Seelsorge

Modellprojekt bewährt sich

Beim Präsenztag des Basiskurses Seelsorge. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Die Teilnehmer:innen des ersten diözesanen Basiskurses Seelsorge. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Teilnehmende am ersten "Basiskurs Seelsorge" in der Diözese vertiefen ihre Fähigkeiten bei Präsenztag.

Höhepunkt des ersten „Basiskurses Seelsorge“ in der Diözese Rottenburg-Stuttgart war der Präsenztag am 11. November, an dem die Teilnehmenden Gelerntes ganz praktisch anwenden konnten. Unterschiedliche Gesprächssettings mit professioneller Begleitung ermöglichten es ihnen, sich als Seelsorgerinnen und Seelsorger zu erfahren und ihre Fähigkeiten in der Gesprächsführung zu vertiefen.

Klaus Michael Rückert, Landrat des Landkreises Freudenstadt, war einer der Teilnehmer, und er kam zu dem Präsenztag im Schönstatt-Zentrum auf die Liebfrauenhöhe nach Ergenzingen gemeinsam mit seiner Tochter Lena, die im Newsletter ihrer Kirchengemeinde auf das Modellprojekt aufmerksam geworden war. „Ich habe in meinem beruflichen Alltag versucht, die Kurs-Impulse umzusetzen, und das war bereichernd“, stellte Rückert fest. Der Kurs habe es ihm erlaubt, einen anderen und tieferen Blick auf das Führen von Gesprächen zu bekommen. Auch seine Tochter attestierte dem Basiskurs, eine Bereicherung zu sein. Das Offene und Empathische sei für sie ein Gewinn im Alltag gewesen. Andreas Schäfer aus Zwiefalten, ein anderer Teilnehmer des Kurses, hielt fest, dass das Zuhören können und das Zurücknehmen der eigenen Person im Gespräch wichtige Aspekte für ihn gewesen seien, und Mechthild Betz aus Tübingen sagte, eine „seelsorgerliche Gesprächshaltung“ in schwierigen beruflichen Situationen sei ihr wichtig, und hierbei habe ihr der Kurs geholfen und genutzt.

Entwickelt worden war der Basiskurs Seelsorge von Dr. Christiane Bundschuh-Schramm aus der Hauptabteilung „Pastorale Konzeption“ des Bischöflichen Ordinariats in Zusammenarbeit mit Seelsorgern und Therapeuten. Zusammen mit Nicole Uhde, Dekanatsreferentin im Dekanat Freudenstadt, und Martin Hüttl, Dekanatsreferent in Rottenburg, hatten sie den Pilot-Kurs geleitet. Der Basiskurs Seelsorge fasst Bundschuh-Schramm zusammen, wolle die Teilnehmenden in ihrer kommunikativen, seelsorglichen und geistlichen Kompetenz unterstützen; in ihrer Fähigkeit, ihr Christsein im Alltag zu leben, sich in Beruf, Freizeit und Ehrenamt für ein hilfreiches Miteinander zu engagieren. „Der Kurs soll das nötige Know-how vermitteln, dass wir als Christen für andere Menschen hilfreich da sein können. Wo die Kursteilnehmenden dieses Wissen dann einsetzen, bleibt ihnen überlassen.“ Das könne im Rahmen eines Ehrenamts erfolgen, genauso gut aber auch im Privaten, stellt sie fest.

In sechs Wochen hätten die Teilnehmenden die Möglichkeit gehabt, individuell über die diözesane Lernplattform zu lernen. Dabei bestehe der Kurs aus drei Modulen und umfasse Themen wie Seele, Sorgen oder Lebensglaube. Begleitet würden die Module von freiwilligen Videotreffen, die Raum für Austausch, Erfahrungen und vertiefende Fragen böten. Im Kurs enthalten seien auch Übungen zu „Mit Interesse zuhören“ sowie zu den Themen Wertschätzung, Empathie und Echtheit. In den zurückliegenden Videokonferenzen sei es für sie immer schön gewesen zu sehen, wie gut die jeweils rund 20 Teilnehmer mit dem hybriden Kursformat zurechtkamen. Darauf aufbauend habe der Präsenztag davon profitiert, dass die Teilnehmenden schon Erfahrungen gemacht hatten und ihre Fragen mitbringen konnten, sagt Bundschuh-Schramm.

In Zukunft könne der Kurs auch von pastoralen Personen in der Diözese oder kirchlichen Trägern, wie beispielsweise der katholischen Erwachsenenbildung, übernommen werden. Dabei könnten die Kursmodule den jeweiligen Bedürfnissen vor Ort leicht angepasst werden. Wichtig sei, dass das Grundgerüst steht und es sich in dem Pilotdurchgang bewährt habe. Für das Frühjahr 2024 sei ein zweiter Kurs geplant, der von Achim Wicker, Dekanatsreferent in Balingen, verantwortet werden soll. Auch für diesen Kurs stehe die Teilnahme allen Interessierten offen – ganz gleich, ob Kirchenmitglied oder nicht. Wer Interesse daran hat, mehr über den Basiskurs Seelsorge zu erfahren, kann sich mit seinen Fragen an die E-Mailadresse basiskursseelsorge(at)drs.de wenden. Informationen zum Basiskurs Seelsorge allgemein und zu neuen Kursen gibt es auch hier.

Die Gesprächsbegleitung

An dem Präsenztag auf der Liebfrauenhöhe wurde die Gesprächsbegleitung in den unterschiedlichen Gruppen übernommen von: Anton Bock, Dekan des Dekanats Freudenstadt; Michael Holl, Pastoralreferent und Wallfahrtsseelsorger auf dem Palmbühl bei Schömberg; den Gemeindereferentinnen Marion Faigle aus Balingen und Ulrike Roth aus Horb; Sr. Martina Küting, Wallfahrtsseelsorgerin in Heiligenbronn; Gisela Ehrhardt, Krankenhausseelsorgerin in Freudenstadt und Diakon Bertram Bolz, Pfarrbeauftragter aus Calw.

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