt Bischof Klaus Krämer, der als Referent an der Tagung teilnahm. „Dieser Stil ist heute notwendig, um als Kirche glaubwürdig zu sein und die Freude am Evangelium weiterzugeben.“
Der Eindruck unterschiedlicher Deutungen von Synodalität drängte sich auf, als Würdenträger aus der römischen Kurie und von anderen Kontinenten, die an der römischen Weltsynode beteiligt waren. mit Bestürzung auf die Forderungen des Synodalen Weges in Deutschland reagierten. Bei diesem rangen Kleriker und Laien infolge des Missbrauchsskandals etwa zu gleicher Zeit um Formulierungen, wie Macht und Gewaltenteilung in der katholischen Kirche aussehen sollten, wie kirchliche Ämter für Frauen und verheiratete Männer geöffnet werden könnten und wie Sexualität zeitgemäß zu bewerten sei. Das Symposium stellte das miteinander auf dem Weg Sein in den Mittelpunkt, was das griechische Wort Synodos bedeutet.





