Neugier, Mut, Zielstrebigkeit - das sind Eigenschaften der „Sterndeuter aus dem Morgenland“, wie sie der Evangelist Matthäus beschreibt (Mt 2,1-12). Maximilian Röhler gefällt das: „Ich mag es einfach, dass die so mutig waren, den langen Weg zum Christkind zu gehen“, sagt der Ministrant aus der Kirchengemeinde auf dem Schönenberg bei Ellwangen. Besonders weit her zu kommen scheint da der König mit dem dunklen Teint, dessen Herkunft die Tradition in Afrika verortet und der mit seinen beiden „Kollegen“ stellvertretend für die drei damals bekannten Kontinente Afrika, Asien und Europa steht - als Zeichen dafür, dass die ganze Welt zu Jesus kommt. Wie viele es tatsächlich waren, ist dabei zweitrangig. Den geschilderten Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe ist es wohl geschuldet, dass die Zahl auf drei festgelegt wurde - und im Lauf der Jahrhunderte aus Sterndeutern Könige wurden.
„Weil ich selber gern reise“, findet Maximilian die Heiligen Drei Könige besonders ansprechend. „Ich mag es, in andere Länder zu kommen und andere Sachen zu sehen.“ Wo heute beim Reisen Verkehrsschilder und das „Navi“ den Weg weisen, fanden Menschen vor 2000 Jahren mitunter Orientierung am Sternenhimmel. Wie sich dieser Himmel den berühmten Sterndeutern einst darbot, hat Malerpfarrer Sieger Köder (1925-2015) eindrucksvoll in Szene gesetzt. Keine Fantasiesterne, sondern reale Sternbilder hat Köder auf seinem großen Hintergrundgemälde leuchten lassen, das er bei der Neugestaltung der aus Oberammergau stammenden Krippe am Schönenberg Anfang der 1990er-Jahre schuf.
Analog zum weihnachtlichen Wandbild in der Franziskuskapelle des Kinder- und Jugenddorfes Marienpflege in Ellwangen ist die Sternenformation zu sehen, wie sie am nördlichen weihnachtlichen Himmel zu sehen war: Der „Stern aus Jakob“, der prophetisch vorhergesagt wurde und der alles überstrahlt, ist gleichsam eingerahmt vom astronomischen Wintersechseck: Es besteht aus den sechs hellsten Sternen der Wintersternbilder: Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund, Aldebaran im Stier, Capella im Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen.
Sieger Köder hat in dem Hintergrundgemälde die theologische Dimension des Weihnachtsfestes auch insofern dargestellt, als vor dem weihnachtlichen Sternenhimmel über dem Stall von Bethlehem „der neue Spross aus dem alten Wurzelstock“ herauswächst und in dessen Mitte eine weiße Rose blüht - Symbol für die Hoffnung in Jesus Christus, die auch im Mittelpunkt des soeben zu Ende gegangenen Heiligen Jahres stand. Das Motto lautete „Pilger der Hoffnung“ und war insofern auch eine Einladung, sich auf dem Weg zu machen. So wie es die weitgereisten Sterndeuter oder Könige getan haben. Maximilian Röhler wünscht für das neue Jahr allen Menschen, die auf Reisen gehen, „dass sie alle weiten Wege gut überstehen und auch schöne Reisen haben“.






