Synodalität

Neue Impulse

Ein Blick in die Versammlung am Freitagvormittag. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Jochen Wiedemann

Teilnehmer:innen der derzeit laufenden sechsten Synodalversammlung aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart äußern sich zum Synodalen Weg.

Seit Donnerstag findet in Stuttgart die sechste Versammlung des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland statt. Im Jahr 2019 gestartet, nimmt der Prozess die systemischen Ursachen für Missbrauch innerhalb der Kirche und für dessen Vertuschung in den Blick und entwickelt Maßnahmen für deren Überwindung. Noch bis Samstag, 31. Januar, beraten rund 180 Synodale in der Landeshauptstadt über das bisher Erreichte, über die Umsetzung der Beschlüsse und über Perspektiven für die Zukunft.

Signal der Hoffnung

Aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart nehmen mehrere Vertreterinnen und Vertreter am Synodalen Weg teil. Mit Blick auf die bisher geleistete Arbeit und auch darauf, wie dem Missbrauchsskandal begegnet wurde, stellte Bischof Dr. Klaus Krämer am heutigen Freitag fest, dass viele neue Strukturen und Verfahren etabliert worden sind. „Da haben wir manches erreicht, aber wir sind noch immer auf dem Weg und müssen sehen, wo Dinge nachjustiert werden müssen.“ Für die Agenda des künftigen Reformprozesses hielt der Bischof fest, es würde ihn sehr freuen, wenn die Synodalkonferenz gesellschaftlich relevanten Fragen mehr Raum geben und sich aus christlicher, katholischer Sicht zu diesen Fragen äußern würde. Von der dreitägigen Synodalversammlung in Stuttgart geht nach seinem Dafürhalten ein Signal der Hoffnung aus, dass sich die Kirche insgesamt auf den Weg macht, sagte Dr. Krämer und stellte fest: „Unsere Diözese hat seit über 50 Jahren Erfahrung mit synodalen Strukturen, aber wir bekommen auch neue Impulse durch diesen Synodalen Weg auf deutscher Ebene und natürlich auch durch den synodalen Prozess, der von der Weltkirche ausgeht, so dass wir unsere synodalen Traditionen weiterentwickeln, noch mehr mit Leben erfüllen und daran arbeiten können, dass diese Synodalität auf allen Ebenen unserer Diözese wirklich gelebt wird.“

"Luft nach oben"

Während einer Sitzungspause am Freitag äußerte sich auch Weihbischof Matthäus Karrer, Leiter der Hauptabteilung „Pastorale Entwicklung“ im Bischöflichen Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart, zur Umsetzung der bisherigen Beschlüsse des Synodalen Wegs und dazu, welches Fazit sich dabei aus seiner Sicht ziehen lässt. Einige Beschlüsse seien in der Diözese auf den Weg gebracht worden, lobte Karrer und nannte beispielhaft die Möglichkeit der außerordentlichen Taufspendung durch Pastoral- und Gemeindereferent:innen, die es ermöglicht, dass auch Frauen die Taufe spenden. In anderen Bereichen mangle es indes noch an der Umsetzung und auch wenn schon viel erreicht wurde, gebe es dort noch „Luft nach oben“, stellte der Weihbischof fest.

Junge Menschen wieder begeistern

Gabriele Klingberg aus Tübingen, die als Vorsitzende des Bundesverbands der katholischen Religionslehrer- und -lehrerinnen an Gymnasien am Synodalen Weg teilnimmt, blickte nach vorne und sagte, sie hoffe, dass die geplante Synodalkonferenz zustandekommt. „Mit dem Blick auf den Religionsunterricht und auf die Schüler:innen glaube ich, dass es immens wichtig ist, dass wir tatkräftiger werden, Beschlüsse umsetzen und damit dann auch die Anliegen und Fragen junger Menschen aufgreifen. Und dann hoffe ich einfach, dass wir junge Menschen wieder begeistern können für das Theologiestudium, dass sie tätig werden in Gemeinde und Religionsunterricht“, sagte Klingberg.

"Einfach zu wenig passiert"

Svenja Stumpf, die als Vertreterin des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Stuttgart am Synodalen Weg teilnimmt, hielt lobend fest, dass die Themen, die die jüngeren Generationen bewegen, schon von Anfang an mit berücksichtigt wurden. Doch zugleich schränkte sie ein: „Kleine Schritte haben wir erreicht, aber für das, was meine Generation sich wünscht, nämlich eine wirkliche Gleichstellung, ist einfach zu wenig passiert.“

Auch der Stuttgarter Stadtdekan Dr. Christian Hermes bezog Stellung und äußerte sich zur Frage, welches Echo der Synodale Weg bei den Katholik:innen in der Stadt Stuttgart findet. Er sagte: „In Stuttgart nimmt man regen Anteil an dem Prozess, aber vor allem an den Themen.“ Es würden Reformen erwartet und leider sei es nicht zufriedenstellend, was von den beim Synodalen Weg gefassten Beschlüssen bisher abgearbeitet wurde.